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Korbinian Stöckl


Concepts of Love in Contemporary British Drama

Kennzeichnend für das britische Drama seit den 1990ern ist eine ungebrochene Faszination mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Ebenso kennzeichnend ist aber auch eine Fokussierung der Literaturwissenschaft auf die politische Dimension dieser Beziehung, also die Beschäftigung mit Zwischenmenschlichkeit im Hinblick auf geschlechtliche, sexuelle, oder ethnische Konfliktfelder.

Gegenstand meiner Arbeit ist diejenige Form von Zwischenmenschlichkeit, die die Literatur seit je her mehr geprägt hat als alle anderen Motive: die erotische Liebe. Dabei soll vor allem untersucht werden, welche Vorstellungen von Liebe zeitgenössischen Dramen an sich sowie den Handlungen und Aussagen der Figuren zugrunde liegen. Zu diesem Zweck soll eine grobe Kategorisierung verschiedener Liebeskonzepte vorgenommen werden, die sich größtenteils aus der wichtigsten Grundlage der westlichen Liebesphilosophie, Platos Symposium, ableiten lässt. Die Analyse der Dramen soll zeigen, dass sich die Vorstellungen von Liebe im britischen Gegenwartsdrama vor allem den Kategorien „compensation“ und „precariousness“ zuordnen lassen, dass Liebe also einerseits eine kompensatorische Funktion zugeschrieben wird, während sie andererseits mit den Motiven Verletzlichkeit und Abhängigkeit in Verbindung steht. Darüber hinaus wird die These verfolgt, dass der zentrale Konflikt im zeitgenössischen Liebesdrama in der Regel aus der Kollision divergierender Liebesvorstellungen resultiert und nicht, wie im klassischen Liebesdrama, aus der Opposition zwischen einem konsensualen Liebeskonzept und äußeren, meist gesellschaftlichen Hindernissen.