Metabolismus, Ernährung und Immunsystem - eine Studie in der Region Augsburg (MEIA)

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Ernährung kann unsere Gesundheit positiv, aber auch negativ beeinflussen, also die Entstehung von chronischen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Diabetes hemmen oder fördern. Ernährung ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Wie wir uns ernähren, wird durch viele innere und äußere Faktoren wie Hunger und Sättigung, aber auch durch die Gesellschaft oder psychische Faktoren beeinflusst. Nahrung deckt nicht nur den Bedarf an Nährstoffen zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen, sondern wird oft in zu großer Menge oder unausgewogener Verteilung der einzelnen Lebensmittel zugeführt. Ernährung, körperliche Aktivität und genetische Faktoren werden als Haupteinflussfaktoren für die ansteigende Zahl übergewichtiger Personen angesehen. Derzeit sind keine aktuellen Informationen zu den Ernährungsgewohnheiten und ernährungsassoziierten Gesundheitsaspekten der erwachsenen Bevölkerung in Bayern verfügbar. Was isst Bayern? - die 3. Bayerische Ernährungsstudie - wird in Kürze starten, um diese Wissenslücke zu schließen.

 

Im Rahmen von Was isst Bayern? wird in der Zusatzstudie MEIA in der Studienregion Augsburg zudem gezielt der Einfluss der Ernährung auf den Stoffwechsel und das Immunsystem untersucht, wobei ein Hauptaugenmerk auf Adipositas, Diabetes Typ 2 und anderen Stoffwechselkrankheiten liegt. Aber auch Infektanfälligkeit und der Einfluss von Ernährung, Lebensstil, Umweltfaktoren und Medikamenten auf diese sollen erforscht werden. Um dieses Zusammenspiel zwischen Ernährung, Umwelt, Immunsystem und Stoffwechsel zu analysieren, wird den Teilnehmern in MEIA zusätzlich ein umfangreiches Untersuchungsprogramm einschließlich der Sammlung von Bioproben angeboten. Neben der Erfassung des aktuellen Ernährungsverhaltens und Gesundheitszustands der Bevölkerung im Studienraum Augsburg soll mit MEIA darüber hinaus die Grundlage einer längerfristigen Untersuchung dieser Aspekte gebildet werden, indem Teilnehmer hierzu in späteren Studien wiederholt befragt werden können. Dies ermöglicht zudem die Überprüfung der Wirkung möglicher Maßnahmen in der Bevölkerung.

 

LMU München
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HMGU München

Die erzielten Forschungsergebnisse werden zu einer Verbesserung des Verständnisses des Zusammenspiels zwischen Ernährung, Umwelt, Immunsystem und Stoffwechsel und dadurch auch zu einem besseren Verständnis für die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen führen. Diese Ergebnisse sollen letztlich auch als Grundlage für Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten und damit zur Verringerung ernährungsbedingter Gesundheitsrisiken in Bayern dienen.

Auftraggeber der MEIA-Studie ist das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (StMELF).
Die Studie wird vom Lehrstuhl für Epidemiologie der LMU München, seit 1.1.2021 ein Lehrstuhl der Universität Augsburg am Universitätsklinikum Augsburg, durchgeführt; die Studie wird vom Staatsministerium und dem Lehrstuhl finanziert.

Studienleiter: Prof. Dr. Jakob Linseisen

In MEIA werden die TeilnehmerInnen zu körperlichen Untersuchungen und zur Entnahme von Bioproben ins Studienzentrum eingeladen.
Im Studienzentrum werden Sie zunächst über den Ablauf der Befragung und der Untersuchungen sowie über den Datenschutz aufgeklärt. Wir werden Sie bitten, zu den einzelnen Studienteilen Ihre Einwilligung zu geben und danach die Einwilligungserklärung zu unterschreiben. Im Fall Ihrer Teilnahme folgt dann das im nächsten Abschnitt beschriebene Untersuchungsprogramm. Ihre Aufenthaltsdauer im Studienzentrum wird etwa 5 Stunden betragen.
Alle Untersuchungen werden von geschultem und zertifiziertem medizinischem Fachpersonal durchgeführt. Bei körperlichen Einschränkungen oder aus organisatorischen Gründen kann es vorkommen, dass nicht alle Untersuchungen bei Ihnen durchgeführt werden können.

Unter anderem werden folgende Untersuchungen im Studienzentrum durchgeführt, deren Ergebnis Sie natürlich erhalten:

 

Befragungen zur Lebensweise, zur Ernährung, zu Vorerkrankungen und sonstigen gesundheitlichen Faktoren und zur Medikamenteneinnahme

Wir werden Ihnen Fragen zu Ihrer Lebensweise, zu Vorerkrankungen und sonstigen gesundheitlichen Faktoren sowie zu Ihren Lebensumständen stellen. Hierzu wird sowohl ein persönliches Interview als auch eine computergestützte Befragung (Tablet) durchgeführt (auf Wunsch auch auf Papier). Außerdem werden wir Ihnen vorab einen kurzen Fragebogen zum Ausfüllen zusenden. Wir werden mit Ihnen zudem kognitive Tests durchführen, bei denen Sie Fragen zum Denken und zur Wahrnehmung gestellt bekommen. Zusätzlich erfassen wir die Medikamente, die Sie derzeit einnehmen. Wenn Sie während der Befragung bestimmte Fragen nicht beantworten möchten oder können, haben Sie jederzeit die Möglichkeit, diese unbeantwortet zu überspringen. Darüber hinaus werden wir Ihnen die Möglichkeit bieten, nach Ihrem Besuch im Studienzentrum weitere Formulare über das Internet auf unserem Webserver auszufüllen.

