Erfassung der klimarelevanten Emissionen
Wie klimafreundlich ist die Universität Augsburg heute – und wo setzt wirksamer Klimaschutz an? Mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept 2025 legt die Universität erstmals eine umfassende und transparent nachvollziehbare Treibhausgasbilanz vor. Sie zeigt für das Bilanzjahr 2024, wo klimarelevante Emissionen entstehen, und schafft damit eine wissenschaftlich fundierte Grundlage, um Klimaschutz systematisch, verantwortungsbewusst und zielgerichtet weiterzuentwickeln. Orientiert an anerkannten internationalen Standards macht die THG-Bilanz Entwicklungen sichtbar und weist den Weg für konkrete Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit an der Universität.
- Für 2024 wurden rund 25.000 Tonnen CO₂-Äquivalente bilanziert: Die THG-Bilanz zeigt erstmals umfassend, wo im Universitätsbetrieb Emissionen entstehen.
- Der größte Teil (75,3%) sind indirekte Emissionen: Vor allem Pendelverkehr, Bauaktivitäten und Dienst- bzw. Studienreisen fallen ins Gewicht.
- Gebäude und Energie bleiben zentrale Handlungsfelder: Strom- und Fernwärmeverbrauch in den Universitätsgebäuden bestimmen die direkt beeinflussbaren Emissionen (Scope 1+2) maßgeblich (zu 91,5%).
- Mehr Klimaschutz & EMAS: Auf Basis der THG-Bilanz wurden Reduktionspotenziale identifiziert und Klimaschutzmaßnahmen entwickelt, die im Klimaschutzkonzept aufgeführt sind. Außerdem führt die Universität Augsburg derzeit das Umweltmanagementsystem EMAS ein.
- Klimaschutz ist eine gemeinsame Aufgabe am Campus: Viele Emissionen hängen mit Alltagsentscheidungen zusammen – etwa bei der Wahl des Verkehrsmittels, durch die Teilnahme an Datenerhebungen oder durch energie- und ressourcensparendes Handeln. Hier kann die gesamte Universitätsgemeinschaft einen Beitrag leisten.
Treibhausgasbilanz 2024 und Integriertes Klimaschutzkonzept der Universität Augsburg
Um Klimaschutz an der Universität Augsburg systematisch, verantwortungsbewusst und wirksam voranzubringen, ist es notwendig, die eigenen Treibhausgasemissionen transparent und nachvollziehbar zu erfassen. Mit ihrem Integrierten Klimaschutzkonzept 2025 legt die Universität Augsburg erstmals eine umfassende Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz) vor. Diese bildet den Status quo der klimarelevanten Emissionen für das Bilanzjahr 2024 ab und schafft eine fachlich fundierte Grundlage für die weitere Ausgestaltung des Klimaschutzes an der Universität.
Das Klimaschutzkonzept wurde mit Förderung durch die Nationale Klimaschutzinitiative erstellt und orientiert sich an den international etablierten und wissenschaftlich anerkannten Standards des GHG-Protokolls sowie der ISO 14064-1. Die THG-Bilanz ist dabei ein zentrales Instrument, um Emissionsquellen sichtbar zu machen, Entwicklungen über die Zeit zu verfolgen und Handlungsbedarfe zu identifizieren.
Umfang der Bilanzierung
Die Treibhausgasbilanz erfasst Emissionen aus:
- Scope 1: direkte Emissionen (z. B. aus Erdgasverbrauch, Fuhrpark und Kältemitteln)
- Scope 2: indirekte Emissionen (Strom- und Fernwärmebezug)
- Scope 3: weitere indirekte Emissionen (u. a. aus Mobilität, Bauaktivitäten, Beschaffung, Anmietung, sowie Dienst- und Studierendenreisen)
Für Hochschulen in Bayern ist die jährliche Erstellung einer Treibhausgasbilanz verpflichtend. Um einen einheitlichen Rahmen für die jährliche Fortschreibung der Bilanzierung sicherzustellen, ist eine sogenannte Kernbilanz mit festgelegtem Bilanzierungsumfang vorgesehen. Diese umfasst Scope-1- und Scope-2-Emissionen vollständig und darüber hinaus auch die folgenden Scope-3-Emissionsquellen: Eingekauftes Papier, eingekaufte IT-Geräte, Vorketten der Energie(träger), Abfälle, Flugreisen und Energieverbräuche in Anmietungen.
Die Universität Augsburg weist darüber hinaus eine Gesamtbilanz aus. Diese umfasst zusätzlich zur Kernbilanz weitere relevante Emissionsquellen, etwa aus Bauaktivitäten, weiteren Beschaffungspositionen, Reisetätigkeiten insgesamt oder der Pendelmobilität. Die Gesamtbilanz verfolgt dabei grundsätzlich das Ziel einer vollständigen Erfassung aller Emissionsquellen der Universität, ist jedoch durch bestehende Datenlücken limitiert. Im Vergleich zur Kernbilanz, die Jahr für Jahr denselben Bilanzierungsumfang besitzen wird, wird der Bilanzierungsumfang der Gesamtbilanz durch die erhebbare Datengrundlage bestimmt. In beiden Varianten können sich im Zeitverlauf Werte ändern, etwa durch Verfeinerung der Berechnungsgrundlage oder durch Aktualisierung der Emissionsfaktoren.
