Die zwei Seiten der introjizierten Motivation

  • Event Details
  • 07.11.2019, 17:30 o'clock - 19:00 o'clock 
  • Location: Raum 2108, Gebäude D, Uni­ver­si­täts­stra­ße 10, 86159 Augsburg
  • Organizer(s): Prof. Dr. Markus Dresel, Prof. Dr. Ingo Kollar, Fach Psychologie
  • Topics: Erziehungswissenschaft, Lehrerbildung und Psychologie
  • Series of events: Psychologisches Forschungskolloquium
  • Vortragsreihe
  • Speaker(s): Sonja Bieg, (Lehrstuhl für Psychologie), Almut Thomas (PH Kärnten), Florian Müller (Univesität Klagenfurt)

Sonja Bieg, Almut Thomas und Florian Müller erklären im Rahmen des "Psychologisches Forschungskolloquiums", was Menschen antreibt zu lernen.


Gemäß der Selbstbestimmungstheorie (SDT) von Ryan und Deci (2000) ist motiviertes Verhalten in Lern- und Leistungssituationen auf einem Autonomie-Kontinuum durch vier Formen extrinsischer Motivation (external, introjiziert, identifziert und integriert) sowie der intrinsischen Motivation repräsentiert. Immer häufiger wird die Anzahl der Motivationsformen innerhalb des Kontinuums diskutiert (Assor, Vansteenkiste & Kaplan, 2009; Sheldon et al., 2017). Dabei wird für die introjizierte Motivation, die auf die Aufrechterhaltung und Förderung des Selbstwerts fokussiert, eine Annäherungs- und Vermeidungskomponente angenommen (Assor et al., 2099). Bei der Operationalisierung introjizierter Motivation adressieren die Items jeweils unterschiedliche Aspekte. Problematisch wird dies, wenn beide Komponenten zusammengeführt werden und eine introjizierte Motivation abbilden. Hierzu stellt sich die Frage, ob die introjizierte Motivation daher nicht besser durch eine Annäherungs- und Vermeidungskomponente abgebildet werden kann? In einer Fragebogenstudie mit 409 Studierenden aus Thüringen und Österreich (84% weiblich, Alter: M = 24.3, SD = 5.96) wird die Faktorenstruktur der selbstbestimmten Motivation analysiert. Die Ergebnisse konfirmatorischer Faktorenanalysen weisen darauf hin, dass ein 4-Faktorenmodell der Motivation die Daten nicht bestätigt und ein Modell mit fünf Faktoren für die Motivation (χ² = 267.48, df = 109, CFI = .951, RMSEA = .060, SRMR = .059) besser zu den Daten passt und zwischen einer Annäherungs- und Vermeidungskomponente introjizierter Motivation unterschieden werden sollte. Korrelationen zu relevanten Außenkriterien unterstützen die Notwendigkeit dieser Differenzierung.

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