UPD 86/19 - 11.06.2019

Die Furtmeyr-Bibel: erst anhören, dann durchblättern

In der Serie "Mythos Bayern" widmet der BR der Prachthandschrift in der UB-Augsburg einen 30-minütigen Podcast. Beim Anhören neugierig geworden, kann man das Original dann auch (virtuell) durchblättern.

Augsburg/GH/KPP – „Hundert Schätze aus tausend Jahren“ wird das Haus der Bayerischen Geschichte von September 2019 bis März 2020 in seinem neuen Museum in Regensburg zeigen. Weitere Personen und Objekte aus 1000 Jahren bayerischer Geschichte, die leider nicht in das Museum passen, beleuchtet der BR-Journalist und -historiker Gerald Huber in der Bayern 2-Sendereihe „Zeit für Bayern“ (auf Bayern 2). An den Beginn seiner Serie "Mythos Bayern" hat Huber einen Bericht über die Furtmeyr-Bibel in der Universitätsbibliothek Augsburg gestellt.

 

Die zweibändige Bibel, um 1470 als Hochzeitsgeschenk für ein adeliges Oberpfälzer Paar entstanden, gilt als herausragendes Werk mittelalterlicher Buchmalerei aus der Zeit des Übergangs vom handgeschriebenen zum gedruckten Buch und zählt zu den schönsten (und wertvollsten) Handschriften der Universitätsbibliothek Augsburg.

Im Alter von 510 Jahren 1980 in die UB Augsburg gekommen

Der Regensburger Buchmaler Berthold Furtmeyr hat diese Luxusausgabe als Hochzeitsgeschenk für Hans III. von Stauff zu Ehrenfels und seine Frau Kunigunde Schenk von Geyern angefertigt. Im sogenannten Löwlerkrieg von 1491 konnte Herzog Albrecht IV. die wertvollen Bände an sich bringen – und sofort ließ er die Wappen des Hochzeitspaars mit seinem eigenen Wappen übermalen. Als nach seinem Tod seine Witwe Kunigunde 1508 in das Münchner Pütrichkloster eintrat, nahm sie als einzigen privaten Besitz die beiden Bände mit in das Kloster. Auf unbekanntem Weg gelangten sie schließlich nach 1800 in die Sammlung der Fürsten von Oettingen-Wallerstein. 1980 erwarb der Freistaat diese Sammlung — und mit ihr auch die Furtmeyr-Bibel — und wies sie der Universitätsbibliothek Augsburg zu.

Erst hören, dann durchblättern

Gerald Hubers ca. 30-minütiger Podcast "Mythos Bayern. Die Furtmeyr-Bibel in Augsburg – 1000 Jahre bayerische Geschichte" kann man sich auf

http://www.br.de/mediathek/podcast/mythos-bayern/die-furtmeyr-bibel-in-augsburg-1000-jahre-bayerische-geschichte-folge-1/1614596

anhören. Und wenn man beim Anhören neugierig auf das Original geworden ist, kann man beide Bände der prächtigen Handschrift jederzeit durchblättern – zwar nicht, wie neulich der Podcast-Macher Gerald Huber, im Tresor der Schatzkammer Augsburger Universitätsbibliothek, wo das wertvolle Stück sicher aufbewahrt wird, aber virtuell auf

http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:384-uba002001-4

bzw. auf

http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:384-uba002002-0.

Sibyllensprüche, Maria auf der Mondsichel (aus dem ersten Band der Furtmeyr-Bibel, fol. 2v) Universitätsbibliothek Augsburg

Ansprechpartner

Dr. Günter Hägele
Leiter der Abteilung Handschriften, Alte Drucke, Sondersammlungen
Universitätsbibliothek Augsburg
Telefon: 0821/598-5350
guenter.haegele@bibliothek.uni-augsburg.de

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