UPD 4/21 - 13.01.2021

UNIKA-T: Mission erfolgreich erfüllt

Die Keimzelle der Augsburger Gesundheitsforschung wird mit drei Professuren in die Universität Augsburg transformiert

Augsburg/MR – Das Universitäre Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg (UNIKA-T) wurde 2011 mit dem Ziel gegründet, ein Kompetenzzentrum für Gesundheitswissenschaften zu entwickeln. Sein Auftrag: dem Klinikum Augsburg die Entwicklungsmöglichkeit zu einem Universitätsklinikum zu eröffnen. Dieser Auftrag ist erfüllt. Das Zentrum wurde zum 1. Januar 2021 in die Universität Augsburg überführt, die drei Professuren gingen vollständig an die Universität Augsburg über.

Hier ist ein Blick ins Labor des UNIKA-T © Universität Augsburg

Mit der Gründung der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg (2016) bzw. der Überführung des Klinikums Augsburg in ein Universitätsklinikum (2019) ist der Auftrag des UNIKA-T erfüllt. Die Forschungsprojekte und -kooperationen der drei Lehrstühle für Umweltmedizin, Epidemiologie und Health Care Operations Management/ Health Information Management werden nun an der Universität Augsburg fortgeführt. „Diese Lehrstühle sind eng vernetzt mit vielen Akteuren im Bereich Gesundheitsforschung und -politik, sie verfügen über eine festgefügte Infrastruktur und haben zahlreiche erfolgreiche Forschungsprojekte auf den Weg gebracht Ich danke allen Mitarbeitenden des UNIKA-T sehr für die geleistete Arbeit. Die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum sind in der Zwischenzeit so gut etabliert, dass sich diese Lehrstühle im größeren Kontext hervorragend weiterentwickeln können“, erklärt Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg.

Die Lehrstühle für Umweltmedizin und Epidemiologie gehören seit dem 1. Januar 2021 zur Medizinischen Fakultät, der Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management verbleibt an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg. Die am Lehrstuhl für Umweltmedizin angesiedelte W2-Professur „Translationale Immunologie“, besetzt mit Prof. Dr. Ellen Renner, wird an der TUM im Tenure Track Verfahren bis Oktober 2023 weitergeführt. Dann ist gleichfalls der Transfer der Professur an die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg geplant.

Entstehung und Entwicklung

Unter Federführung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst wurden mit der Gründung des UNIKA-T gesundheitswissenschaftliche Kompetenzen der Universität Augsburg, der Technischen Universität München (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) am Campus des Universitätsklinikums Augsburg gebündelt. Prof. Dr. Jens O. Brunner (Augsburg) hält seit 2013 den Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management, Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann ist gleichfalls seit 2013 Inhaberin des Lehrstuhls für Umweltmedizin (bis Dezember 2020 TUM). Prof. Dr. Jakob Linseisen (bis Dezember 2020 LMU) Lehrstuhlinhaber für Epidemiologie, ergänzte das UNIKA-T seit 2016. Dabei wurde von Beginn an eng mit bestehenden Einrichtungen und Forschungsstrukturen des Helmholtz Zentrums München (KORA, NAKO) sowie des Universitätsklinikums kooperiert. Im Oktober 2016 wurde ein Laborneubau als wesentliches Element der umweltmedizinischen und epidemiologischen Forschung am UNIKA-T in Betrieb genommen.

Lehrstühle und Forschungsthemen im Überblick

Der Lehrstuhl für Health Care Operations Management/Health Information Management beschäftigt sich mit der entscheidungsunterstützenden Planung und Analyse von (Dienstleistungs‐, Produktions‐ und Informations‐) Prozessen in der Gesundheitsversorgung mittels quantitativer Methoden. Die Forschung des Lehrstuhls trägt im Rahmen diverser Praxisprojekte unmittelbar zu einer Optimierung von Prozessen am Universitätsklinikum Augsburg bei, u. a. in den Bereichen der Personal- und Kapazitätsplanung. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Lehrstuhl für Umweltmedizin wurde ein Pollenmonitoring-Netzwerk für Augsburg etabliert. Der Lehrstuhl für Umweltmedizin erforscht Umwelt‐Mensch‐Interaktionen mit dem Schwerpunkt auf allergische Erkrankungen, auch im Licht des Klimawandels. Erfolgreich konnte ein Hochleistungslabor für immunologische und molekularbiologische Grundlagenforschung etabliert werden, in dem heute transdisziplinär die molekularen Grundlagen der Wirkung von Umweltfaktoren auf den menschlichen Organismus analysiert werden. Der translationale Forschungsansatz wird komplettiert durch ein Studienzentrum, das mit einem breiten Portfolio an Studien, interdisziplinär, technologisch innovativ die Möglichkeiten der „Intervention an Grenzflächen“ (also im Bereich der Haut und der Atemwege) auslotet. In enger Kooperation mit der Hochschulambulanz für Umweltmedizin können so Antworten aus der Forschung direkt zum Patienten gebracht werden bzw. Fragen aus der Klinik im Labor erforscht werden. Der Lehrstuhl für Epidemiologie hat erfolgreich eine patientenorientierte epidemiologische Forschung in enger Kooperation mit verschiedenen Kliniken am Universitätsklinikum Augsburg etabliert. Daraus resultierende Erkenntnisgewinne in den Bereichen Prävention, Früherkennung und Patientenversorgung sollen zügig in die Praxis umgesetzt werden (Translationsansatz). Zusammen mit den bestehenden bevölkerungsbasierten Studien (KORA, NAKO) in der Region Augsburg entstand somit eine einzigartige epidemiologisch‐medizinische „Forschungsregion Augsburg“, in der umfassende Informationen und Bioproben vom Gesunden bis zum Patienten generiert und für die Forschung genutzt werden können.

Ansprechpartnerin

Dr. Manuela Rutsatz
Pressesprecherin, Leitung
Stabsstelle Kommunikation & Marketing

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