UPD 135/19 - 07.10.2019

Bildung(smedien) für Europa

Ein Sammelband mit Beiträgen der letzten Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Schulbuch- und Bildungsmedienforschung

Augsburg/KPP – Wenn es mit der Europäischen Union nicht weiter bergabgehen soll, dann sind Bildungsinstitutionen und Bildungsmedien gefordert. Sie tragen eine besondere Verantwortung, wo es darum geht, die hinter „Europa“ und seiner Idee stehenden Werte zu vermitteln bzw. ihr Abbröckeln zu stoppen, um einem rückwärts in Richtung Nationalismus und Abgrenzung drängenden Populismus in die Schranken zu weisen. Sich darin einig, haben die Mitglieder der Internationalen Gesellschaft für Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e. V. (IGSBi) ihre letzte Jahrestagung ganz auf „Europa und Bildungsmedien“ konzentriert. Unter diesem Titel ist jetzt auch ein Sammelband erschienen, der rund 25 teils deutsch-, teils englischsprachige Tagungsbeiträge umfasst.

Die Europäische Union konnte bei den jüngsten Europa-Wahlen zwar viele Anhänger mobilisieren: Allerdings, so die Herausgeberinnen des Bandes, sei auch sichtbar geworden, dass die EU immens an Attraktivität eingebüßt habe. Eine Wiederbelebung der europäischen Idee von Menschenrechten, Demokratie, Freiheit und Toleranz und damit auch des Wertefundaments der Europäischen Union könne allerdings nur gelingen, wenn eine deutliche Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Europas mitziehe. Hier komme den Bildungsinstitutionen vom Kindergarten über die Schule und außerschulische Jugendbildungsstätten bis hin zu Einrichtungen der Erwachsenenbildung eine immense Bedeutung zu.

Zentrale Rolle der Bildungsmedien

„Weil in all diesen Institutionen der Einsatz von Bildungsmedien eine maßgebliche Rolle spielt, sehen wir uns als Bildungsforscherinnen und -forscher in der Pflicht, intensiver denn je konstruktive Antworten auf Fragen zu finden, die sich mit Blick auf eine konstruktiv ‚europäische’ Konzipierung und Gestaltung solcher Medien stellen“, erläutert die Augsburger Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Eva Matthes, eine der drei Herausgeberinnen des Bandes.

Bestandsaufnahme und Perspektiven

Wie haben einschlägige Bildungsmedien der europäischen Staaten die EU in der Vergangenheit repräsentiert, wie machen sie das gegenwärtig? Werden – und wie werden – die Vorteile eines auf menschenrechtlichem Fundament basierenden Europa ohne Grenzen jungen, aber auch älteren Menschen in Schule und politischer Bildung allgemein nahegebracht? Auf der anderen Seite nationale Vorurteile und Stereotypen: Finden sie sich immer noch in Bildungsmedien oder überwiegen sie oft gar noch?

„Wir sind nicht bei dieser Bestandsaufnahme stehengeblieben“, betont Matthes. Vielmehr seien auf der Tagung auch hoffnungsvoll stimmende Perspektiven präsentiert und diskutiert worden, die sich mit gemeinsamen Bildungsmedienprojekten verschiedener europäischer Länder eröffnen. Auch sie sind Gegenstand des Tagungsbandes.

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Publikation:Annemarie Augschöll Blasbichler, Eva Matthes, Sylvia Schütze (Hrsg.): Europa und Bildungsmedien/Europe and Educational Media, Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2019, 330 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-7815-2337-1

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