Press release 87/22 - 20.10.2022

Aufbauphase nach Plan

Neue Professuren, Studiengänge und Forschungsprojekte am Zentrum für experimentelle Methoden der Datenerhebung und Analysen eingerichtet

Das Ende 2020 gegründete Centre for Advanced Analytics and Predictive Sciences (CAAPS) vereint Daten erhebende und verarbeitende Fachbereiche der Universität Augsburg in einer multidisziplinären Einrichtung. Darin wirken die grundlagenorientierten Wissenschaften der Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften inhaltlich eng mit der Medizin sowie den Material- und Werkstoffwissenschaften zusammen. Das Zentrum stärkt wesentlich den Ausbau der Lebenswissenschaften, die in Augsburg als Schwerpunktgebiet gesetzt sind. In der zurückliegenden Aufbauphase wurden die neuen Professuren erfolgreich besetzt, die Lehre durch neue Studiengänge etabliert und erste Forschungsprojekte eingeworben - wichtige Meilensteine für die Zukunft des Zentrums.

Datenerhebung und -analysen sind die Kompetenzfelder des Centre for Advanced Analytics and Predicitive Sciences (CAAPS) © Universität Augsburg

 

„Wir haben unsere Hausaufgaben in den zurückliegenden knapp zwei Jahren gemacht“, stellt Prof. Dr. Daniel Peterseim fest. Er ist Lehrstuhlinhaber für Numerische Mathematik und einer der Initiatoren und Direktor am CAAPS. „Damit positionieren wir den Wissenschaftsstandort Augsburg im Bereich der Datenerhebung und -analyse, der gegenwärtig weltweit eine ausgesprochen starke Dynamik erfährt.“

 

1. Meilenstein: Stellenbesetzung

 

© Universität Augsburg

"Der Großteil der 12 Professuren, die uns über die Universität Augsburg und die Hightech-Agenda Bayern zugesprochen wurden, ist inzwischen mit hochkarätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besetzt. Das stimmt uns euphorisch“, berichtet Peterseim. “Ich bin davon überzeugt, dass es mit diesen neuen Professuren gelingen wird, die vorhandenen Kooperationen zwischen den Naturwissenschaften, der Informatik, Mathematik und Medizin zu Forschungsautobahnen für den Transfer von Methoden und Domänenexpertise auszubauen.”

2. Meilenstein: Aufbau der Lehre

Gleichzeitig sind bereits neue Studiengänge im informatiknahen Bereich erfolgreich auf den Weg gebracht worden. Der 3-jährige Bachelor-Studiengang „Data Science“ ist zum Wintersemester 2022/2023 mit knapp 60 Studierenden gestartet. „Im Hinblick auf die kurze Vorlaufzeit, sind wir mit der Resonanz sehr zufrieden. Insbesondere mit der Verwurzelung in den Grundlagen der Informatik und Mathematik als Alleinstellungsmerkmal sind wir mit dem Studiengang in der universitären Landschaft ganz vorne dabei. Bisher dominierten  spezialisierte Masterstudiengänge diesen Markt.“ Schon im kommenden Sommersemester wird ein zweiter Studiengang im Strang „Data Sciences" hinzukommen. „Thematik und Bedarf stellen auf dem aktuellen und zukünftigen Arbeitsmarkt ein absoluter Boom-Bereich dar“, so Daniel Peterseim weiter. „Deshalb ist es wichtig, dass wir in der Lehre ein grundlagenorientiertes Angebot Kernkompetenzen des digitalen Zeitalters machen.“

Die Absolventinnen und Absolventen werden breit einsetzbar sein im Wirtschaftssektor, in Finanz- und Versicherungsinstitutionen und natürlich in der High-Tech-Forschung. In Bayern sind das beispielsweise die Autobauer oder Medizintechnikunternehmen.

Inhaltlich geht es darum, Daten zu verarbeiten, daraus Informationen zu extrahieren und beispielsweise selbstlernende künstliche Intelligenz-Systeme zu trainieren, um Vorhersagen machen zu können. Den Studierenden werden Methoden der Mathematik und Informatik vermittelt, mit denen sie extrem große Datenmengen wie beispielsweise Wetterdaten auch technisch verarbeiten können, die ein Mensch nicht mehr fassen kann.

 

Speaker und Organisatoren des ersten Symposium am CAAPS: Prof. Dr. Janina Bahnemann, Prof. Dr. Malte Peter, Prof. Dr. Dietmar Koch, Prof. Dr. Daniel Peterseim, Prof. Dr. Gerard Vignoles, Prof. Dr. Ester Segal (v.l.n.r.). © Universität Augsburg

3. Meilenstein: erste Forschungsprojekte eingeworben

Am Zentrum laufen bereits erste drittmittelgeförderte Projekte: Zum Beispiel wird in der Schnittmenge Mathematik - Medizin die Verbesserung von medizinischen Bildgebungsverfahren erforscht, in der Schnittmenge Mathematik - Materialwissenschaften werden neuen High-Tech-Materialien untersucht und im High-Performance-Computing wird die effiziente Nutzung von Supercomputern verbessert. Ziel und weiterer Meilenstein wird nun sein, solche Projekte zu verknüpfen und Initiativen für große Verbundforschung ins Leben zu rufen. Daniel Peterseim ist zuversichtlich: „In Augsburg gibt es langjährige Spitzenforschung in vielen naturwissenschaftlichen und technologischen Bereichen. Mit den neuen Professuren als Brücken, können wir es schaffen, in der Breite zu einem führenden Standort in Deutschland zu werden, mit dem Zentrum als einer tragenden Säule. Das ist ein Prozess, dessen Früchte in der Forschung in den nächsten Jahren geerntet werden können. In der Lehre sind sie jetzt schon greifbar.“

Netzwerkarbeit: International besetztes Symposium

Das erste Symposium, das am 19. Oktober 2022 stattfand, präsentierte zunächst uniintern zwei der vier Themenschwerpunkte des Zentrums. Für die Lebenswissenschaften referierte Prof. Ester Segal, eine Wissenschaftlerin vom TECHNION aus Israel, wie Datenerhebung und -verarbeitung mit Modellbildung im Bereich der lebenden Materie verknüpft sein können. Prof. Gerard Vignoles von der Universität Bordeaux stellte ein Thema zu faserverstärkten Verbundwerkstoffen vor. Das Symposium zeigte die zwischen beiden Disziplinen bestehenden konzeptionellen Verbindungen, die die im CAAPS angestrebten Synergien hervorragend repräsentieren.

Wissenschaftlicher Ansprechpartner

Lehrstuhlinhaber
Numerische Mathematik

Medienkontakt

Dr. Manuela Rutsatz
Pressesprecherin, Leitung
Stabsstelle Kommunikation & Marketing

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