UPD 21/21 - 12.03.2021

Mikroplastik in Böden

Europäisches Forschungsnetzwerk aus Wissenschaft, Industrie und Umweltverwaltung untersucht die Mikroplastikbelastung von Ackerböden

Augsburg/MH –  Unter Leitung des Augsburger Geographen Prof. Dr. Peter Fiener ist ein europaweites "EU Innovative Training Network" gestartet, dass die Belastung landwirtschaftlich genutzter Böden mit Makro- und Mikroplastik untersucht. Insgesamt 14 Doktorandinnen und Doktoranden an elf europäischen Forschungseinrichtungen arbeiten an dem Thema.

Paul Henri Degrande auf Pixabay

Mit dem Programm der „Innovative Training Networks“ möchte die EU eine neue Generation von innovativen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern fördern, die sich mit den bestehenden und wachsenden Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Ihre aus der Forschung gewonnene Expertise soll Einfluss in innovative Produkte, Dienstleistungen und Ideen für Wirtschaft und Gesellschaft finden.

Das Ziel des SOPLAS-Forschungsnetzwerks (Macro and Microplastic in Agricultural Soil Systems) ist es, bestehende Wissenslücken im Kontext „Plasticulture“ und Bodensysteme zu schließen. Des Weiteren soll der Austausch zwischen Forschung, Industrie und Landwirtschaft verbessert und letztendlich einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Nutzung von Plastik in der Landwirtschaft in Europa zu leisten.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Geographie, Agronomie, Bodenkunde, Biologie, Mikrobiologie, Hydrologie, Chemie, Ökonomie und Lebenswissenschaften arbeiten mit weiteren Partnern aus Industrie und Umweltverwaltung an folgenden Forschungsaspekten:

  • Anpassung und Optimierung bestehender Methoden zur Quantifizierung von Makro- und Mikroplastik im Boden,
  • Verbesserung des Verständnisses von Zersetzungsprozessen von Plastik in Bodenökosystemen,
  • Untersuchung der Auswirkungen von Mikroplastik auf Bodenorganismen,
  • Analyse der Austragspfade von Mikroplastik aus landwirtschaftlichen Flächen,
  • und Untersuchung der Bereitschaft von Landwirten und Konsumenten die Verwendung von Plastikmaterialien im Kontext landwirtschaftlicher Produktion zu verringern.

 „Erste Abschätzungen legen nahe, dass global in Böden mehr Mikroplastik zu finden ist als in den Ozeanen. Wie groß die konkrete Belastung ist und welche ökologischen bzw. ökotoxikologischen Auswirkungen dies hat, ist aber weitestgehend unbekannt. Das europäische Doktorandennetzwerk SOPLAS bietet Nachwuchswissenschaftlern eine fantastische Möglichkeit, in einem noch jungen und zugleich hoch relevanten Feld der Umweltforschung Neues zu entdecken“, sagt Prof. Dr. Peter Fiener. 

Kern des Netzwerks sind die Doktorandenprojekte, welche thematisch verzahnt sind, um sich den Fragestellungen des Themenkomplexes aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern. Ein Austauschprogramm ermöglicht für jeden Doktoranden und jede Doktorandin einen vier bis sechs monatigen Forschungsaufenthalt an einer der Partnerinstitutionen für einen wechselseitigen Wissenstransfer. Zudem erlernen die Promovierenden in sechs einwöchigen Trainingsmodulen wissenschaftliche und methodische Kompetenzen. Die Trainingsprogramme werden von den Institutionen des Netzwerkes gelehrt und ausgerichtet, was wiederum den Wissenstransfer innerhalb des Netzwerks sicherstellt.

Das EU Innovative Training Network SOPLAS wird von Januar 2021 bis Dezember 2024 von der EU mit ca.3,7 Mio. Euro gefördert.

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