Zentrale Ergebnisse der THG-Bilanz 2024 (Stand: Juni 2026)
Für das Jahr 2024 ergibt sich für die Universität Augsburg eine Gesamtemissionslast von 25.321 t CO2 -Äquivalenten. Die verpflichtende Kernbilanz umfasst 9.320 t CO2-Äquivalente.
Die Emissionen der Gesamtbilanz verteilen sich wie folgt:
- Scope 1: 532 t CO2-Äq.
- Scope 2[1] : 5.717 t CO2-Äq.
- Scope 3 (gesamt): 19.072 t CO2-Äq.
Der überwiegende Teil der Emissionen entfällt auf Scope 3, insbesondere auf den Pendelverkehr Studierender und Beschäftigter, auf Bauaktivitäten sowie auf Reisetätigkeiten. Die direkten Emissionen in Scope 1 spielen im Vergleich zu Scope 2 und Scope 3 auf den ersten Blick eine eher untergeordnete Rolle, deren Reduktion jedoch im Rahmen eines verantwortungsbewussten universitären Klimaschutzmanagements nicht minder wichtig ist.
Gebäudeemissionen
Die THG-Bilanz enthält zudem eine gebäudespezifische Auswertung der Emissionen aus Strom-, Fernwärme- und Erdgasverbrauch.
Entstehung der Bilanz: Datengrundlage und Beteiligung
Die Erstellung der Treibhausgasbilanz ist mit einem erheblichen Erhebungs- und Abstimmungsaufwand verbunden. Insgesamt fließen rund 350 einzelne Datenpunkte (Stand Juni 2026) aus unterschiedlichen Bereichen in die Gesamtbilanz ein. Viele dieser Daten wurden in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen und Referaten der Zentralverwaltung sowie mit externen Behörden erhoben, geprüft und manuell aufbereitet und schließlich hinsichtlich ihrer Treibhausgasrelevanz bewertet.
Einordnung und Umsetzung im EMAS-Rahmen
Die Ergebnisse der Treibhausgasbilanz bilden die Grundlage für die weitere Umsetzung und Fortschreibung von Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen des Umweltmanagementsystems EMAS. EMAS dient an der Universität Augsburg als übergeordneter Struktur- und Steuerungsrahmen, in dem Klima- und Umweltschutzmaßnahmen geplant, umgesetzt, überprüft und weiterentwickelt werden. Auf Basis der Gesamtbilanz wurden zahlreiche Reduktionspotenziale und Handlungsbereiche identifiziert, Szenarien entwickelt und ein konkreter Maßnahmenkatalog erarbeitet. Diese werden im Zuge der Fortschreibung des Klima- und Umweltmanagements kontinuierlich geprüft, bewertet und umgesetzt.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die Ergebnisse der Treibhausgasbilanz machen deutlich: Ein großer Teil der Emissionen entsteht durch alltägliche Entscheidungen im Universitätsalltag – etwa durch Mobilität, Energieverbrauch oder beschaffte Produkte. Damit können alle Mitglieder der Universität durch ihr verantwortungsbewusstes Handeln aktiv zur Vermeidung und Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasen beitragen. Klimaschutz an der Universität Augsburg ist somit eine gemeinschaftliche Aufgabe, die langfristig auch einen Wandel von Routinen und Alltagspraktiken erfordert.
Weiterentwicklung und Transparenz
Die Treibhausgasbilanz wird künftig jährlich aktualisiert. Parallel dazu wird die Datengrundlage – insbesondere im Bereich Mobilität – weiterentwickelt, unter anderem durch vertiefende Erhebungen, um Emissionen künftig noch differenzierter und belastbarer abbilden zu können. Eine breite Beteiligung an entsprechenden Erhebungen trägt dazu bei, die Qualität und Aussagekraft der THG-Bilanz weiter zu verbessern.
Mit der Veröffentlichung der THG-Bilanz 2024 und des integrierten Klimaschutzkonzepts 2025 informiert die Universität Augsburg über den aktuellen Stand der Bilanzierung und schafft eine transparente Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit Klimaschutz im Hochschulbetrieb.
→ Das integrierte Klimaschutzkonzept 2025 der Universität Augsburg steht hier zum Download bereit:
Klimaschutzkonzept 2025
FÖRDERPROJEKT DER NATIONALEN KLIMASCHUTZINITIATIVE
Vom 1. Oktober 2023 bis zum 31. Oktober 2025 fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (bei Förderbeginn das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) das Projekt „KSI: Klimaschutzmanagement – Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzepts für die Universität Augsburg (KlimKonUniA)“ im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (Förderkennzeichen 67K20555).
Nationale Klimaschutzinitiative:
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative hat die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte initiiert und gefördert, die zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beitragen. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfs- und Investitionsförderungsmaßnahmen. Diese Vielfalt garantiert gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt dazu bei, den Klimaschutz lokal zu verankern. Davon profitieren Verbraucher, Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.