Sommersemester 2020

„Klein, kleiner, nano: Expeditionen in die Winzigkeit"

Vorlesung von Prof. Achim Wixforth und Olga Ustinov (Physik)
am 16. Juni 2021, 11.00 bis 12.00 Uhr digital als Livestream: Hier geht's zur Video-Aufzeichnung!

Wintersemester 20/21

Was Roboter alles können und was sie noch lernen müssen

Vorlesung von Prof. Markus Sause (Materialwissenschaft) und Dr. Alwin Hoffmann (Informatik)
am 21. November 2020, 11.00 bis 12.00 Uhr digital als Livestream: Hier geht's zur Video-Aufzeichnung!

Obst in Plastik? Das ist doch Banane!

Vorlesung von Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl (Theologie) und Pia Winterholler (Umweltethik)

am 20. März 2021 digital im Livestream: Hier geht's zur Video-Aufzeichnung!

Wintersemester 18/19

Von fälschungssicheren Geheimbotschaften

Vorlesung von Prof. Dr. Marc Nieper-Wißkirchen, Mathematik
am 17. November 2018, 11.00 bis 12.00 Uhr, HS I

Wie kam das Wasser den Berg hinauf?

Vorlesung von Prof. Dr. Andrea Richter, Pädagogik am 19. Januar 2019, 11.00 bis 12.00 Uhr, HS I

Sommersemester 2019

Spielend gesund oder krank werden? Chancen und Risiken von Computerspielen

Vorlesung von Prof. Dr. Jeffrey Wimmer, Kommunikationswissenschaft
am 18. Mai 2019, 11.00 bis 12.00 Uhr, HS I

Künstliche Intelligenz: Wer ist besser - Mensch oder Maschine?

Vorlesung von Prof. Dr. Elisabeth André, Informatik
am 06.Juni 2019, 11.00 bis 12.00 Uhr, HS I

Wir beantworten Eure Frage zum Thema Plastik


Erfindung & Herstellung:

Plastik ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für Kunststoffe aller Art. Gemeint sind damit künstlich hergestellte Stoffe, die in der Natur so nicht vorkommen. Der Name „Plastik“ bedeutet so viel wie „verformbar“. Es gibt unterschiedliche Arten von Plastik mit verschiedenen Eigenschaften. Manche Plastiksorten sind weich und elastisch, andere hart und stabil, wieder andere brechen ganz leicht. 

Plastik besteht hauptsächlich aus großen Molekülen, auch MAKROMOLEKÜLE genannt. Ein solches Makromolekül besteht wiederum aus vielen kleinen Molekülbausteinen, sogenannten Monomeren. Ein anderes Wort für Makromolekül ist deshalb POLYMER. Diesen Polymeren werden bei der Herstellung verschiedene Stoffe, sogenannte Additive beigemischt, damit das Plastik die gewünschte Eigenschaft bekommt, also hart oder weich, dehnbar oder fest, wird.
Grundsätzlich gilt: Polymere + Additive = Kunststoff/Plastik

Zur Herstellung von Kunststoffen werden verschiedene Naturstoffe wie Zellulose, Kohle, meistens aber Erdöl und Erdgas verwendet. Alle sind Verbindungen von Kohlenstoff und Wasserstoff. Oft sind aber auch Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel enthalten. Je nach Art des Kunststoffes gibt es verschiedene Herstellungsverfahren: Polymerisation, Polykondensation und Polyaddition.

Plastik wurde eigentlich aus Zufall erfunden. Charles Goodyear erfand versehentlich den Gummi. In seiner Werkstatt fiel eine Mischung aus Schwefel und Kautschuk auf eine heiße Herdplatte - heraus kam Gummi, eine trockene und elastische Substanz. Auch das PVC, das wir heute kennen, entstand eher aus Zufall bei Experimenten der beiden Chemiker Henri Victor Regnault und (etwas später) Fritz Klatte. Da im Ersten Weltkrieg viele wichtige Rohstoffe und Materialien knapp wurden, konnte das PVC diese ersetzen, da es billiger, leicht und gut formbar war. Man merkte schnell, dass das prima ist. Man konnte damit viele Dinge ersetzen, die schwierig herzustellen oder selten waren wie zum Beispiel verschiedene Metalle, Elfenbein, Schellack, Schildpatt (= das Horn vom Schildkrötenpanzer).

Plastik, wie wir es heute kennen, wurde von vielen Menschen erfunden, die durch verschiedene Erfindungen alle ihren Teil dazu beigetragen haben.

