Allgemeine Voraussetzungen zur Promotion

Die Zulassung zur Promotion setzt voraus, dass der Bewerber

  • keine Bedingungen erfüllt, die nach Art. 69 Abs. 1 des Bayerischen Hochschulgesetzes die Entziehung des Doktorgrades rechtfertigen würden;
  • die Hochschulreife besitzt;
  • die erste oder die zweite Juristische Staatsprüfung mit überdurchschnittlichem Erfolg abgelegt hat
  • nicht schon vergeblich versucht hat, sich einer entsprechenden Promotion zu unterziehen;
  • die deutsche Sprache in ausreichendem Maße beherrscht.

Besondere Voraussetzungen für die Promotion

Die Zulassungsvoraussetzung eines mit überdurchschnittlichen Erfolg absolvierten Studiums (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 APromO) erfüllt gemäß § 5 PromOJur, wer 

a) erstmalig zur Ersten Juristischen Staatsprüfung bis zum Termin 2006/2 zugelassen worden ist und als Gesamtnote mindestens „vollbefriedigend“, 

b) die Erste Juristische Prüfung absolviert hat und 

- als Gesamtnote in der Ersten Juristischen Staatprüfung mindestens „vollbefriedigend“ und in der Juristischen Universitätsprüfung mindestens „befriedigend“ oder 

-  als Gesamtnote in der Juristischen Universitätsprüfung mindestens „vollbefriedigend“ und in der Ersten Juristischen Staatsprüfung mindestens „befriedigend“, 

c) in der Zweiten Juristische Staatsprüfung als Gesamtnote mindestens „vollbefriedigend“, 

d) als Absolvent oder Absolventin einer ausländischen wissenschaftlichen Hochschule in einer den in a) bis c) aufgeführten Prüfungen gleichwertigen juristisches Abschlussprüfung als Gesamtnote mindestens „vollbefriedigend“ oder ein entsprechendes Prädikat, 

e) in der nach dem Masterstudium Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Augsburg abgelegten Masterprüfung als Gesamtnote mindestens „2,50“, 

f)  in der nach dem Diplomstudium Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Augsburg abgelegten Diplomprüfung als Gesamtnote mindestens „2,50“, 

g)  als Absolvent oder Absolventin einer inländischen oder ausländischen Hochschule nach einem mit dem in e) aufgeführten Studiengang vergleichbaren Studiengang in der entsprechenden Abschlussprüfung als Gesamtnote mindestens „2,50“ oder ein entsprechendes Prädikat,

h) als Absolvent oder Absolventin einer inländischen oder ausländischen wissenschaftlichen Hochschule nach einem mit dem in f) aufgeführten universitären Studiengängen vergleichbaren universitären Studiengang in der entsprechenden Abschlussprüfung als Gesamtnote mindestens „2,50“ oder ein entsprechendes Prädikat, 

i)  in der Masterprüfung nach einem Masterstudium oder der Diplomprüfung nach einem Diplomstudium an einer Fachhochschule, das mindestens zur Hälfte juristische Fächer umfasst, eine Gesamtnote, mit der er oder sie im Ranking des Abschlussjahrgangs zu den 10 vom Hundert besten Absolventinnen und Absolventen gehört, nachzuweisen durch Bescheinigung der zuständigen Prüfungsstelle, 

j) als Absolvent oder als Absolventin einer ausländischen wissenschaftlichen Hochschule in der nach dem Aufbaustudiengang „Recht der Internationalen Wirtschaft“ oder nach dem Aufbaustudiengang „Magister für ausländische Juristen“ an der Universität Augsburg abgelegten Abschlussprüfung als Gesamtnote mindestens „gut“ oder 

k)  in der nach dem Masterstudiengang Recht des geistigen Eigentums und Wettbewerbsrecht (Intellectual Property and Competition Law) des Munich Intellectual Property Law Center abgelegten Masterprüfung als Gesamtnote mindestens „gut“  erreicht hat.

Promotionsgesuch

Das Gesuch um Zulassung zur Promotion ist schriftlich beim Dekan der Juristischen Fakultät einzureichen.

