UPD 24/22 - 11.04.2022

Verstärkung für klinische Forschung

Prof. Dr. Philipp Simon an die Universität Augsburg berufen

Augsburg– Zum 1. April übernimmt Prof. Dr. Philipp Simon die neu eingerichtete Professur für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin mit dem Schwerpunkt klinische Forschung an der Medizinischen Fakultät sowie die Leitung der Sektion Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Augsburg. Eine der Hauptaufgaben des Neuberufenen wird der Aufbau von Strukturen zur Durchführung von klinischen Studien im Bereich Intensivmedizin sein.
 

© University of Augsburg

Klinische Studien sind wichtig um festzustellen, ob neue Behandlungs- oder Untersuchungsformen sowie Medikamente sicher, verträglich und wirksam sind und um Betroffene in Zukunft besser behandeln zu können. „Ich freue mich sehr, dass wir Herrn Prof. Simon gewinnen konnten. Er hat große Expertise bei der Konzeption und Durchführung von klinischen Studien, die für unsere Fakultät sehr hilfreich sein werden“, äußert sich die Medizin-Gründungsdekanin zur Berufung. Darüber hinaus wären seine Forschungen gut in den Forschungsschwerpunkt Medical Information Sciences integrierbar. Ziel eines künftigen Forschungsprojektes ist es beispielsweise, die Antibiotikatherapie von Patientinnen und Patienten in der Intensivmedizin zu automatisieren. „Sowohl die Empfehlung des Mittels als auch die Dosierung sollen individuell auf die Erkrankung, den Erreger als auch den jeweiligen Patienten angepasst sein“, beschreibt der Prof. Dr. Philipp Simon seine Pläne. Dadurch sollen Behandlungsfehler vermieden werden, die bei schwer Erkrankten fatale Folgen haben können.

Verbesserungen in der Intensivmedizin

Der Neuberufene will außerdem die maschinelle Beatmung von Patientinnen und Patienten verbessern. Er setzt ein schonendes bildgebendes Verfahren ein, das elektrische Impedanztomographie genannt wird. „Es ermöglicht uns, die Lunge ohne Strahlung anhand der Aufzeichnung von Spannungsänderungen beim Ein- und Ausatmen zu untersuchen. Die Ergebnisse werden grafisch dargestellt und geben uns Aufschluss darüber, wie gut die Lunge belüftet ist.“

Aber auch Umweltfaktoren wie der Wegfall des Tag-Nacht-Rhythmus, ständiger Lärm und Beleuchtung in der hoch technologisierten Intensivmedizin haben negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Infektionen und den Heilungsverlauf. „Das ist zwar lange bekannt, jedoch gibt es keine ausreichenden Konzepte dafür, wie diese Faktoren bei der Behandlung berücksichtigt werden können“, schildert der Intensivmediziner das Problem, das er gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen im Forschungsschwerpunkt Environmental Health Sciences angehen möchte.

Zur Person

Prof. Dr. Philipp Simon studierte Humanmedizin an der Universität Leipzig und wurde dort 2010 promoviert sowie 2021 habilitiert. 2018 erfolgte die Anerkennung als Facharzt für Anästhesiologie. Nach 2009 übernahm er verschiedene berufliche Positionen an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Leipzig, zuletzt als Oberarzt und Leiter der Studienkoordination für klinische Forschung. Zum 1. April 2022 wurde Simon auf die Professur für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin mit dem Schwerpunkt klinische Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg berufen. Außerdem übernimmt er die Leitung der Sektion Operative Intensivmedizin an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Augsburg.

 

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Die Augsburger Universitätsmedizin

…umfasst die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg sowie – als Kooperationspartner – das Bezirkskrankenhaus Augsburg – Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg. Die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät liegen in den Bereichen Medizinische Informatik sowie Umwelt und Gesundheit. Rund 100 Professorinnen und Professoren werden im Endausbau in der bio- und humanmedizinischen Forschung und Lehre tätig sein. Seit dem Wintersemester 2019/20 bietet die Medizinische Fakultät einen humanmedizinischen Modellstudiengang an, der vorklinische und klinische Inhalte integriert und besonderen Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung der im Endausbau 1.500 Studierenden legt.

Das Universitätsklinikum Augsburg (UKA), seit 2019 in der Trägerschaft des Freistaates Bayern, bietet unter anderem durch seine Einbindung in universitäre medizinische Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg der Bevölkerung der Stadt und der Region eine optimale medizinische Versorgung. Die tagesklinischen Betten mitgezählt, stehen am UKA 1.740 Betten zur Verfügung. 24 Kliniken, drei Institute und 19 Zentren garantieren in allen medizinischen Fachdisziplinen Diagnose und Therapie auf höchstem Niveau. Jährlich werden über 250.000 ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten versorgt. Mit zirka 80.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr ist die Notaufnahme des UKA die zweitgrößte der Bundesrepublik. Jährlich erblicken am UKA mehr als 2.450 Kinder das Licht der Welt. Mit 560 Ausbildungsplätzen ist die an das UKA angeschlossene Akademie für Gesundheitsberufe einer der größten Ausbildungsträger der Region.

Medienkontakt

Michael Hallermayer
Stellvertretender Pressesprecher, Stellv. Leitung
Stabsstelle Kommunikation & Marketing
Ines Lehmann
Pressesprecherin
Universitätsklinikum Augsburg

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