Pressemitteilung 95/21 - 15.09.2021

Spezialist für Magen-Darm-Krebs an die Universität Augsburg berufen

Prof. Dr. med. Helmut Messmann leitet bereits seit 2002 die III. Medizinische Klinik am Universitätsklinikum Augsburg

Augsburg/ARS – Zum 15.09.21 übernimmt Prof. Dr. med. Helmut Messmann den neu eingerichteten Lehrstuhl für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg. Messmann genießt weltweit eine hohe Reputation bei der Erforschung und Behandlung von Krebs im Magen-Darm-Bereich. Insbesondere bei der endoskopischen Behandlung von Tumoren im Frühstadium hat er sich durch die Einführung innovativer Therapieformen einen Namen gemacht. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Erkennung und Behandlung von Krebs und anderen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich zeichnet ihn sowohl in der Forschung als auch in der Krankenversorgung aus.

Prof. Dr. med. Helmut Messmann Universitätsklinikum Augsburg

 

Die Präsidentin der Universität äußert sich erfreut über die Berufung: "Herr Prof. Messman gilt in seinem Fach national wie international als herausragender Kliniker und Wissenschaftler". Er habe sich vor allem auch in der Endoskopie hohe international beachtete Verdienste erworben. „Besonders im Bereich der klinisch-translationalen Forschung und des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in der Gastroenterologie hat sich Prof. Messmann auch international einen Namen gemacht“, ergänzt die Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Martina Kadmon. Hier zeige sich eine hervorragende Anknüpfungsmöglichkeit an den Forschungsschwerpunkt Medical Information Sciences der Medizinischen Fakultät, der die beiden Disziplinen Medizin und Informatik miteinander verknüpft, um zu neuen Erkenntnissen und Behandlungsformen zu gelangen.

Kampf gegen Darmkrebs

Der Gastroenterologe hat sich den Kampf gegen Darmkrebs auf die Fahnen geschrieben. Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in der Bundesrepublik Deutschland. Rund 70.000 Menschen sind jährlich davon betroffen. „Die Heilungschancen auch im fortgeschrittenen Stadium haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, in frühen Stadien liegen sie sogar fast bei 100 Prozent“, erklärt Messmann. 2010 gründete er gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Anthuber das Darmkrebszentrum am Universitätsklinikum Augsburg, in dem Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen eng zusammenarbeiten und die individuellen Behandlungen gemeinsam koordinieren. „In unserer Klinik nehmen dabei die endoskopische Diagnostik und Therapie von Tumoren des Magen-Darm-Bereichs im Frühstadium eine zentrale Rolle ein. Dafür wurden wir kürzlich mit dem Endoskopieforschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) ausgezeichnet und haben von der World Endoscopy Organisation (WEO) den Titel „Center of Excellence“ verliehen bekommen“, berichtet der Neuberufene. Durch eine internationale Kooperation mit Japan gelang es Messmann, als erste Klinik in Deutschland eine neue Technik der endoskopischen Entfernung von Tumoren im Darm einzuführen, die endoskopische Submukosadissektion ESD. Der Eingriff ist minimalinvasiv und erspart den Patienten einen großen chirurgischen Eingriff, ist jedoch hochkomplex in der technischen Durchführung. In einer kürzlichen Publikation konnten Messmann und sein Team zeigen, dass 50 Prozent dieser Eingriffe im Rahmen des Deutschen ESD-Registers am UKA durchgeführt werden.

Leuchtturmforschung

Die Forschung auf diesem Gebiet von Magen-Darm-Krebs im Frühstadium soll als Leuchtturmprojekt im Comprehensive Cancer Center Augsburg (CCCA) des Universitätsklinikums sichtbar werden. Das Cancer Center organisiert die multidisziplinäre Patientenversorgung, die Aus- und Weiterbildung, die Forschung sowie die regionale Vernetzung in der Onkologie mit dem Ziel, die beste Versorgung für Krebspatienten in Augsburg und der umgebenden Region ermöglichen. Aber auch über die Region hinausgehend möchte Messmann seine Forschungen im Bayerischen Krebsforschungszentrum (BZKF) einbringen. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss aller sechs bayerischen Standorte der Universitätsmedizin.

Er gewährleistet, dass alle Tumorpatienten im Freistaat Bayern flächendeckend nach einheitlichen, hohen Qualitätsstandards behandelt und versorgt werden. „Wir arbeiten zum Beispiel gerade daran, mithilfe von Künstlicher Intelligenz frühe Formen von bösartig verändertem Gewebe in der Speiseröhre zu erkennen“, beschreibt der Gastroenterologe seine Forschungen. In einem weiteren Projekt untersucht er gemeinsam mit internationalen Partnern, inwiefern anspruchsvolle endoskopische Eingriffe durch Robotiksysteme erleichtert werden können.

