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Christina Melcher


Der Briefroman bei Marie Leprince de Beaumont (Arbeitstitel)

Die literarische Gattung des Briefromans erfreute sich im 18. Jahrhundert großer Beliebtheit. In Frankreich bediente sich eine große Anzahl Autoren der Technik, über vermeintlich echte Briefe, philosophische Ideen sowie Kritik an der Gesellschaft und dem vorherrschenden politischen System unter einer wachsenden Leserschaft zu verbreiten.

Auch Marie Leprince de Beaumont, eine katholische Gouvernante, die bis ins 19. Jahrhundert hinein vor allem für ihre Veröffentlichungen im Bereich der Erziehung von Kindern, jungen Frauen und Armen bekannt war, bediente sich dieser Technik um ihrer Leserschaft Perspektiven und Möglichkeiten für Frauen zu vermitteln, unter christlicher Prämisse ein tugendhaftes Leben in einer Gesellschaft zu führen, die von der Vorherrschaft der Männer geprägt war.

Das Dissertationsprojekt möchte genau diese Spannung zwischen tiefer Christlichkeit und dem Wunsch, Frauen den Zugang zu Wissen zu erleichtern in den Briefromanen Marie Leprince de Beaumonts mit Hilfe intertextueller Bezüge analysieren und interpretieren.

Ziel ist es, zu zeigen, dass es im 18. Jahrhundert in Frankreich sehr wohl möglich war, Religion mit dem Wunsch zu verbinden, die Gesellschaft durch Fortschrittsdenken voranzubringen und Frauen den Zugang zu Bildung zu erleichtern; dass gläubig sein nicht zwingend bedeuten musste, richtungs-weisende und neue Ideen abzulehnen und dass Marie Leprince de Beaumont mit ihren Briefromanen einen verdienten Platz unter den Autoren der Aufklärung innehat.

Von der DFH (Deutsch-Französischen Hochschule) gefördertes Dissertationsprojekt.

Kontakt: christinamelcher@yahoo.de