UPD 16/22 - 01.03.2022

Neue Professorin am Institut für Theoretische Medizin

Universität Augsburg beruft Prof. Dr. Anja Meissner auf die neu eingerichtete W2-Professur für Physiologie

Schritt für Schritt baut die Universität Augsburg die biomedizinische Grundlagenforschung an ihrer neu gegründeten Medizinischen Fakultät weiter aus. Die Physiologin Prof. Dr. Anja Meissner verstärkt seit dem 1. März 2022 das Team der bereits berufenen Professorinnen und Professoren am Institut für Theoretische Medizin, in dem die sogenannten vorklinischen Fächer gebündelt werden.

„Frau Prof. Meissner zeichnet sich durch ihr internationales Profil sowie durch die exzellente Anschlussfähigkeit ihrer Forschungen an die anderen Fächer an unserem Institut für Theoretische Medizin aus“, würdigt Prof. Dr. Martina Kadmon, Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät, die Neuberufene.
 

Foto: Kennet Rouna

Das Fach Physiologie befasst sich mit den Funktionen des Lebens vom Molekül bis zum Organismus. In ihren Forschungen beschäftigt sich Prof. Dr. Anja Meissner vor allem mit der Funktionsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems: „Wir möchten die Krankheitsmechanismen auf der molekularen Ebene verstehen, um zu neuen Behandlungsmöglichkeiten von Bluthochdruck, Herzversagen und Schlaganfall zu gelangen.“ Die meisten Herzkreislauferkrankungen beeinträchtigen häufig auch die Gesundheit verschiedener wichtiger Organe wie Lunge, Gehirn oder Nieren. „Die Behandlungen dieser Organschäden sind oft kompliziert. In unserer Forschung nehmen wir biologisch wichtige Signalmoleküle in den Blick, die eine Rolle bei der Regulierung des Herzkreislauf- und Immunsystems spielen“, erklärt die Neuberufene. Sie erhofft sich von ihrer Forschung in diesem Bereich Ansatzpunkte für neue Behandlungsmöglichkeiten insbesondere der mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehenden Organschäden.

Zur Person

Prof. Dr. Anja Meissner studierte Ernährungswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und wurde 2008 in Zellbiologie und Physiologie an der Universität Rostock promoviert. Im Anschluss daran war sie bis 2012 als Wissenschaftlerin am Department of Physiology der University of Toronto in Kanada tätig, bevor sie von 2013 bis 2016 als Marie Curie Research Fellow in Barcelona, Spanien war. Nach Stationen in den Neurologischen Abteilungen an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster und dem Universitätsklinikum Bonn wurde Meissner 2017 als Assistant Professor an das Department of Experimental Medical Sciences der Universität Lund in Schweden berufen. Gleichzeitig hatte sie eine Position als Guest Researcher am Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn inne. Seit dem 1. März 2022 ist sie Professorin für Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg. Meissner hat verschiedene Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter das Wallenberg Molecular Medicine Fellowship in Höhe von 1,2 Mio. Euro.

Das Institut für Theoretische Medizin …

… umfasst die Fächer Anatomie und Zellbiologie, Biochemie und Molekularbiologie, Medizinische Psychologie und Soziologie sowie Physiologie. Sie vertreten die medizinische Lehre in den Grundlagenwissenschaften in allen Abschnitten des Modellstudiengangs. Durch die enge Zusammenarbeit der vorklinischen Disziplinen sollen kleine und große biologische Funktionssysteme gleichermaßen erforscht werden mit dem Ziel, zu einem umfassenden Verständnis des menschlichen Organismus und seiner Erkrankungen zu gelangen. Eine große Bedeutung hat darüber hinaus die Kooperation mit der klinischen und klinisch-theoretischen Medizin. Es geht darum, neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die Klinik zu übertragen, und auf der anderen Seite Fragen und Erkenntnisse aus der klinischen Medizin auch in der Grundlagenforschung aufzugreifen.

Eines der ersten beiden Neubauten auf dem Medizincampus der Universität Augsburg wird ein gleichnamiges Gebäude für das Institut für Theoretische Medizin sein. Es wird mit insgesamt ca. 8.600 Quadratmetern Nutzfläche die vorklinischen Lehrstühle beherbergen, außerdem Labore, Praktikumsräume sowie einen Post-Mortem-Bereich mit Anatomie.

 

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Die Augsburger Universitätsmedizin

…umfasst die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg sowie – als Kooperationspartner – das Bezirkskrankenhaus Augsburg – Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg. Die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät liegen in den Bereichen Medizinische Informatik sowie Umwelt und Gesundheit. Rund 100 Professorinnen und Professoren werden im Endausbau in der bio- und humanmedizinischen Forschung und Lehre tätig sein. Seit dem Wintersemester 2019/20 bietet die Medizinische Fakultät einen humanmedizinischen Modellstudiengang an, der vorklinische und klinische Inhalte integriert und besonderen Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung der im Endausbau 1.500 Studierenden legt.

Das Universitätsklinikum Augsburg (UKA), seit 2019 in der Trägerschaft des Freistaates Bayern, bietet unter anderem durch seine Einbindung in universitäre medizinische Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg der Bevölkerung der Stadt und der Region eine optimale medizinische Versorgung. Die tagesklinischen Betten mitgezählt, stehen am UKA 1.740 Betten zur Verfügung. 24 Kliniken, drei Institute und 19 Zentren garantieren in allen medizinischen Fachdisziplinen Diagnose und Therapie auf höchstem Niveau. Jährlich werden über 250.000 ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten versorgt. Mit zirka 80.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr ist die Notaufnahme des UKA die zweitgrößte der Bundesrepublik. Jährlich erblicken am UKA mehr als 2.450 Kinder das Licht der Welt. Mit 560 Ausbildungsplätzen ist die an das UKA angeschlossene Akademie für Gesundheitsberufe einer der größten Ausbildungsträger der Region.

Medienkontakt

Corina Härning
Stellvertretende Pressesprecherin
Stabsstelle Kommunikation & Marketing

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