UPD 154/19 - 18.11.2019

Ressourcen schonen durch hochkarätige Forschung und Wissenstransfer

Forschungsverbund „ForCycle“ geht in die zweite Runde / Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz fördert mit 5 Millionen Euro

Augsburg/StMuV/MH – Mehr Ressourceneffizienz in der bayerischen Wirtschaft, insbesondere für KMU und Handwerk, das war das Ziel des 2014 vom Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg initiierten Forschungsverbundes ForCYCLE. „Dass das Projekt vom Bayerischen Umweltministerium in einer zweiten Runde weiterfinanziert wird, zeigt wie erfolgreich und wichtig dieser Ansatz ist“, sagt PD Dr. Jens Soentgen vom Wissenschaftszentrum Umwelt.

Der Projektverbund ForCYCLE für einen sparsamen Umgang mit wertvollen Ressourcen geht in die zweite Runde. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte anlässlich der offiziellen Auftaktveranstaltung heute in München: "Wir brauchen hochkarätige Forschung für innovative Technologien und Produktionsverfahren. Ein effizienter Einsatz von Ressourcen schont das Klima, verringert die Importabhängigkeit und senkt gleichzeitig Kosten in den Unternehmen. So bringen wir Ökonomie und Ökologie zusammen. Das Wirtschaftswachstum muss vom Ressourcenverbrauch entkoppelt werden. Wir arbeiten dafür an der Kreislaufwirtschaft der Zukunft. Für eine erfolgreiche Rohstoffwende setzen wir auf die Entwicklung von sauberen Zukunftstechnologien und einen zielgerichteten Transfer dieses Knowhows in die bayerischen Unternehmen. Mit insgesamt 5 Millionen Euro fördern wir deshalb den aktuellen Projektverbund ForCYCLE II und die zweite Projektphase des Ressourceneffizienz-Zentrums Bayern."

Universitäten, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen aus ganz Bayern gehen bei ForCYCLE II gemeinsam an den Start. Mit derzeit über 45 Partnern aus der Wirtschaft legt der Projektverbund den Schwerpunkt auf Anwendung und Praxisbezug. Für diese Verbundforschung stellt das Umweltministerium rund 3 Millionen Euro zur Verfügung. Als weiterer Baustein wurde im Juli die zweite Projektphase des Ressourceneffizienz-Zentrums Bayern (REZ) offiziell auf den Weg gebracht. Als zentrale Anlaufstelle für bayerische Unternehmen sensibilisiert das REZ insbesondere für einen effizienten Umgang mit wertvollen Ressourcen und ermöglicht gleichzeitig den Wissenstransfer innovativer Kreislauftechnologien. Zur Stärkung und für den Ausbau dieses "CleanTech-Hubs" investiert das Umweltministerium in die zweite Projektphase rund 2 Millionen Euro.  

Das REZ ist ein erfolgreiches Kooperationsvorhaben des Umweltministeriums und des Landesamts für Umwelt mit den bayerischen Industrie- und Handelskammern. Das REZ arbeitet eng mit seinen Regionalpartnern Untermain, Augsburg, Oberpfalz-Nord und Bayreuth zusammen. Der Projektverbund "ForCYCLE II" befasst sich mit einem breitgefächerten Aufgabenspektrum: Dabei geht es beispielsweise um die Wiederverwertbarkeit von Kunststoffprodukten und Elektroschrott, den Einsatz ökologischer Werkstoffe im Geschossbau, das Recycling von Dämmstoffen oder die Rückgewinnung von Seltenen Erden aus Produkten wie Handys oder Computern.

Im Rahmen der Rohstoffwende Bayern hat das Umweltministerium allein für das REZ und die Projektverbundreihe ForCYCLE in den letzten Jahren insgesamt mehr als 9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Augsburger Teilprojekt: Recycling von Gießereistaub

Die Universität Augsburg leitet mit dem Chemiker Prof. Dr. Richard Weihrich vom Institut für Materials Resource Management, dem Wissenschaftszentrum Umwelt und dem bifa Umweltinstitut ein Teilprojekt. Das Projekt zielt darauf ab, für Gießereistäube, die bisher nicht stofflich verwertet werden und entsorgt werden müssen, ein Konzept zum Recycling zu entwickeln. Ziel ist es, in Kooperation mit bayerischen KMU und dem bifa Umweltinstitut, praktische Wege für die Gewinnung, Nutzung und das Recycling von Metallstäuben von Gießereien zu entwickeln. Prof. Dr. R. Weihrich: „Unser Ziel ist es, Wertstoffe zurückzugewinnen und dabei gleichermaßen wertvolle Beiträge für die Ressourceneffizienz und die bayerische Wirtschaft leisten.“

 

Auftaktveranstaltung des Projektverbundes ForCYCLE II am 06.11. im Max-Joseph-Saal der Residenz München mit symbolischer Scheckübergabe © StmUV

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Leitung
Wissenschaftszentrum Umwelt
Leiter der Arbeitsgruppe
Chemie der Materialien und der Ressourcen

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