UPD 35/21 - 19.04.2021

AMYGDALA verbindet Musiktherapie mit Medizin

Die VolkswagenStiftung fördert einzigartiges Zukunftskonzept zur strukturellen Verankerung von Musiktherapie in der Universitätsmedizin.

Augsburg/MR – Das Zukunftskonzept zur strukturellen Verankerung von Musiktherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg und am Universitätsklinikum Augsburg startet im April 2021 und wird über vier Jahre von der VolkswagenStiftung gefördert.

 

Geleitet wird das Forschungsprojekt AMYGDALA durch Prof. Dr. Susanne Metzner, Professorin für Musiktherapie am Leopold-Mozart-Zentrum (LMZ) der Universität Augsburg. Das Gesamtvolumen, an dem sich auch die Universität Augsburg beteiligt, beläuft sich auf über eine Million Euro für einen Zeitraum von vier Jahren.

„Die institutionell verankerte, interdisziplinäre Vernetzung von Musiktherapie und Medizin ist eine einzigartige Chance für den im Jahr 2004 gegründeten Masterstudiengang Musiktherapie, der seit 2008 am Leopold-Mozart-Zentrum der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät angesiedelt ist“, beschreibt Prof. Dr. Susanne Metzner. „Das innovative Potenzial unseres Faches Musiktherapie resultiert aus seiner Schnittflächenposition zwischen unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen, also zwischen der Medizin, den Sozial- und Geisteswissenschaften und der Kunst“, erläutert sie weiter. „In der medizinischen Versorgung werden wir evidenzbasierte Musiktherapie als nicht-medikamentöses Angebot in multimodale Behandlungskonzeptionen integrieren und damit Anschluss an internationale Entwicklungen erhalten.“

Vernetzungsprojekt zwischen Musiktherapie, Sozial- und Geisteswissenschaften und Medizin

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel gratuliert zu diesem Erfolg: „Die VolkswagenStiftung zeichnet mit dieser Förderung ein großartiges Vernetzungsprojekt zwischen Musiktherapie, Sozial- und Geisteswissenschaften und unserer Medizinfakultät aus. Musiktherapie strukturell in die Medizinausbildung zu integrieren, unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit des Zusammenwirkens über die Fächergrenzen hinaus.“

Auch Prof. Dr. Martina Kadmon, Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg, freut sich über die Bewilligung des zukunftsweisenden Projekts durch die VolkswagenStiftung: „Musiktherapie ist eine noch junge und komplementäre Disziplin im Kanon der heilkundlichen Fächer, die wir gerne in Forschung und Lehre integrieren möchten. Wir, die Medizinische Fakultät, unterstützen das Projekt seit seinem Start und gratulieren herzlich zur Bewilligung.“

Musiktherapie im Krankenhaus

Das Zukunftskonzept AMYGDALA zielt auf die Ausweitung der Lehre: Masterstudierende der Musiktherapie können sich in medizinischen Anwendungsfeldern spezialisieren, und Medizinstudierende können Kurse in Musiktherapie wählen. Das Universitätsklinikum wird so auch zum Lehrkrankenhaus für Musiktherapie. Dazu soll Musiktherapie in unterschiedlichen klinischen Bereichen integriert und die Wirkung von Musiktherapie auf Schmerz, Angst und Depression als Haupt- oder Nebendiagnosen beforscht werden. Auch entwickelt das Team um Susanne Metzner digital unterstützte Diagnosemethoden neu und will Kriterien für die Indikation spezifischer musiktherapeutischer Interventionen definieren.

Um dies in den kommenden vier Jahren fundiert und nachhaltig aufbauen zu können, wird Prof. Dr. Metzner im Masterstudiengang seit dem Sommersemester 2021 von Vertretungsprofessorin Monika Smetana PhD aus Wien unterstützt. Zusätzlich nehmen ab Mai 2021 zwei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen ihre Tätigkeit auf. „Bei den ersten Sondierungsgesprächen mit Chefärztinnen und Chefärzten stellte sich nicht nur eine große Aufgeschlossenheit heraus, sondern dass es punktuell bereits Forschungsaktivitäten gibt, an die wir unmittelbar anknüpfen können. Die ersten Promotionsanfragen sind ebenfalls gleich an mich gerichtet worden“, freut sich Susanne Metzner.

AMYGDALA - Associating music therapy’s progress and medical research (Verknüpfung von Musiktherapieentwicklung und Medizinforschung) ermöglich die einzigartige Chance der institutionell verankerten Vernetzung zwischen Musiktherapie und Medizin. Colourbox

Ansprechpartnerin

Wissenschaftliche Leitung des Studien- und Forschungsbereiches
LMZ | Musiktherapie
  • Telefon: 0821/598-6128
  • E-Mail:
  • Raum 3.20 (Gebäude Leopold-Mozart-Zentrum)

Suche