Neue Forschungsprofessur für Transplantation und Zelltherapieforschung besetzt

Der Hämato-Onkologe Prof. Dr. Christoph Schmid forscht ab dem 1. September 2022 an der Medizinischen Fakultät auf dem Gebiet der zellulären Immuntherapie, die für die Bekämpfung und Heilung von Blutkrebs eine immer wichtigere Rolle spielt.

Das Immunsystem spielt für die Bekämpfung vieler Krebserkrankungen eine deutlich gewichtigere Rolle, als in der Vergangenheit angenommen wurde. Die sogenannte Immuntherapie sucht nach Möglichkeiten, der körpereigenen Immunabwehr gezielte Instrumente gegen den Krebs zur Verfügung zu stellen. Insbesondere Therapien mit Immun-Effektorzellen, einer besonderen Untergruppe der weißen Blutkörperchen, stehen am Anfang einer äußerst vielversprechenden Entwicklung. Die Medizinische Fakultät hat deshalb eine spezielle Forschungs-Professur für Transplantation und Zelltherapieforschung mit dem Hämato-Onkologen Prof. Dr. Christoph Schmid besetzt.

Hervorragende Passung zum Profil der Fakultät

„Ich bin froh, dass wir Herrn Prof. Schmid gewinnen konnten. Aufgrund seiner bisherigen wissenschaftlichen Aktivitäten an der Grenze zwischen experimenteller Medizin, differenzierter Diagnostik und der klinischen Umsetzung innovativer Strategien einerseits und seiner ausgezeichneten nationalen und internationalen Vernetzung andererseits ist er der ideale Kandidat für diese Position“, kommentiert Medizin-Dekanin Prof. Dr. Martina Kadmon die Berufung. Die Professur integriere sich hervorragend in die Forschungsprogrammatik der Fakultät, welche die Einflüsse der Umwelt auf die Gesundheit in den Blick nehme. „Wir wissen immer mehr über die genetischen Hintergründe von Erkrankungen und über den individuellen immunologischen Background der Patientinnen oder Patienten, denen wir gespendete oder genetisch veränderte Immunzellen übertragen. Dabei können wir wie unter einem Brennglas die Effekte von äußeren Einflüssen und dem, was der Einzelne an genetischen Vorprägungen mitbringt, studieren“, ergänzt der Hämato-Onkologe. Auch in den Schwerpunkt „Immuno-Onkologie“ des nationalen Centrums für Tumor-Erkrankungen NCT WERA, in dem das Universitätsklinikum Augsburg Mitglied ist, gliedert sich die neue Forschungsprofessur nahtlos ein.

Spezialist auf dem Gebiet der zellulären Immuntherapie  

„Die allogene Stammzelltransplantation als ein sich ständig erneuernder Bereich der zellulären Immunotherapie und die damit verbundenen neuen Therapieverfahren bieten unseren Patienten  im Bereich von Blut- und Lymphdrüsen-Krebs die größten Heilungschancen. In den letzten Jahren konnten wir hier rasante Fortschritte erzielen“, beschreibt der Neuberufene seine Wirkungsgebiet. Bei der allogenen Stammzelltransplantation erhält die Patientin oder der Patient Knochenmark oder Blutstammzellen einer anderen Person gespendet. Vor der Transplantation steht eine intensive Chemo- und/oder Strahlentherapie an. Zum einen soll diese Therapie die bösartigen Zellen im Patienten zerstören oder zumindest reduzieren, zum anderen dessen Immunsystem schwächen, um eine Abstoßung des Transplantates zu verhindern. Die gesunden Spender-Blutstammzellen siedeln sich nach der Transplantation im Knochenmark an und beginnen, sich zu vermehren. So stellen die transplantieren Stammzellen innerhalb einiger Wochen die normale Blutbildung wieder her. Das sich ebenfalls neu entwickelnde Immunsystem richtet sich gegen eventuell noch vorhandene bösartige Zellen. Das bedeutet daher einen zusätzlichen immunologischen Schutz vor einem Wiederauftreten der Erkrankung und bietet eine Plattform für verschiedene Formen der Therapie mit Immunzellen des Spenders und Medikamenten, die zu einer Stimulation des Immunsystems beitragen. Darüber hinaus stehen mit gentechnisch veränderten, spezifischen Immunzellen weitere hocheffektive Therapiestrategien zur Verfügung.

Zur Person

Prof. Dr. Christoph Schmid leitet seit 15 Jahren die Sektion Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Augsburg, das er von einer kleinen Keimzelle zu einem national und international sichtbaren und wissenschaftlich erfolgreichem Transplantationszentrum entwickeln konnte. Er war bereits bei der Gründung der Augsburger Universitätsmedizin und der Entwicklung ihrer Forschungsprogrammatik beteiligt und hat den Aufbau von Forschungsstrukturen am Universitätsklinikum begleitet.

 

Schmid hat Humanmedizin an den Universitäten Würzburg, Salamanca (Spanien) und Basel (Schweiz) sowie New York (USA) studiert und wurde 1998 in Würzburg promoviert. 2003 erfolgte die Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin und 2005 die Schwerpunktbezeichnung „Hämatologie und internistische Onkologie“. Nach mehreren beruflichen Stationen an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München wechselte Schmid an die II. Medizinische Klinik des Klinikums Augsburg, an der er derzeit die Funktion des leitenden Oberarztes bekleidet und auch das klinische Studiensekretariat leitet. Im Jahre 2009 erfolgte die Habilitation an der LMU München, 2015 die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor. Zum 1.9.2022 wurde er auf die Professur für Transplantation und Zelltherapieforschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg berufen.

Universitätsklinikum Augsburg

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