Pressemitteilung 54/21 - 17.05.2021

Sich ein Bild von Mozart machen

Wie die Universitäten Augsburg und Würzburg in einer Ausstellung dazu beitragen

Würzburg/Augsburg/GB - Musik erzeugt Bilder im Kopf. Auf besonders vielfältige und anhaltende Weise hat die Musik Mozarts die bildliche Vorstellungskraft herausgefordert. 250 Jahre Mozart zwischen Image und Imagination sind nun in einer Ausstellung des Martin von Wagner Museums und des Mozartfests Würzburg zu erleben. Federführend: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Augsburg und Würzburg.  Die Ausstellung läuft bis 11. Juli 2021 im Kulturspeicher Würzburg.

Sich ein Bild von der Musik zu machen, Klang in Anschauung zu wandeln und hörbare in sichtbare Harmonien – dazu fühlten sich die Bildkünste seit Beginn der Neuzeit immer wieder aufgerufen. Nie aber sind sie einem Komponisten und seinen Werken mit einer solchen schöpferischen Vielfalt begegnet wie im Falle Mozarts. Auch nicht mit dieser Beständigkeit: Von Porträts des Wunderkindes über die Malerei der Romantik bis hin zur aktuellen Konzept- und Videokunst inspirierte Mozart – seine Person und seine Musik – die Schwesterkünste in ununterbrochener Folge.

 

Kulturspeicher Würzburg

250 Jahre Mozart zwischen Image und Imagination sind nun in einer Ausstellung zu erleben, die auf eine Initiative des Mozartfestes Würzburg zurückgeht, das 2021 sein 100-jähriges Bestehen feiert. Für das Großprojekt hat sich das Mozartfest frühzeitig einen institutionell und fachlich verlässlichen Kooperationspartner gesucht. Gefunden hat es ihn im Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg und in einem Kuratorium, das mit Andrea Gottdang (Universität Augsburg), Damian Dombrowski und Ulrich Konrad (beide Universität Würzburg) kunst- und musikhistorische Expertise vereint.

Ursprünglich sollte IMAGINE MOZART | MOZART BILDER im Martin von Wagner Museum stattfinden und damit in unmittelbarer Nähe zum Hauptspielort des Festivals, den Prunkräumen der Würzburger Residenz. Wegen der Pandemie könnten aber die Bedingungen der Leihgeber in der Gemäldegalerie nicht eingehalten werden – aus Denkmalschutzgründen kann ein Museum im Weltkulturerbe nicht klimatisiert werden. Die Rettung kam aus dem Museum im Kulturspeicher. Dessen neue Direktorin Luisa Heese hat ihre ständige Sammlung ausgeräumt, um IMAGINE MOZART | MOZART BILDER ein neues Obdach zu geben. Dort wurde die Ausstellung am 14. Mai eröffnet, wegen der Coronabeschränkungen als Livestream.

„Dass eine Ausstellung zu einer so engen Kooperation zwischen drei führenden Kulturinstitutionen führen kann, hätte am Anfang niemand für möglich gehalten“, sagt der Direktor der Neueren Abteilung des Martin von Wagner Museums, Professor Damian Dombrowski, mit unverhohlener Begeisterung: „Schon die Jahre der Vorbereitung waren von vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Mozartfest geprägt, aber mit dem Kulturspeicher als ‚Dritten im Bunde’ wurde der Aufbau der Ausstellung von einem echten esprit de corps getragen. Vor allem werden dabei auch Fundamente für zukünftige Gemeinschaftsprojekte gelegt!“

Vorausgegangen sind dreieinhalb Jahre wissenschaftliche Fundierung und Begleitung. Von Anfang an dabei war Professorin Andrea Gottdang, Inhaberin des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Universität Augsburg und ausgewiesene Expertin für die Beziehungen zwischen Ton- und Bildkunst in Neuzeit und Moderne. Als Kuratorin hat sie die Ausstellung entscheidend mitgeprägt, weil sie die Mozart-Rezeption in den Bildkünsten in seltener Vollständigkeit überblickt. „Künstler von Eugène Delacroix bis Robert Wilson eröffnen uns eigene Zugänge zu Mozart“, sagt die Kunsthistorikerin: „Im Crossover von der Musik zur bildenden Kunst berühren sie dabei unmittelbar Fragen menschlicher Kreaktivität.“

Zur Ausstellung Imagine Mozart I Mozart Bilder

Ansprechpartnerin

Prof. Dr. Andrea Gottdang
Inhaberin Lehrstuhl Kunstgeschichte
Fachsprecher KuK

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