 

 

Dem Gesuch sind gemäß § 7 Abs. 2 APromO folgende Unterlagen beizufügen:

  1. die Dissertation in Maschinenschrift oder Druck in zweifacher Ausfertigung in Format DIN A 4; 
  2. ein Lebenslauf des Bewerbers oder der Bewerberin;  
  3. ein amtliches Führungszeugnis, welches nicht älter als sechs Monate ist;
  4. die Studienbücher oder vergleichbare Aufstellungen über die erbrachten Leistungen in dem Hochschulstudium, das der zur Promotion berechtigenden Prüfung vorausgeht;  
  5. der Nachweis über die Ablegung der zur Promotion berechtigenden Prüfung;  
  6. der Nachweis ausreichender Beherrschung der deutschen Sprache; 
  7. im Fall des § 9 Abs. 2 Satz 2 (Abfassung der Dissertation in einer anderen als der deutschen Sprache) soll der Betreuer oder die Betreuerin schriftlich bestätigen, dass die Begutachtung gesichert ist. Die Bestätigung ist beizufügen;  
  8. eine eidesstattliche Versicherung des Bewerbers oder der Bewerberin darüber, dass er oder sie die Dissertation selbständig verfasst, die benutzte Literatur und sonstige Quellen vollständig angegeben sowie hieraus wörtlich entnommene Stellen entsprechend kenntlich gemacht hat;  
  9. eine Versicherung, dass der Bewerber oder die Bewerberin sämtliche Stellen, die aus der benutzten Literatur und sonstigen Quellen nahezu wörtlich, sinngemäß oder in vergleichbarer Weise entnommen sind entsprechend kenntlich gemacht hat;  
  10. eine Versicherung des Bewerbers oder der Bewerberin, dass keine gewerbliche Promotionsvermittlung und/oder -beratung in Anspruch genommen wurde;  
  11. eine Erklärung des Bewerbers oder der Bewerberin darüber, ob die Dissertation einer anderen in- oder ausländischen Universität, Hochschule oder Fakultät vorgelegen hat oder vorliegt;  
  12. eine Erklärung darüber, ob der Bewerber oder die Bewerberin schon einen, bejahendenfalls welchen Doktorgrad erlangt oder zu erlangen versucht hat;
  13. eine elektronische Fassung der Dissertation sowie eine Einverständniserklärung des Bewerbers oder der Bewerberin, dass die elektronische Fassung der Dissertation unter Wahrung seiner oder ihrer Urheberrechte und des Datenschutzes einer gesonderten Überprüfung unterzogen werden kann.

 

Nach Prüfung der Unterlagen entscheidet der Dekan in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Promotionsausschusses bzw. in Zweifelsfällen der Promotionsausschuss, ob die Voraussetzungen der Zulassung des Bewerbers zur Promotion vorliegen und benachrichtigt den Bewerber

Prüfungsleistungen

Dissertation

Die Dissertation muss eine eigenständige, wissenschaftliche Leistung und einen Beitrag zum Fortschritt der Wissenschaft darstellen. Sie muss in deutscher Sprache abgefasst sein. Aus wichtigem Grund kann der Fachbereichsrat von dem Erfordernis der Abfassung in deutscher Sprache Ausnahmen zulassen, wenn der Betreuer der Arbeit dies befürwortet. Als Dissertation kann auch eine bereits veröffentlichte Schrift des Bewerbers anerkannt werden, wenn sie von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung ist. Über das Vorliegen dieser Voraussetzung entscheidet der Fachbereichsrat. Das Thema der Dissertation soll mit einer mitwirkungsberechtigten Lehrperson, die ihre Betreuung übernimmt, vereinbart werden. Das Betreuungsverhältnis verpflichtet die mitwirkungsberechtigte Lehrperson, den Bewerber angemessen zu beraten. Das Betreuungsverhältnis kann auch nach dem Ausscheiden der mitwirkungsberechtigten Lehrperson aus der Fakultät fortgesetzt werden.

