shutterstock.com

Antdiskriminierungsapp geplant

Diskriminierungen zu erkennen, auch in ihren subtilsten Formen ist der erste Schritt, adäquat darauf zu reagieren der zweite. Aktuell konzipiert eine Arbeitsgruppe an der Universität Augsburg ein Software-gestütztes Konzept, um Menschen, die selbst betroffen oder Zeug*innen von Diskriminierung sind, die Möglichkeit zu geben, sich zu artikulieren, gehört zu werden, Solidarität zu erfahren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

„Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.“

Diskriminierungsschutz an Hochschulen

Die erste Verankerung von Antidiskriminierung findet sich im zitierten Artikel 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948.

 

Die Formulierung „etwa nach ...“ impliziert, dass die Auflistung der Gründe, die Diskriminierungen hervorrufen könnten, als nicht vollständig und als potenziell veränderlich angesehen wurde. Dies war weitblickend, denn die konkreten Definitionen von Diskriminierung verändern sich und sind je nach (z.B. wissenschaftlichem, juristischem oder politisch-aktivistischem) Kontext unterschiedlich. 

 

Diskriminierung äußert sich in Rassismen, Sexismen, Klassismen, Homophobie, Ableismen, Ageismen, und vielem mehr – in unterschiedlichsten Formen, wie etwa stereotypen Zuschreibungen und der darauf beruhenden Vorenthaltung bestimmter Positionen, dem Nicht-Anerkennen der eigenen Selbstdefinition, Abwertung, Verhöhnung, Beleidigung, Verwehren fundamentaler Rechte bis hin zu körperlicher Gewalt oder mangelndem Schutz davor. 

 

Diskriminierungen realisieren sich auf der Ebene direkter zwischenmenschlicher Interaktionen. Sie vollziehen sich auch unbemerkt oder ungewollt und schränken gleichwohl das Leben der Betroffenen ein. Ablehnung bzw. die Nicht-Anerkennung der eigenen Identität können minority stress auslösen. Wiederholt sich dies, werden negative Erfahrungen antizipiert, und  es entwickelt sich die Angst, sich zu „outen“. 

 

In Form generalisierter und unreflektierter Einstellungen ist Diskriminierung auch in die Struktur einer Gesellschaft und ihrer Institutionen eingeschrieben. Diskriminierung kann somit als eine Verschränkung sozial folgenreicher Unterscheidungen mit benachteiligenden Strukturen und Praktiken verstanden werden.

 

 

Was können Universitäten gegen Diskriminierung tun?

 

Antidiskriminierung ist ein der Diskriminierung entgegengerichteter Prozess, der mit der individuellen und institutionellen Selbstreflexion beginnt, auf dem Dialog begründet und auf eine konstruktive Fehlerkultur ausgerichtet ist. Letztere besteht vor allem im Bemühen um Nachteilsausgleich und Barrierefreiheit. Aber Aufklärung und Information wirken noch effektiver in Richtung auf die notwendige Bewusstmachung, Einstellungsänderung und Prävention, worum es im Kern einer Antidiskriminierungsstrategie geht. Ihr Erfolg bemisst sich letztlich am Grad der Autonomie und Selbstbestimmung im Leben der Menschen (Empowerment) und daran, dass sich alle Angehörigen der Universität auf je eigene Weise in den Veränderungsprozess einbringen (Partizipation). 

 

 

Beschwerdestelle 

 

Gemäß dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz sind Universitäten verpflichtet, für ihre Beschäftigten eine Beschwerdestelle für Diskriminierung einzurichten. Diese und das angeschlossene Beschwerdeverfahren muss allen Beschäftigten bekannt und transparent sein. Für das Beschwerdemanagement für Studierende gibt es keine solche Grundlage, jedoch wird empfohlen, klare Ansprechpartner*innen und Vorgehen zu identifizieren.

 

Leitfaden: Diskriminierungsschutz an Hochschulen  Ein Praxisleitfaden für Mitarbeitende im Hochschulbereich

Weitere Informationen

 

 

 

Suche