Forschung
Forschungsprojekte
Biodiversität in Brassica oleracea für eine verbesserte Gesundheit in der Humanernährung (SharpGreens)- Bedeutung von Biodiversität sowie bioaktiven Phytochemikalien für das humane Darmmikrobiom und die gesunde Gewebsfunktion nicht-gastrointestinaler Organsysteme
Von erheblichem gesellschaftlichem, gesundheitspolitischem sowie wirtschaftlichem Interesse ist die Erzeugung, Vermarktung und Konsum pflanzlicher Lebensmittel, die von Natur aus mit hochwertigen und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen angereichert sind. Brassica-Gemüsearten sind reich an Mineralien, Vitaminen und vor allem an verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen, welche das Potential haben, chronischen Krankheiten vorzubeugen. Die formenreiche und diverse Pflanzenart stellt eine hervorragende Grundlage für die Entwicklung innovativer Lebensmittel dar. SharpGreens führt in einem interdisziplinären Ansatz die Expertise aus Pflanzenwissenschaft, Lebensmittelchemie, Präventivmedizin und Gemüseproduktion zusammen, um die Biodiversität von Brassica oleracea Gemüsearten zu erschließen und wissenschaftliche Evidenz zu generieren, wie Biodiversität in der Ernährung eingesetzt werden kann, um die menschliche Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Mit einer Erhöhung der Diversität im Anbau und im Verzehr von B. oleracea Gemüsearten leistet SharpGreens einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Ernährung und Landwirtschaft und zeigt den direkten Zusammenhang zwischen Agrobiodiversität und der menschlichen Gesundheit auf.
Finanzierung: BMBF (2024-2026)
Kooperationspartner: IGZ, Berlin
Das Exposom als Risikofaktor und Ziel für Prävention bei isolierter REM-Schlaf-Verhaltensstörung (Laufzeit: 2026-2029)
Warum erkranken bestimmte Menschen an Parkinson, während andere gesund bleiben? Dieses Projekt geht mit einem neuartigen, exposombasierten Ansatz dieser Frage nach. Im Mittelpunkt stehen Personen mit isolierter REM-Schlaf-Verhaltensstörung (iRBD) - einer klinischen Vorstufe der Parkinson-Erkrankung, in der frühe α-Synuclein-assoziierte neurodegenerative Prozesse bereits beginnen. In Blut- und Stuhlproben von Personen mit iRBD aus drei unterschiedlichen europäischen Kohorten werden Faktoren des externen und internen Exposoms, z.B. Belastungen mit Umweltschadstoffen, Ernährungsmarker, Stoffwechselprodukte und Merkmale der Darmflora analysiert und mit Gesunden Kontrollen verglichen. Durch die interdisziplinäre Integration molekularer und chemischer Exposomdaten mit den umfassend klinisch, neuropsychologisch, motorisch und bildgebend charakterisierten iRBD-Kohorten entstehen neue Einblicke in frühe Mechanismen der Parkinson-Pathogenese. Ziel ist es, erstmals Exposom-Signaturen zu identifizieren, die neue Perspektiven für Prävention, Risikostratifizierung und eine personalisierte Gesundheitsförderung liefern – mit potenziellem gesellschaftlichem Mehrwert weit über Parkinson hinaus.
Beteiligte Partner: Das Projekt wir von unserem Lehrstuhl koordiniert, weitere beteiligte Partner sind das Universitätsklinikum Bonn, sowie die Universitätskliniken in Nijmegen (Niederlande) und Innsbruck (Österreich).
Gut-Immune-Brain Signatures in treatment-resistant schizophrenia: Untersuchung von Darmpermeabilität, Mikrobiom-Dysbiose und systemischer Entzündung bei therapieresistenter Schizophrenie (Laufzeit: 2026-2028)
Die therapieresistente Schizophrenie (TRS), von der bis zu 30 % der Menschen mit Schizophrenie betroffen sind, stellt eine große klinische Herausforderung dar, da wirksame Behandlungsoptionen über das Antipsychotikum Clozapin hinaus begrenzt sind und ein erheblicher Anteil der Patienten nicht ausreichend darauf anspricht. Hinweise aus aktuellen Studien legen nahe, dass Veränderungen der Darmbarrierefunktion, des Darmmikrobioms und der systemischen Entzündungsaktivität eine wichtige Rolle in der Krankheitsentstehung und im Therapieansprechen spielen könnten. Diese Zusammenhänge sind bislang jedoch unzureichend untersucht. Ziel dieses Pilotprojekts ist es, den Zusammenhang zwischen intestinaler Permeabilität, Mikrobiomzusammensetzung und systemischer Entzündung bei Patienten mit TRS während der Einleitung einer Clozapin-Behandlung longitudinal zu untersuchen. Durch die Kombination molekularer Biomarkeranalysen, metagenomischer Mikrobiomuntersuchungen und klinischer Verlaufsdaten sollen krankheitsspezifische Profile der Darm-Immun-Hirn-Achse identifiziert werden und so neue Ansatzpunkte für ein besseres Verständnis der Neurobiologie der TRS sowie perspektivisch für individualisierte Therapieansätze zu schaffen.
Beteiligte Partner: Das Projekt ist eine wissenschaftliche Kooperation zwischen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg, dem BKH Augsburg und unserem Lehrstuhl.
Darmgesundheit, Umwelt und mentale Gesundheit bei Jugendlichen (Laufzeit: 2026-2027)
Im Projekt GROW untersuchen wir gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Stadtforschung, wie städtische Umweltbedingungen, Bewegung und Ernährung die Gesundheit von Jugendlichen beeinflussen. Ziel ist es, besser zu verstehen, unter welchen Bedingungen junge Menschen gesund aufwachsen können. Unser Lehrstuhl untersucht im Rahmen des Projektes Biomarker der Darmgesundheit und der Darm-Hirn-Achse. Wir analysieren hier u. a. das Darmmikrobiom, Biomarker der intestinalen Barrierefunktion („Leaky-Gut“-Marker) sowie weitere biologische Stress- und Gesundheitsindikatoren wie Telomerlänge, Cortisol und Neurotransmitterprofile. Diese Daten werden im Rahmen des Gesamtprojektes mit Informationen zu Alltagsaktivitäten, Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmustern und Umweltbelastungen im Stadtraum verknüpft. So möchten wir besser verstehen, wie urbane Lebensbedingungen mit Stress, Wohlbefinden und psychischer Gesundheit zusammenhängen – und welche Faktoren Jugendliche in ihrer Resilienz und gesunden Entwicklung unterstützen. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, gesundheitsförderliche Lebensräume für junge Menschen in Städten gezielt zu verbessern.
Beteiligte Partner: Das Projekt wir vom Lehrstuhl für Regionalen Klimawandel und Gesundheit (Prof. Dr. Elke Hertig) koordiniert, weitere beteiligte Partner sind die Universität Twente (Niederlande), Sektion für Neonatologie & Pädiatrische Intensivmedizin (Uniklinik Augsburg), Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (Universität Augsburg), Lehrstuhl für Urbane Klimaresilienz (Universität Augsburg) sowie der Lehrstuhl für Medizinische Psychologie und Soziologie (Universität Augsburg).