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Alice Weiß


Gedächtnis und Racial Melancholia in indigener Literatur und Film (Arbeitstitel)

Gegenstand des Dissertationsprojektes ist der Einfluss von individuellem und kollektivem Gedächtnis auf das Phänomen der Racial Melancholia in indigener nordamerikanischer Literatur und Film.

Im Falle meiner ausgewählten Texte bewegt sich Racial Melancholia besonders im Spannungsfeld von desiring, nostalgia, mourning und lackingEinerseits durch die alteritäre Rolle, die den indigenen Protagonisten durch die westliche Sichtweise zugeschrieben wird, andererseits aber durch das Bewusstsein für die eigene Kultur, kommt es zu einem being inbetween, wodurch der eigene Platz innerhalb der fiktiven Welt immer wieder neu verhandelt und aufgearbeitet werden muss.
Mittels close readings wird untersucht, inwiefern Erinnerung und Gedächtnis die Melancholie beeinflussen, verstärken oder sogar heilen können.
Allen untersuchten Figuren gemein ist die Ausgrenzung, die sie erfahren, und der Versuch durch Erinnerungsarbeit die eigene Identität neu zu konstituieren.  Sämtliche Texte lassen sich auch unter dem Schlagwort creative resistance verorten und bilden so ein alternatives kulturelles Gedächtnis. Sie setzen sich mit der überlieferten Geschichte auseinander und üben Kritik an stereotypisierten Bildern und gelenkter Geschichtsschreibung, gegen die sie im Sinne eines writing back/ rewriting anschreiben. Die Dissertation geht der Frage nach, in welchem Verhältnis Racial Melancholia zu anderen diskursiven Interventionen und gesellschaftlichen Diskursen, wie der Gedächtnisarbeit, steht. 

Kontakt: alice.weiss@philhist.uni-augsburg.de