Pressemitteilung 49/22 - 24.05.2022

Universität Augsburg begrüßt Gast-Wissenschaftlerinnen aus der Ukraine

Wissenschaftsminister Blume überreicht Arbeitsverträge

Sieben Wissenschaftlerinnen aus der Ukraine arbeiten ab 1. Juni 2022 an der Universität Augsburgund können hier ihre Forschungsvorhaben in einem sicheren Umfeld weiterführen, während in ihrem Heimatland Krieg herrscht. Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, hieß die Ukrainerinnen persönlich in Augsburg willkommen.

Ein Hilfsprogramm, das gleichzeitig akademischer Austausch ist, hat die Universität Augsburg aufgelegt und Stellen für geflüchtete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Ukraine geschaffen. Die sieben Ukrainerinnen werden ab dem 1. Juni für sechs Monate an der Universität Augsburg angestellt. Sie nahmen am gestrigen 23. Mai ihre Arbeitsverträge entgegen und wurden von Wissenschaftsminister Markus Blume persönlich in Bayern begrüßt.

Die Universität Augsburg überreicht sieben Wissenschaftlerinnen aus der Ukraine Arbeitsverträge: Uni-Präsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel mit Dr. Olena Andrushenko und dem Wissenschaftsminister Markus Blume. © University of Augsburg

„Ein herzliches Willkommen an die sieben ukrainischen Gastwissenschaftlerinnen an der Universität Augsburg. Ich freue mich, dass aus langjährigen partnerschaftlichen Beziehungen die Einladung zur gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeit entwachsen ist. Hier zeigt sich: An der Universität Augsburg wird das eigene Leitmotiv ‚Scientia et Conscientia‘ wirklich gelebt. Diese Zusammenarbeit ist eine Bereicherung für die Hochschule und unser gesamtes Wissenschaftsland“, sagte Blume.

Wissenschaftlicher Austausch

Die Universität Augsburg unterhält Kooperationsverträge mit den Universitäten in Czernowitz und Lwiw, darüber hinaus gibt es etliche individuelle wissenschaftliche Beziehungen mit ukrainischen Forschenden. „Als Universität sehen wir unseren Beitrag vor allem darin, unseren ukrainischen Kolleginnen und Kollegen für die Zeit ihres Aufenthalts in Deutschland einen Platz in unserer wissenschaftlichen Community anzubieten und ihnen zu ermöglichen, ihre berufliche Tätigkeit so gut es geht fortsetzen zu können“, erklärte die Universitätspräsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel und betonte: „Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen und sind uns sicher, dass wir von Ihrer Expertise sehr profitieren werden.“

Das Aufnahmeprogramm für ukrainische Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sei Hilfe und akademisches Netzwerken gleichermaßen, so die Universitätspräsidentin: „Wir setzen damit auch ein Zeichen für eine solidarische und der friedlichen Entwicklung verpflichtete wissenschaftlichen Gemeinschaft.“

Sieben Wissenschaftlerinnen

Die Universität Augsburg begrüßt sieben ukrainische Wissenschaftlerinnen unter ihren Mitarbeitenden:

Frau Dr. Olena Andrushenko wird an der Philologisch-Historischen Fakultät am Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft von Frau Prof. Dr. Claudia Claridge im Rahmen ihres bereits begonnenen Habilitationsprojekts forschen. Sie ist an der Kyiv National Linguistic University am Institut für Finno-Ugrische Philologie als Postdoktorandin im Bereich der Historischen Linguistik tätig.

Frau Prof. Dr. Maiia Dernova wird an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät am Lehrstuhl für Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenen- und Weiterbildung von Frau Prof. Dr. Elisabeth Meilhammer zum Thema berufliche Hochschulbildung europäischer Länder forschen und wird in eine Vortragsreihe des Lehrstuhls eingebunden sein. Sie lehrt und forscht als Professorin an der Nationalen Mykhailo-Ostrohradskyi-Universität Krementschuk im Fach wissenschaftlicher Erwachsenen- und Weiterbildung.

Frau Dr. Iuliia Halias wird in Augsburg ein Coaching-Konzept zur Unterstützung geflüchteter Lehrkräfte entwickeln und zum Thema Didaktik von Deutsch als Fremdspreche forschen. Sie ist Gast am Lehrstuhl Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und seine Didaktik von Frau Prof. Dr. Kristina Peuschel an der Philologisch-Historischen Fakultät und wird in den Fächern Deutsch als Zweit- und Deutsch als Fremdsprache auch lehren. Dr. Halias ist Dozentin am Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Nationalen I.-I.-Metschnikow-Universität Odessa.

Frau Dr. Lidija Havrylyuks Forschungsthema ist die Überwindung der sozialen Isolation von älteren Menschen nach der Pandemie (in der Ukraine). Sie wird es am Lehrstuhl für Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenen- und Weiterbildung von Frau Prof. Dr. Elisabeth Meilhammer fortsetzen. Sie ist Dozentin und stellvertretende Lehrstuhlleiterin am Lehrstuhl für Pädagogik und Soziale Arbeit der Nationalen Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz.

Frau Prof. Dr. Oksana Holovko-Havrysheva leitet das von der EU-Kommission geförderte Jean Monnet Center of Excellence „Western Ukrainian Research Center for European Studies“ und ist Präsidentin der Ukrainian European Studies Association. Sie wird an der Juristischen Fakultät mit den Augsburger Völker- und Europarechtlern Prof. Dr. Thilo Rensmann (LL.M.) und Dr. Stefan Lorenzmeier (LL.M.) zu Fragen des Rechtsverhältnisses der Ukraine zur EU forschen. Holovko-Havrysheva ist an der Ivan Franko National University in Lwiw und an der Nationalen Universität Kyiv MohyLa Akademie in Kyiv jeweils als Professorin für Europarecht tätig. Sie spricht wird im Rahmen der Lehre im Bereich des Europa- und Völkerrechts mit einem Seminar zum Ukrainekonflikt und Vorlesungen auf Deutsch sowie auf Englisch im Rahmen eines summer program zu den rechtlichen Beziehungen der EU zur Ukraine eingebunden werden.

Frau Dr. Myroslava Kovalyuk wird an der Philologisch-Historischen Fakultät im Fach Anglistik/Amerikanistik an der Professur für Neue Englische Literaturen und Kulturwissenschaft von Frau Prof. Dr. Annika McPherson in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft von Frau Prof. Dr. Claudia Claridge und dem Bukowina-Institut beschäftigt. Sie wird dort ihre diskurswissenschaftliche Forschung fortführen und zum Bereich der anglophonen Populärkulturforschung aus linguistischer Perspektive beitragen sowie das Kursangebot im Bereich der Kernkompetenzen erweitern. Sie ist in Czernowitz an der der Nationalen Jurij-Fedkowytsch-Universität als Assistenzprofessorin für Englisch tätig.

Frau Jewhenija Rubana (M.A.) promoviert derzeit zu „Deutscher Fachsprache der Architektur und des Bauwesens: strukturelle, semantische, genetische und funktionale Aspekte" an der Nationalen Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz am Lehrstuhl für Germanistik, Allgemeine und Vergleichende Linguistik. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin wird an der Philologisch-Historischen Fakultät an der Professur für Variationslinguistik und Deutsch als Zweit- und Fremdsprache von Prof. Dr. Alfred Wildfeuer im Bereich der Deutschen Sprachwissenschaft forschen. Frau Rubana wird erst Ende Mai nach Augsburg kommen.

Medienkontakt

Corina Härning
Stellvertretende Pressesprecherin
Stabsstelle Kommunikation & Marketing

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