Zur Person

Prof. Dr. med. Helmut Messmann studierte Humanmedizin an der Universität Regensburg sowie der Universität Erlangen-Nürnberg, an der er 1988 promoviert wurde. 1995 erfolgte die Anerkennung zum Internisten, drei Jahre später die Anerkennung der Schwerpunktbezeichnung Gastroenterologie sowie die Habilitation in Innerer Medizin an der Universität Regensburg. Von 1992 bis 2001 war Messmann an der Universitätsklinik Regensburg tätig, seit Januar 2002 ist er Chefarzt bzw. Direktor der III. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Augsburg. Dort ist er seit Dezember 2019 auch Stellvertretender Ärztlicher Direktor. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist Messmann außerdem Mitglied der „Task Force Covid-19“ sowie im „Lenkungsausschuss Covid-19“ des Universitätsklinikums Augsburg und wurde vom Ärztlichen Direktor zum Pandemiebeauftragten des UKA inkl. Region Süd im Großraum Augsburg ernannt. Aktuell ist er Präsident der European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) und Generalsekretär der Sektion Endoskopie der DGVS. Er war Präsident verschiedener Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Endoskopie und Bildgebende Verfahren, Deutsche Gesellschaft für internistische Intensiv- und Notfallmedizin, Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie und Vorsitzender der Sektion Endoskopie der DGVS). Er ist Herausgeber zahlreicher Bücher (Gastrointestinale Onkologie, internistische Intensivmedizin und Klinische Gastroenterologie, Koloskopieatlas) und hat mehr als 250 Publikationen aufzuweisen. Außerdem ist er Mitglied der Zertifizierungskommission für gastrointestinale Tumoren bei der deutschen Krebsgesellschaft und Mitautor zahlreicher Leitlinien zu gastrointestinalen Tumoren. Zuletzt bekam er vom renommierten University College of London (UCL) den Titel „Visiting Professor“ verliehen. Am 15.09.2021 erfolgte die Berufung auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg.

Die III. Medizinische Klinik …

… des Universitätsklinikums Augsburg umfasst die Schwerpunkte Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie, Hepatologie, Ernährungsmedizin, internistische Intensivmedizin, Infektiologie und Rheumatologie. Die Abteilung verfügt über 143 Betten (inkl. 21 Betten Infektionsstation, 10 Betten Intensivstation), in denen ca. 7.000 stationäre Fälle jährlich behandelt werden.

Das 2002 von Prof. Messmann gegründete und seitdem von ihm geleitete interdisziplinäre Endoskopiezentrum ist mit 16.000 Endoskopien pro Jahr eines der größten und innovativsten Endoskopiezentren Europas.

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Die Augsburger Universitätsmedizin

…umfasst die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg sowie – als Kooperationspartner – das Bezirkskrankenhaus Augsburg – Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg. Die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät liegen in den Bereichen Medizinische Informatik sowie Umwelt und Gesundheit. Rund 100 Professorinnen und Professoren werden im Endausbau in der bio- und humanmedizinischen Forschung und Lehre tätig sein. Seit dem Wintersemester 2019/20 bietet die Medizinische Fakultät einen humanmedizinischen Modellstudiengang an, der vorklinische und klinische Inhalte integriert und besonderen Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung der im Endausbau 1.500 Studierenden legt. Das Universitätsklinikum Augsburg (UKA), seit 2019 in der Trägerschaft des Freistaates Bayern, bietet unter anderem durch seine Einbindung in universitäre medizinische Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg der Bevölkerung der Stadt und der Region eine optimale medizinische Versorgung. Die tagesklinischen Betten mitgezählt, stehen am UKA 1.740 Betten zur Verfügung. 24 Kliniken, drei Institute und 19 Zentren garantieren in allen medizinischen Fachdisziplinen Diagnose und Therapie auf höchstem Niveau. Jährlich werden über 250.000 ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten versorgt. Mit zirka 80.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr ist die Notaufnahme des UKA die zweitgrößte der Bundesrepublik. Jährlich erblicken am UKA mehr als 2.450 Kinder das Licht der Welt. Mit 560 Ausbildungsplätzen ist die an das UKA angeschlossene Akademie für Gesundheitsberufe einer der größten Ausbildungsträger der Region.

Medienkontakt

Dr. Anna Magdalena Ruile-Soentgen
Public Relations
Dean's office
Ines Lehmann
Pressesprecherin
Universitätsklinikum Augsburg

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