Plastik wird von Menschen hergestellt. Es gibt überall auf der Welt große und kleine Fabriken, die unterschiedliche Kunststoffe herstellen und dann verkaufen. Viele Dinge werden heute aus Plastik hergestellt: Lebensmittelverpackungen, Verpackungen für Wasch- und Putzmittel, Kleidung, Schuhe, Teile für Häuser und Autos, Spielsachen und noch vieles mehr.

Eigenschaften:

Sonnenlicht, Salzwasser und mechanische Einwirkung, z. B. Reibung, machen Plastik erst porös, nach und nach brechen dann immer mehr Stücke, die wiederum in immer kleinere Stücke zerfallen. Irgendwann sind diese Stückchen so klein, dass man sie nicht mehr sehen kann.

Theoretisch ja. Man sagt dazu „Chemisches Recycling“. Je nach Art des Plastiks funktioniert das auf unterschiedliche Weise und unterschiedlich gut. Es braucht aber auch sehr viel Energie, Plastik wieder in Erdöl zu verwandeln. Das ist einerseits schlecht für die Umwelt und kostet sehr viel Geld. Forscherinnen und Forscher arbeiten jedoch daran, dass dies in Zukunft einfacher geht.

Das meiste Plastik wird hergestellt, um sehr hart und stabil zu sein. Deshalb dauert es auch sehr lange, bis sich Plastik in der Umwelt zersetzt.

Forscher beobachten, wie lange es dauert, bis z. B. Plastik im Sonnenlicht erste Risse bekommt. Manchmal findet man auch Plastik in der Umwelt, das schon kaputt gegangen ist. Wenn man bestimmen kann, wo es herkam und wann und von wem es hergestellt wurde (z. B. bei Lebensmittelverpackungen geht das ganz gut wegen des Haltbarkeitsdatums), kann man auch abschätzen, wie lange es dauern wird, bis sich das Plastik komplett zersetzt hat.

Ja! Forscherinnen und Forscher haben herausgefunden, dass beim Zerfall von Kunststoff im Salzwasser Treibhausgase freigesetzt werden. Tatsächlich setzt Plastik in jeder seiner Lebensphasen CO2 frei. Schon bei der Gewinnung der Rohstoffe (Erdöl), bei der Herstellung, beim Transport und eben auch dann, wenn es sich zersetzt. Möglich ist auch, dass die immer größere Menge an Mikroplastikteilchen in den Meeren die biologischen Prozesse stören könnte, mit deren Hilfe Plankton an der Meeresoberfläche Kohlendioxid bindet und in der Tiefe des Meeres lagert.

Je nachdem, aus welcher Art von Plastik ein Gegenstand ist und wo er in der Umwelt landet, dauert es unterschiedlich lange, bis sich dieser Zersetzt hat. Bei Plastiklöffel und Brotzeitdose dauert es sicherlich mehrere hundert Jahre, bis diese in so kleine Teilchen zersetzt sind, dass man die nicht mehr in der Umwelt nachweisen kann.

Ja, Plastik kann brennen. Je nach Art des Plastiks braucht es dafür aber unterschiedliche Temperaturen um das Plastik zu entzünden.

Das Salz, das im Salzwasser gelöst ist, greift Plastik schneller an, als das Süßwasser tun würde. Eine Plastikflasche beispielsweise, die in Salzwasser liegt, würde sich daher etwas schneller zersetzen, als eine Plastikflasche, die in Süßwasser liegt. Aber auch die Sonne, der Wind, Wasserbewegung und mechanische Einwirkung (Kraft) beeinflussen, wie lange es dauert, bis sich Plastik zersetzt hat.

Das ist eine gute Frage und zeigt, dass Du gut aufgepasst hast! Wir mussten selbst erst recherchieren. Die Antwort lautet: Das Plastik sinkt im Meer zu Boden, weil es sich mit biologischen Stoffen verbindet, also mit kleinen Stückchen zum Beispiel von Algen oder Sand. Die machen das Plastik schwerer und es sinkt auf den Meeresboden.

Persönliches Handeln:

Ja, das kann man. Denn so wird die Umwelt von dem vielen Plastikmüll befreit. Das ist sehr wichtig. Denn auf andere Weise kann man bis heute das Plastik nicht aus der Umwelt bekommen. Noch wichtiger ist es aber, in Zukunft weniger Plastikmüll zu produzieren. Nur so können wir das Problem „Plastikmüll“ langfristig beseitigen.

