UPD 87/20 - 27.11.2020

Datenschutz in der EU und Indien

Universität Augsburg begrüßt erste Bundeskanzler-Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung

Augsburg/MH -     Mit dem Bundeskanzler-Stipendium ermöglicht es die Alexander von Humboldt-Stiftung Nachwuchswissenschaftlern und künftigen internationalen Führungskräften, für ein Jahr nach Deutschland zu kommen, um dort nach neuen Antworten auf die globalen Fragen unserer Zeit zu suchen. Mit der indischen Juristin Aditi Haruray ist erstmals eine Bundeskanzler-Stipendiatin an der Universität Augsburg. Unter Betreuung des Rechtswissenschaftlers und universitären Datenschutzbeauftragten Prof. Dr. Ulrich M. Gassner wird sie die Regulierung personenbezogener Daten in der Europäischen Union und Indiens erforschen.

Haruray, die in Delhi als Anwältin arbeitet und Studiengänge in Verfassungsrecht und Soziologie an der Vivekananda Law School der Guru Gobind Singh Indraprastha University, Delhi mit Auszeichnung absolviert hat, freut sich auf ihren Aufenthalt an der Universität Augsburg. Auch ihr Gastgeber Professor Gassner zeigt sich höchst erfreut darüber, dass die von ihm unterstützte Bewerbung Erfolg hatte und sich Frau Haruray aufgrund ihrer herausragenden fachlichen und persönlichen Qualifikation gegen 69 indische Mitbewerberinnen und -bewerber um 10 Stipendien durchsetzen konnte.

Aditi Haruray arbeitet in Indien als Anwältin und ist nun dank eines Bundeskanzler-Stipendiums an der Universität Augsburg und erforscht dort am Lehrstuhl des Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Ulrich M. Gassner vergleichend die Rechtsgrundlagen von Datens © privat

 „Ich lernte die exemplarische Arbeit von Professor Gassner auf dem Gebiet des Datenschutzes bereits kennen, als ich damit begann mich mit den Datenverarbeitungsmechanismen in Indien auseinanderzusetzen“, so Haruray. „Seine Herangehensweise hat meine eigene Forschung stark geprägt. Als ich die Zusage über das Stipendium erhalten habe, stand für mich deshalb sofort fest, dass er als Gastgeber meine erste Priorität ist. Dementsprechend fühlte ich mich auch sehr geehrt, als er sich dazu bereit erklärte, mein Forschungsprojekt zu begleiten.“

Harurays Forschungsprojekt zielt darauf ab, ein besseres Verständnis über die bestehenden Gesetze und Vorschriften zu entwickeln, die in Indien und der EU für Datensicherheit und Datenschutz sorgen, und untersucht, welche Auswirkungen diese auf länderübergreifende Datentransaktionen haben. Darüber hinaus befasst sich Haruray in ihrem selbst konzipierten Forschungsprojekt mit der Frage, wie sinnvolle gesetzliche Rahmenbedingungen zur Minimierung von Datenschutzverletzungen und Maximierung von Datensicherheit beitragen können und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des komparativen Datenschutzrechts.

Ihren in Pandemiezeiten nicht einfachen Wechsel nach Deutschland erleichterte ihr nicht nur die Humboldt-Stiftung, sondern auch der Welcome Service des Akademischen Auslandsamts, welcher internationale Forschende, die an die Universität Augsburg kommen, betreut und gezielt bei der Planung ihres Aufenthalts in Deutschland unterstützt. So auch die Bundeskanzler-Stipendiatin, die mit Hilfe des Welcome Service beispielsweise eine Wohnung gefunden hat. Bereits vor ihrer Ankunft Anfang Oktober wurde Haruray mit zahlreichen Informationen auf ihren Aufenthalt vorbereitet. „Durch die Unterstützung des Welcome Service hat mein Umzug von Indien nach Deutschland – trotz erschwerter Bedingungen aufgrund der Pandemie – reibungslos funktioniert und ich bin sehr beeindruckt von der Herzlichkeit, mit der ich hier empfangen wurde,“ sagt sie. Durch die Networking-Angebote der Einrichtung konnte die indische Anwältin bereits Kontakte zu anderen internationalen Forschenden knüpfen.

Die junge Rechtswissenschaftlerin ist sich sicher, dass sie von ihrem Aufenthalt an der Universität Augsburg sowohl in akademischer als auch in persönlicher Hinsicht sehr profitieren wird. Sie beabsichtigt, ihre neu erworbenen Forschungserkenntnisse nach ihrer Rückkehr nach Indien dort anzuwenden und noch weiter zu vertiefen. Darüber hinaus möchte sie die länderübergreifende Zusammenarbeit gerne weiterhin fortsetzen, was für Professor Gassner ebenfalls ein besonderes Anliegen ist.

Über das Bundeskanzler-Stipendium

Aditi Haruray ist eine von 45 Geförderten, die in diesem Jahr für das Bundeskanzler-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgewählt wurden. Sie vergibt jährlich bis zu 50 Bundeskanzler-Stipendien an junge Nachwuchsführungskräfte aus Brasilien, China, Indien, Russland und den USA – unabhängig davon in welcher Branche sie arbeiten. Den Geförderten wird ermöglicht, für ein Jahr nach Deutschland zu kommen, um sich dort mit anderen von der Humboldt-Stiftung geförderten internationalen Nachwuchsführungskräften zu vernetzen und nach neuen Antworten auf die globalen Fragen unserer Zeit zu suchen. Bei Mentorinnen und Mentoren ihrer Wahl realisieren sie eigenständig konzipierte, gesellschaftlich relevante Projekte. Das Stipendienprogramm steht unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland und wird vom Auswärtigen Amt finanziert.

 

Ansprechpartner

Prof. Dr. Ulrich Gassner
Lehrstuhlinhaber
Prof. Dr. Ulrich M. Gassner - Professur für Öffentliches Recht
  • Telefon: +49 (0)821 598-4600
  • E-Mail:
  • Raum 2040 (Gebäude H)

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