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Christina Schönberger


The Interplay of Distance and Closeness: (Narrative) Strategies in Second and Third Person Autobiographical Writing

In der heutigen Diskussion über die kommunikative Funktion von Literatur im Allgemeinen und die Neubewertung der Leserrolle im Besonderen ist gerade die Autobiographie von großer, wenn auch auf den ersten Blick nicht sofort offensichtlicher Bedeutung. Deshalb soll in dieser Forschungsarbeit untersucht werden, welche Möglichkeiten der Leserkonzeption eine Gattung zulässt, die doch per definitionem mit dem Selbst des Textproduzenten betraut ist. Das Dissertationsprojekt rückt zunächst die im Text angelegten Anknüpfungs- und Abgrenzungspunkte eines mitgedachten Leserkonstrukts sowie die damit verbundene kommunikative Funktion des durch die Erzählperspektive entstehenden Zwischenspiels zwischen Nähe und Distanz in den Fokus. Anhand von Autobiographien in der zweiten Person soll gezeigt werden, wie sich die der Perspektive geschuldete Distanz, die dadurch entstehende Dialogizität und die Beispielhaftigkeit des Erlebten auf die Leserrezeption auswirken können. Die Analysen ausgewählter Autobiographien in der dritten Person sollen Aufschluss darüber geben, wie diese Erzählperspektive die Dekodierungs- und damit Selbsttätigkeitsstrategien der Leserfigur in der Autobiographie (ein-)fordert. Das Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz und dessen Akzentuierung von Verfremdung, Identifikation und Teilhabe bilden dabei stets den Rahmen, um die im Text angelegten Möglichkeiten der Leserkonstruktion und -partizipation auszuloten.

Das Promotionsprojekt wird gefördert durch ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.