UPD 3/21 - 05.01.2021

Arztrolle trainieren mit Schauspielern

Schauspielpatientenprogramm sucht Darsteller und Darstellerinnen

Augsburg/PW/CH – Um die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten trainieren zu können, arbeiten die Medizinstudierenden an der Universität Augsburg künftig mit so genannten Schauspielpatienten und -patientinnen. Das Programm startet im Januar. Darstellerinnen und Darstellern aus Amateur- und Profischauspiel werden noch gesucht.

„Die Entwicklung kommunikativer Kompetenzen im Umgang mit Patientinnen und Patienten ist ein zentrales Ziel der humanmedizinischen Ausbildung in Augsburg“, erläutert Prof. Dr. Martina Kadmon, Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät das Ziel des Schauspielpatientenprogramms. „Unsere Studierenden durchlaufen über das gesamte Studium hinweg Lerneinheiten, in denen unterschiedliche ärztliche und interprofessionelle Gesprächssituationen praktisch trainiert werden und die Studierenden ihr wachsendes medizinisches Wissen auch direkt anwenden sollen.“

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Schauspielpatientenprogramm. Hier können die Studierenden in einem geschützten Rahmen Gesprächssituationen üben. Schauspieler und Schauspielerinnen schlüpfen in die Rolle der Patienten und stellen verschiedene Krankheitsbilder und komplizierte Gesprächssituationen dar. Fehlermachen ist dabei erlaubt und sogar erwünscht, denn die Studierenden erhalten ein differenziertes Feedback über die Wirkung ihres kommunikativen Verhaltens direkt von ihren „Patienten“.

Training im geschützten Rahmen

„Schauspielpatientinnen und -patienten haben für die Übungssituation große Vorteile. Sie sind gezielt an bestimmten Terminen einsetzbar und bringen exakt das Krankheitsbild bzw.  Konfliktpotenzial mit, das in der jeweiligen Lehr- oder Prüfungssituation erforderlich ist. Die Schauspielpatienten können zudem in verschiedene Rollen schlüpfen“, sagt Prof. Dr. Miriam Kunz, Inhaberin des Lehrstuhls für Medizinische Psychologie und Soziologie. „Durch das Rollenspiel können sich die Darstellenden zur jeweiligen Situation distanzieren. Niemand muss also seine persönliche Krankheitsgeschichte immer und immer wieder erleben und zur Schau stellen. Mit dem professionellen Feedback, das die Schauspielpatientinnen und -patienten den Medizinstudierenden nach dem Gespräch geben, erhalten die Studierenden wertvolle und konstruktive Rückmeldungen zu ihrem Gesprächsverhalten und Auftreten.“

Schauspielpatientinnen und -patienten sind darum bei Medizinstudierenden sehr beliebt. Fehler haben in diesen Gesprächen keine negativen Folgen für die weitere Arzt-Patienten-Beziehung.

Darstellerinnen und Darsteller gesucht

Zum weiteren Ausbau des Programms sucht die Medizinische Fakultät nun Schauspieler und Schauspielerinnen, die in die Rolle von Erkrankten schlüpfen und den Studierenden so beim Lernen helfen.

Alle Darstellerinnen und Darsteller werden intensiv auf ihre Rollen vorbereitet. Seit Mitte Oktober bauen Mitarbeitende des Lehrstuhls für Medizindidaktik und Ausbildungsforschung mit Kollegen und Kolleginnen aus Medizin, Psychologie und Theaterpädagogik das Trainingsprogramm auf und erstellen Rollenskripte. Die Vorbereitungen sind beinahe abgeschlossen. Nun fehlen diejenigen, die das Programm ausmachen: die Schauspielpatienten.

Schauspielpatient, Schauspielpatientin können alle werden, die dem Metier nicht fremd sind. Ob Laie oder Profi – für die Simulationsrollen sind alle Menschen ab 18 Jahren gern gesehen, die ein gewisses Talent und Freude am Improvisieren entlang einer Rolle mitbringen. Zeitliche Flexibilität und gute Erreichbarkeit sind für das Programm wichtig, genauso wie Empathie und das Geben von konstruktivem Feedback.

Zur Bewerbung

Wer sich in dieser Rolle sieht, kann sich unter www.uni-augsburg.de/med/schauspielpatienten bewerben. Auf der Homepage gibt es außerdem alle weiteren Informationen zum Schauspielpatientenprogramm.

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Die Augsburger Universitätsmedizin

…umfasst die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg sowie – als Kooperationspartner – das Bezirkskrankenhaus Augsburg – Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg. Die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät liegen in den Bereichen Medizinische Informatik sowie Umwelt und Gesundheit. Rund 100 Professorinnen und Professoren werden im Endausbau in der bio- und humanmedizinischen Forschung und Lehre tätig sein. Seit dem Wintersemester 2019/20 bietet die Medizinische Fakultät einen humanmedizinischen Modellstudiengang an, der vorklinische und klinische Inhalte integriert und besonderen Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung der im Endausbau 1.500 Studierenden legt.

Das Universitätsklinikum Augsburg (UKA), seit 2019 in der Trägerschaft des Freistaates Bayern, bietet unter anderem durch seine Einbindung in universitäre medizinische Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg der Bevölkerung der Stadt und der Region eine optimale medizinische Versorgung. Die tagesklinischen Betten mitgezählt, stehen am UKA 1.740 Betten zur Verfügung. 24 Kliniken, drei Institute und 19 Zentren garantieren in allen medizinischen Fachdisziplinen Diagnose und Therapie auf höchstem Niveau. Jährlich werden über 250.000 ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten versorgt. Mit zirka 80.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr ist die Notaufnahme des UKA die zweitgrößte der Bundesrepublik. Jährlich erblicken am UKA mehr als 2.450 Kinder das Licht der Welt. Mit 560 Ausbildungsplätzen ist die an das UKA angeschlossene Akademie für Gesundheitsberufe einer der größten Ausbildungsträger der Region.

Medienkontakt

Pia Winterholler
Referentin Kommunikation Medizin
Dekanat
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