UPD 96/20 - 15.12.2020

Universität Augsburg gründet Zentrum für Klimaresilienz

Neues Forschungszentrum soll Mensch und Natur gegen die Folgen des Klimawandels wappnen

Die Universität Augsburg hat ein Zentrum für Klimaresilienz gegründet. Hier werden bereits bestehende Schwerpunkte zur Erforschung des Klimawandels durch neun weitere Professuren ergänzt. Ziel der Forschung wird sein, ganzheitliche und umsetzbare Strategien zur Anpassung an die unabwendbaren Folgen des Klimas zu entwickeln und zwar auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

Nicht nur die vergangenen großen Hochwasserereignisse, sondern auch die extrem trockenen Sommer seit 2018 haben vielen Menschen vor Augen geführt, dass der Klimawandel mit seinen Folgen auch in Deutschland immer deutlicher spürbar wird und das Leben der Menschen stark beeinflussen kann.

 

Trockenheit, Hochwasser, Megacity: Der Klimawandel wirkt sich auf viele Bereiche aus. Das Augsburger Zentrum für Klimaresilienz wird ganzheitliche und umsetzbare Strategien zur Anpassung an die unabwendbaren Folgen des Klimas entwickeln. © Universität Augsburg

Neben der drastischen Minderung von Treibhausgasemissionen besteht die Herausforderung darin, die Verwundbarkeiten von Lebewesen und Umwelt zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den unterschiedlichsten Folgen des Klimawandels zu stärken.

Universität Augsburg: idealer Standort

Die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel erfordert ein neues Zusammenspiel von Naturwissenschaften, Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften und der Medizin. „Wenn es um die Lösung der Klimakrise geht, müssen alle wissenschaftlichen Disziplinen an einem Strang ziehen. Wir leisten seit Jahren international exzellente Forschung zum Thema Klimawandel. Deshalb bündeln wir unsere Kräfte jetzt in einem universitären Zentrum für Klimaresilienz“, erklärte die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel.

Bisher einmalig in der deutschen Universitätslandschaft und der Klimaforschung weltweit, wird das Zentrum für Klimaresilienz an der Universität fakultätsübergreifend und interdisziplinär aufgebaut. Beteiligt sind die Fakultäten für Angewandte Informatik, Medizin und Wirtschaftswissenschaften, sowie die Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät und die Juristische Fakultät. Mit dem Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) der Universität Augsburg ist eine enge Kooperation vorgesehen. „Die bereits vorhandene interdisziplinäre und internationale Expertise im Bereich Klimaresilienz an der Universität Augsburg wird komplementiert durch insgesamt neun neu zu schaffende Professuren, zwei davon im Rahmen des bestehenden Forschungsschwerpunktes der Environmental Health Sciences“, unterstreicht Prof. Dr. Malte Peter, Vizepräsident für die Bereiche Innovation, Transfer und Allianzen. Die anderen sieben Professuren werden ermöglicht durch das Programm „Stärkung der Forschung“ der Hightech Agenda Bayern.

Klimaresilienz: an den Wandel anpassen

Das Forschungskonzept des neuen Zentrums bildet die notwendige umfassende und fächerübergreifende Klimaresilienz-Forschung ab und stellt die Interaktionen von Mensch, Klima und Umwelt in den Mittelpunkt. Die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels werden bereits seit vielen Jahren erforscht und werden immer besser verstanden. „Was wir jetzt zusätzlich brauchen, ist intensivierte inter- und transdisziplinäre Forschung zur Interaktion von Mensch und Klima. Wir müssen abschätzen, welche Anpassungsmaßnahmen welche Wirkung haben und wie widerstandsfähig diese unter den unterschiedlichsten Auswirkungen der globalen Erwärmung sind. Wir müssen konkrete Lösungen für Anpassungsmaßnahmen entwickeln“, erklärt Prof. Dr. Harald Kunstmann vom Institut für Geographie. Kunstmann betreut den Forschungsschwerpunkt regionales Klima und Wasserhaushalt und ist federführend mitverantwortlich für den Aufbau des neuen Zentrums für Klimaresilienz. „Ein zentraler Baustein des Klimaschutzes ist, neben den Anstrengungen zur Emissionsreduktion, die Anpassung an den erwarteten und sich weiter verstärkenden Klimawandel“, so Kunstmann weiter. „Wir müssen widerstandsfähiger werden gegenüber den Auswirkungen der globalen Erwärmung. Das meinen wir, wenn wir von Klimaresilienz sprechen.“

Sehr gutes Forschungsumfeld

Die Rahmenbedingungen für das neue Zentrum für Klimaresilienz in Augsburg sind günstig. So bestehen bereits inneruniversitäre Netzwerke mit hoher Expertise zum Thema Klimawandel, durch das Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU), die Medizinischen Fakultät sowie das Institut für Geographie mit seinen physischen und humangeographischen Disziplinen. Die Universität Augsburg unterhält ferner rege Kooperationen mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt sowie einschlägigen Forschungseinrichtungen wie dem Helmholtz-Zentrum München, der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus, dem Campus Alpin des Karlsruher Instituts für Technologie - Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU) in Garmisch-Partenkirchen sowie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Standort Oberpfaffenhofen.

Ihre Ansprechpartner

Vizepräsident für die Bereiche Innovation, Transfer und Allianzen
Universität Augsburg
Lehrstuhlinhaber
Regionales Klima und Hydrologie

Suche