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Maria Wiehe


Religiosität und Spiritualität in der Chicano-Literatur

Das Forschungsinteresse der Arbeit liegt darin, den vielfältigen Erscheinungs-formen von Religiosität und Spiritualität in der Chicano-Literatur nachzugehen. Geplante Dissertation kann auf Basis kulturtheoretischer Grundlagen durch literaturwissenschaftliche Textanalyse Aussagen über die Rolle von Religion in der Chicano-Literatur treffen.

Kaum eine Bevölkerungsgruppe weist eine religiöse und spirituelle Diversität auf wie die Chicanos, die ihre kulturelle Identität in vielerlei Hinsicht im Grenzgebiet verorten. Als ethnische Minderheit zwischen Mexiko und den USA bewegen sich die Chicanos in ihren spirituellen Traditionen zwischen indigenen Religionen, mexikanischem Volkskatholizismus und nordamerikanischem Protestantismus.

Selbstverständlich schlägt sich diese spirituelle, religiöse und konfessionelle Vielfalt in der Chicano-Literatur nieder. Der Literatur als Untersuchungs-gegenstand kommt die einzigartige Rolle zu, Religion in doppelter Qualität zu spiegeln: innerhalb der Handlungen als explizite Aussage über  persönliche Religiosität, und als implizite Aussage über die kulturelle Prägkraft von Religion, die durch die Machart der Texte sichtbar wird. Dass der 'spirituelle Kern' einer Religion und der 'kulturelle Mantel' in der Literatur nicht übereinstimmen müssen, macht sie zum idealen Untersuchungsgegenstand der Rolle von Religion innerhalb einer Kultur.

Die Arbeit positioniert sich im Spannungsfeld Kultur – Literatur – Religion und ist folglich interdisziplinär ausgerichtet, verfolgt sie eine kulturwissenschaftliche Fragestellung durch eine literaturwissenschaftliche Herangehensweise und wird zusätzlich theologisch relevante Aussagen erzielen können.

Die Arbeit wird gefördert durch ein Promotionsstipendium des Evangelischen Studienwerks.