Hier gibt es unterschiedliche Gründe: zu faul, oder ‚Wurstigkeit‘, was mit der Natur passiert und weil sie sich auch keine Gedanken machen, welche Folgen ihr Handeln für die Natur und auch für andere Menschen hat. Schließlich ist es ja auch nicht schön, z. B. an einem See zu sitzen, und im Wasser schwimmt der Plastikmüll, den jemand anderes dort hineingeworfen hat.

Da hilft vor allem, miteinander zu reden. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie Teil des Problems, aber auch Teil der Lösung sind. Unser Verhalten hat einen direkten Einfluss auf unsere Umwelt, damit ist die Natur aber auch alle anderen Menschen auf dem Planeten gemeint. Wenn Kinder in fernen Ländern in unserem Plastikmüll leben müssen, ist das nicht fair. Wir möchten ja auch nicht im Müll anderer Menschen leben müssen.

Der Laden in Augsburg heißt RutaNatur. Aber solche Läden gibt es inzwischen in vielen Städten. Mach doch mal einen Stadtspaziergang oder eine Fahrrad-Tour, bestimmt entdeckst Du Läden, in denen man mit wenig oder sogar komplett ohne Verpackung einkaufen kann. Ein kleiner Tipp: Bestimmt gibt es in Deiner Nähe regelmäßig einen Wochenmarkt. Dort geht unverpackt einkaufen meistens ganz einfach. Probiere es doch mal aus.

In jedem Kleidungsstück ist ein kleiner weißer Zettel eingenäht, das Etikett. Dort stehen verschiedene Dinge drauf, z. B. wo das Kleidungsstück hergestellt wurde, wie man es waschen darf. Und auch, welche Materialien drin sind.
Naturfasern sind z. B.: Baumwolle, Wolle, Seide, Viskose, Leinen, Bambus, Hanf
Kunstfasern, also Plastik, sind z. B.: Acryl, Nylon, Polyester, Polyacryl.

Es kommt ein wenig darauf an. Auch Metalldosen müssen recycelt werden, und für die Herstellung von Metall müssen, wie bei der Herstellung von Plastik, verschiedene Rohstoffe verarbeitet werden. Das hat oft negative Folgen für die Umwelt und kostet viel Energie. Allerdings kann Metall in der Regel besser recycelt werden als Plastik. Am besten ist es, wenn man so gut es geht, komplett ohne Verpackung oder in Mehrweg-Verpackungen (z. B. Pfandgläser oder Pfandflaschen) einkauft.

Recycling und Ersatzmöglichkeiten:

Plastikmüll wird entweder verbrannt, recycelt, oder ins Ausland verschifft. Ein kleiner Teil wird auf Deponien gelagert. In Deutschland gibt es drei Verfahren, wie Plastikmüll recycelt bzw. verwertet werden kann: Energetisches Recycling (= verbrennen, manchmal wird hier Wärme für Häuser und Wohnungen gewonnen), Werkstoffliches Recycling (= einschmelzen, entweder wird das eingeschmolzene Plastik gleich in eine neue Form gegossen. Es kann aber auch zu Granulaten verarbeitet werden, also kleinen Kügelchen oder Körnchen) oder Rohstoffliches Recycling (= chemisch zersetzen, die gesammelten und getrennten Kunststoffe durch chemische Prozesse in ihre Ausgangsstoffe zersetzt bzw. aufgespalten). Beim Werkstofflichen und Rohstofflichen Recycling müssen die Kunststoffe absolut sortenrein sein, damit man sie verwerten kann. Denn jedes Plastik hat andere Eigenschaften und muss deshalb beim Recycling unterschiedlich behandelt werden. Müll trennen ist daher sehr wichtig!

Nein! Es kommt immer auf die Art des Plastiks an, ob es überhaupt recycelt werden kann, oder ob sich ein Recycling finanziell lohnt. Zwar gibt es Plastikarten, die gut recycelt werden können, doch bei jedem Recycling-Durchgang verliert das Material etwas an Qualität und Stabiliät. In Deutschland wird nur ein sehr kleiner Teil des Plastikmülls wirklich recycelt, sodass wieder ein gleichwertiges oder ähnliches Produkt entsteht.

 

Dazu findet ihr sehr detaillierte Informationen im Plastikatlas der Heinrich-Böll-Stiftung.

 

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