Förderung medizinischer Spitzenforschung

Medizinische Fakultät vergibt erstmals Publikationspreis für herausragende Forschung
 

Augsburg/PW ­-  Am 13. Januar wurde zum ersten Mal der Publikationspreis der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg verliehen. Mit dem Publikationspreis würdigt die Medizinische Fakultät jährlich besonders herausragende Publikationen, die sich international sichtbar mit den Forschungsschwerpunkten der Augsburger Universitätsmedizin auseinandersetzen und einen wegweisenden Beitrag zur medizinischen Versorgung leisten. Der diesjährige Preis wurde für zwei viel beachtete Publikationen vergeben: an das interdisziplinäre Team um Frau Dr. Tina Schaller, Herrn Dr. Klaus Hirschbühl und Herrn PD Dr. Rainer Claus (Lehrstuhl für Pathologie und Spezielle Pathologie und Lehrstuhl für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie), sowie an Herrn Dr. Christoph Westerhausen und sein Team (Lehrstuhl für Physiologie).


„Mit dem Publikationspreis möchten wir hochrangig veröffentlichte Forschungsergebnisse mit wegweisendem Charakter, Originalität und Aktualität aus dem Kreis der stetig wachsenden Augsburger Universitätsmedizin würdigen“, erläutert die Medizindekanin Prof. Martina Kadmon die erste Preisverleihung. „Besonders erfreulich ist die intensive interdisziplinäre Vernetzung zwischen den Fachbereichen, die zu solchen viel beachteten Publikationen führt und zur Sichtbarkeit des Medizinstandorts Augsburg beiträgt“. Mit dem Publikationspreis will die Medizinische Fakultät einen weiteren Anreiz für motivierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schaffen, aktuelle wissenschaftliche Fragen zu bearbeiten und die Ergebnisse der wissenschaftlichen Community zugänglich zu machen. Der mit 4.000 € dotierte Preis wurde in diesem Jahr erstmals für im Kalenderjahr 2019/2020 veröffentliche Arbeiten vergeben. Aufgrund der aktuellen Corona-Maßnahmen erfolgte die Preisübergabe am 13. Januar in ehrenvollem digitalem Rahmen.

Zwei Forschungsarbeiten mit Publikationspreis geehrt

Eingereicht wurden zahlreiche Vorschläge von engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Dabei überzeugten gleich zwei Publikationen die Jury, sodass mit dem diesjährigen Preis zwei Preisträger*innen geehrt wurden.
Frau Dr. Tina Schaller (Lehrstuhl für Pathologie und Spezielle Pathologie), Herr Dr. Klaus Hirschbühl und Herr PD Dr. Rainer Claus (beide Inneren Medizin II mit Schwerpunkt Hämatoonkologie und Onkologie) erhielten den Preis für Ihre Studie im Bereich der COVID-19-Forschung mit dem Titel „Postmortem Examination of Patients with COVID-19“. Das interdisziplinäre Team konnte in der Studie nachweisen, dass das Lungengewebe von verstorbenen COVID-19 Patienten durch die Infektion selbst schwerst geschädigt ist. Als Ursache der Schädigungen identifizierte die Forschergruppe eindeutig das Virus, dessen Erbgut noch in den Atemwegen nachgewiesen werden konnte. Lungenschädigungen durch die maschinelle Beatmung konnten hingegen weitgehend ausgeschlossen werden, da mehr als die Hälfte der Patienten nicht künstlich beatmet wurde. Die massiv beeinträchtigte Sauerstoffaufnahme in der Lunge führte schließlich zum Tod der Erkrankten. Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlich und vielfach zitiert.
Ebenso erhielt Herr Dr. Christoph Westerhausen den diesjährigen Publikationspreis für seine wegweisende Publikation mit dem Titel „Vibration enhanced cell growth induced by surface acoustic waves as in vitro wound healing model“, welche in der renommierten Fachzeitschrift Journal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlich wurde. Sein interdisziplinäres Team untersucht mit Filmaufnahmen (Live-Cell-Imaging) die Zellbewegungen (Zellmigration) sowie das Gewebewachstum (Proliferation) auf einem vibrierenden Biochip. In einem Versuchsaufbau zur Wundheilung, konnte gezeigt werden, dass je nach Vibrationsintensität und Wellentyp die Zellaktivität und die Bewegung (Migration) der Zellen deutlich, um bis zu 140 Prozent, erhöht war und die vorab erzeugte Wunde schneller geschlossen wurde. Die Ergebnisse dieser grundlagenwissenschaftlichen Studie sollen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung beitragen und beispielsweise die Genesung nach Verletzungen oder Operationen beschleunigen. Langfristig sollen so aktuelle Methoden zur Unterstützung der Wundheilung verbessert oder zusätzlich unterstützt werden.