Mündliche Prüfung

In der mündlichen Prüfung muss der Bewerber zeigen, dass er eine gründliche rechtswissenschaftliche Bildung hat und dass er wissenschaftliche Probleme selbständig durchdenken kann. Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf das Gesamtgebiet der Rechtswissenschaft. Der Schwerpunkt liegt auf dem Rechtsgebiet, dem das Thema der Dissertation entnommen ist. Die Prüfung wird von einer Prüfungskommission abgenommen, der außer dem Vorsitzenden oder einem von ihm bestellten Stellvertreter zwei weitere mitwirkungsberechtigte Lehrpersonen angehören.

Die Prüfung wird in der Form des Colloquiums durchgeführt. Sie dauert für jeden Kandidaten etwa 60 Minuten. Im Regelfall werden nicht mehr als drei Bewerber gleichzeitig geprüft. Bei Bewerbern, die ein deutsches Juristisches Staatsexamen, die Erste Juristische Prüfung, die Abschlussprüfung im Diplom-Studiengang Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Augsburg oder eine dieser Diplomprüfung vergleichbare Abschlussprüfung absolviert haben, kann, falls das Thema hierfür geeignet ist, auf Antrag des Betreuers die Prüfung in Form der Disputation als Einzelprüfung durchgeführt werden. In diesem Falle schlägt der Betreuer die weiteren mitwirkungsberechtigten Mitglieder der Prüfungskommission vor.

Gesamtnote der Promotion

Die Note der Dissertation wird zweifach, die Note der mündlichen Prüfung wird einfach gewichtet.

Veröffentlichung

Der Bewerber muss binnen einer Frist von zwei Jahren nach Bestehen der mündlichen Prüfung die Dissertation in der genehmigten Fassung der wissenschaftlichen Öffentlichkeit durch Vervielfältigung und Verbreitung zugänglich machen.

 

Druckreife

Jeder Gutachter erklärt in der abschließenden Würdigung seines Votums, ob die Dissertation in der eingereichten Fassung veröffentlicht werden kann. Der Dekan entscheidet über die Genehmigung der Veröffentlichung und teilt dies dem Bewerber mit (Druckreifevermerk).

 

Pflichtexemplare

Die Anzahl der abzuliefernden Pflichtexemplare beträgt 84 Stück. Wenn die Dissertation in einer Zeitschrift veröffentlicht wird oder ein gewerblicher Verleger die Verbreitung über den Buchhandel übernimmt, genügt die Ablieferung von 10 Exemplaren der Veröffentlichung. Im Falle der Verbreitung über den Buchhandel muss eine Mindestauflage von 150 Exemplaren nachgewiesen werden.

Anstelle der Pflichtexemplare der Dissertation in Buchform kann der Bewerber auch fünf Pflichtexemplare in kopierfähiger Maschinenschrift zusammen mit der Mutterkopie in einer elektronischen Version (CD-ROM) abliefern, wobei sich Datenträger und Datenformat nach den Vorgaben der Universitätsbibliothek richten.

Anstelle der Pflichtexemplare der Dissertation in Buchform kann der Bewerber auch fünf Pflichtexemplare in kopierfähiger Maschinenschrift abliefern, wenn die Veröffentlichung der Dissertation in elektronischer Form über den Online-Publikations-Server der Universität Augsburg (OPUS Augsburg) erfolgt. Die Veröffentlichung der Dissertation über OPUS Augsburg ist kostenlos. Einige Verlage erlauben neben einer Verbreitung der Dissertation über den Buchhandel auch eine elektronische Veröffentlichung.

 

Schriftenreihe des Augsburg Center for Global Economic Law and Regulation (ACELR)

Herausragende Forschungsergebnisse können in der Schriftenreihe des Augsburg Center for Global Economic Law and Regulation (ACELR) „Arbeiten zum Internationalen Wirtschaftsrecht und zur Wirtschaftsregulierung“ veröffentlicht und damit einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Bisher sind bereits über 60 Bände erschienen.

Ansprechpartner für die Promotion

Dr. Dorit Pries
Verantwortliche Mitarbeiterin für den Studiengang Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Juristische Fakultät
Ursula Eberle
Sekretariat Fakultätsverwaltung [u.a. Promotionsangelegenheiten, Lehraufträge]
Juristische Fakultät

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