Emotionsregulation vor der Klausur: Was hilft, was hilft nicht?

  • Event Details
  • 21.11.2019, 17:00 o'clock - 19:00 o'clock 
  • Location: Raum 2108, Gebäude D, Uni­ver­si­täts­stra­ße 10, 86159 Augsburg
  • Organizer(s): Prof. Dr. Markus Dresel, Prof. Dr. Ingo Kollar, Fach Psychologie
  • Topics: Erziehungswissenschaft, Lehrerbildung und Psychologie
  • Series of events: Psychologisches Forschungskolloquium
  • Vortragsreihe
  • Speaker(s): Anna-Lena Rottweiler, M. Sc. (Prof. f. Empirische Bildungsforschung)

Anna-Lena Rottweiler, M. Sc., hält ihren Vortrag für das "Psychologische Forschungskolloquium".


Die Zeit der Klausurvorbereitung am Ende des Semesters ist eine sehr fordernde Phase, in der Studierende eine Vielzahl von Emotionen erleben. Diese Emotionen zu regulieren kann hilfreich für akademische Leistung (Brooks, 2014) und das allgemeine Wohlbefinden (Gross & John, 2003) sein. In bisheriger Forschung zur Effektivität von Strategien, wurde die Regulation vor allem mit Hilfe korrelativer Studien untersucht. Da bisher aus theoretischen Überlegungen (Gross, 2015) und auch aus empirischen Untersuchungen hervorgeht, dass Emotionsregulation emotions- und situationsspezifisch ist (Schmidt, Tinti, Levine, & Testa, 2010; Rottweiler, Taxer, & Nett, 2018), ist es wichtig die Wechselwirkung von Emotionen und Regulationsstrategien über die Zeit hinweg zu untersuchen. In einer Experience-Sampling Studie mit 217 Studierenden, wurden lern- und leistungsbezogenen Emotionen (u.a. Angst und Hoffnung) und die Nutzung von Emotionsregulationsstrategien während 7 Tagen mehrmals am Tag in zwei verschiedenen Wochen (5 Wochen und 1 Woche vor der Klausur) untersucht. Zur Analyse kausaler Zusammenhänge wurden dynamische Mehrebenenanalysen (Hamaker, Asparouhov, Brose, Schmiedek, & Muthén, 2018) mit Mplus 8 gerechnet. Alle autoregressiven Effekte waren signifikant, was bedeutet, dass z.B. das Angsterleben in einem Moment das Angsterleben im darauffolgenden Moment vorhersagt. Die Effekte der Wechselwirkung (cross-lagged Effekte) zwischen den beiden Konstrukten waren klein, jedoch signifikant. Insgesamt indizieren die Ergebnisse eine emotionsspezifische Nutzung von Regulationsstrategien. Zudem bringt die Nähe zur Klausur unterschiedliche kausale Effekte hervor. Im Vortrag werden die Ergebnisse der Studie umfassend dargestellt und diskutiert. Es werden Implikationen für Forschung und Hochschulpraxis abgeleitet.

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