Die Medizinische Fakultät gratuliert allen Preisträgern zum Publikationspreis 2019/2020 und wünscht für das Vorankommen der Forschungsprojekte weiterhin gutes Gelingen.

Preisträger*innen des Publikationspreises 2019/2020

Förderung des Medizinstandortes Augsburg

Der Publikationspreis wird an Wissenschaftler*innen der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg, des Universitätsklinikums und der Kooperationskrankenhäuser Augsburg vergeben, die im jeweiligen Ausschreibungszeitraum mit der entsprechenden Affiliation publiziert haben. Prämiert werden Originalpublikationen mit Peer-Review, bei denen die vorgeschlagenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entweder Erst- oder Seniorautor sind. Es können Empfehlungen oder Selbstbewerbungen mit einem PDF der Publikation und einer schriftlichen Begründung eingereicht werden, die die herausragende Bedeutung darstellt. Die eingereichten Vorschläge werden von einer Jury bewertet, die dem Fakultätsrat eine Empfehlung vorlegt. Der Fakultätsrat entscheidet final über die Vergabe des Publikationspreises. Sollten mehrere Publikationen ausgewählt werden, wird die Preissumme zu gleichen Teilen unter den Bewerberinnen und Bewerbern aufgeteilt. Bewertungskriterien sind neben einem wegweisenden Charakter, Originalität und Aktualität die Bedeutung für die medizinische Forschung, die Relevanz hinsichtlich der medizinischen Versorgung, Einbettung in die Forschungsschwerpunkte der Augsburger Universitätsmedizin sowie die internationale Sichtbarkeit in hochrangigen Journals des Fachbereichs Medizin. Der Publikationspreis der Medizinischen Fakultät wird durch die Dekanin der Medizinischen Fakultät, Universität Augsburg überreicht.

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Die Augsburger Universitätsmedizin

…umfasst die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg sowie – als Kooperationspartner – das Bezirkskrankenhaus Augsburg – Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg. Die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät liegen in den Bereichen Medizinische Informatik sowie Umwelt und Gesundheit. Rund 100 Professorinnen und Professoren werden im Endausbau in der bio- und humanmedizinischen Forschung und Lehre tätig sein. Seit dem Wintersemester 2019/20 bietet die Medizinische Fakultät einen humanmedizinischen Modellstudiengang an, der vorklinische und klinische Inhalte integriert und besonderen Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung der im Endausbau 1.500 Studierenden legt.

Das Universitätsklinikum Augsburg (UKA), seit 2019 in der Trägerschaft des Freistaates Bayern, bietet unter anderem durch seine Einbindung in universitäre medizinische Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg der Bevölkerung der Stadt und der Region eine optimale medizinische Versorgung. Die tagesklinischen Betten mitgezählt, stehen am UKA 1.740 Betten zur Verfügung. 24 Kliniken, drei Institute und 19 Zentren garantieren in allen medizinischen Fachdisziplinen Diagnose und Therapie auf höchstem Niveau. Jährlich werden über 250.000 ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten versorgt. Mit zirka 80.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr ist die Notaufnahme des UKA die zweitgrößte der Bundesrepublik. Jährlich erblicken am UKA mehr als 2.450 Kinder das Licht der Welt. Mit 560 Ausbildungsplätzen ist die an das UKA angeschlossene Akademie für Gesundheitsberufe einer der größten Ausbildungsträger der Region.

 

Medienkontakt

Pia Winterholler
Referentin Kommunikation Medizin
Dekanat

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