UPD 15/21 - 19.02.2021

Wie heißt es wo in Bayerisch-Schwaben?

Dialektbegriffe aus der Region sind nun in einer Datenbank online abrufbar

Augsburg/AW/MH – Scharmützel, Scharmitzi, Guggel oder Gug. Das sind mögliche schwäbisch-alemannische Dialektbezeichnungen für eine spitze Papiertüte. Diese und viele weitere dialektale Bezeichnungen aus dem ostschwäbischen und niederalemannischen Dialektraum erforscht und dokumentiert das Projekt „DIBS“, das Dialektologische Informationssystem für Bayerisch-Schwaben, das vom Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Alfred Wildfeuer von der Universität Augsburg geleitet wird. Die Datenbank des Projektes ist ab sofort frei im Internet verfügbar: https://lexhelfer.dibs.badw.de

© Universität Augsburg

DIBS ist kein Wörterbuch im klassischen Sinne. Das Dialektologische Informationssystem von Bayerisch-Schwaben ist ein digitales Wörterbuch. Die elektronische Datenbank von DIBS enthält an die 300.000 Einzelbelege. Die beiden Redakteurinnen, Dr. Edith Burkhart-Funk und Brigitte Schwarz, haben sie aus zirka 400 verschiedenen Quellen zusammengetragen und wissenschaftlich aufgearbeitet. Hauptsächlich haben sie dabei Quellen aus dem 20. Jahrhundert berücksichtigt, wie etwa Wortsammlungen oder Belegdaten aus dem Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben von Prof. Dr. Werner König (Universität Augsburg). Die ältesten Quellen reichen jedoch bis ins 18. Jahrhundert zurück.

Prof. Dr. Alfred Wildfeuer leitet das Projekt, das seit 2018 von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gefördert wird und dort angesiedelt ist. Der Professor für Variationslinguistik und Deutsch als Zweit- und Fremdsprache an der Universität Augsburg freut sich darüber, dass die große Datenbank nun online zur Verfügung steht. „Mit Fokus auf den bayerisch-schwäbischen Sprachraum erweitert DIBS bereits bestehende Wörterbucharbeiten des Bayerischen und Fränkischen Wörterbuchs. Sukzessive werden weitere Daten in DIBS implementiert, wie zum Beispiel Sprachaufnahmen oder historische Schriftdokumente“, gibt der Sprachwissenschaftler an.

Neben den eigentlichen Wortbelegen bietet das Onlineportal weitere Informationen und Suchfunktionen zum Wortschatz Südwestbayerns an. Wer etwa nach Scharmützel sucht, erfährt nicht nur, dass das Wort über das Italienische in die Dialekte gekommen ist. Man kann sich zum Beispiel auch weitere Varianten für die Bezeichnung einer dreieckigen Papiertüte im Dialekt anzeigen lassen, etwa Schamütz, Stranitzel oder Scherrmützel.

 

Wissenschaftlicher Ansprechpartner

Professor
Variationslinguistik und DaZ/DaF
  • Telefon: +49 821 598 - 5006
  • E-Mail:
  • Raum 3072 (Gebäude D)

Suche