Wir werden Ihnen außerdem eine Internetseite vorstellen, auf der Sie selbst ihre Ernährung am vorigen Tag beschreiben können. Sie haben dann Gelegenheit, ein derartiges Protokoll im Studienzentrum auszufüllen. Im Zeitraum von 6 Wochen nach Ihrem Besuch im Studienzentrum werden wir Sie bitten, 3 weitere dieser Ernährungsprotokolle zu Hause auszufüllen.

 

Messung von Körpergröße und Körpergewicht, Taillenumfang und Körperzusammensetzung

Wir werden Ihre Körpergröße, Ihr Gewicht sowie Ihren Taillenumfang bestimmen. Für diese Messungen werden wir Sie bitten, sich bis auf die Unterwäsche zu entkleiden.

Ihre Körperzusammensetzung (Anteile von Muskelgewebe, Knochen, Wasser und Fett an der gesamten Körpermasse) wird mit Hilfe der sogenannten bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA) gemessen. Diese Untersuchung basiert auf der Messung des elektrischen Widerstandes (Impedanz), den ein Körper einem elektrischen Wechselstrom entgegensetzt. Es wird ein sehr schwacher Wechselstrom durch den Körper geleitet. Davon werden Sie nichts spüren. Die Messung wird nicht durchgeführt bei schwangeren Frauen und Personen mit Metallimplantaten, Herzschrittmachern oder aktiven Prothesen (z. B. nach Bein-/ Armamputationen).

 

Messung des Zuckerstoffwechsels (Blutzucker-Belastungstest)

Mit Hilfe des Zuckerstoffwechseltests kann überprüft werden, ob ein erhöhtes Risiko für eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) vorliegt. Um den Test durchführen zu können, ist es erforderlich, dass Sie nüchtern, d. h. mit leerem Magen, ins Studienzentrum kommen. Nach einer Blutentnahme bekommen Sie eine Zuckerlösung (300 ml) zu trinken. Zwei Stunden danach wird eine zweite Blutentnahme durchgeführt.

Sehr selten (bei weniger als 0,1 % der Untersuchten) können während des Tests oder danach Unterzuckerungserscheinungen (Schwitzen, Zittern, Unruhe, Konzentrationsstörungen) auftreten. Diese können durch Traubenzucker, Obstsaft und belegte Brote rasch behoben werden. Sie bekommen nach dem Test ein ausreichendes Frühstück. Der Test wird nicht durchgeführt, falls Sie Fieber (z. B. durch eine Erkältung), eine akute Magen-Darm-Infektion oder eine schwerwiegende chronische Magen-Darm-Erkrankung haben, schwanger sind, eine Allergie gegen Johannisbeeren (Johannisbeersaft ist Bestandteil der Trinklösung) oder eine Zuckerkrankheit (Diabetes) haben, die durch Einhalten einer Diät, mit Medikamenten oder Insulin behandelt wird. Um Ihnen die Einhaltung des 12-Stunden-Zeitraums vor der Untersuchung, in dem Sie nichts essen oder trinken sollen, zu ermöglichen, wird dieser Test nur bei TeilnehmerInnen am Vormittag durchgeführt.

 

Ultraschall-Untersuchung der Leber

Die Untersuchung der Leber wird mit einem modernen Ultraschallgerät in Rückenlage durchgeführt. Hierbei werden das Lebervolumen sowie der Fettgehalt der Leber ermittelt.

Messung des Ruheenergieumsatzes

Um die Untersuchung durchführen zu können, müssen Sie mind. 8 Stunden lang nüchtern sein und sollten anstrengende körperliche Betätigung in den letzten 2 Tagen vor der Messung vermeiden. Der Sauerstoffverbrauch und die Kohlendioxidproduktion werden für ca. 30 Minuten durch Atemgasanalyse unter Verwendung eines Systems mit Maske gemessen, wobei Sie sich in Rückenlage befinden. Auf der Grundlage des Sauerstoffverbrauchs und der Kohlendioxidproduktion, die während des Tests gemessen werden, wird Ihr Ruheenergieumsatz berechnet. Die Messung ist sicher und für Sie nicht belastend.

 

Messung der Handgreifkraft

Ihre Handgreifkraft wird an beiden Händen mit einem Dynamometer (Handkraftmesser) gemessen. Das Messgerät besteht aus einem Griff und einem Belastungsmesser und Sie werden bei der Messung aufgefordert, den Griff „so kräftig wie möglich zusammenzudrücken“.

 

Messung von Blutdruck und Herzfrequenz

Ihr Blutdruck wird mit einem automatischen Blutdruckmessgerät an Ihrem Arm bestimmt. Ihre Herzfrequenz wird mit Hilfe einer Stoppuhr und durch Fühlen der Druckwelle am Handgelenk gemessen.

 

 

Messung der Konzentration von Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft (FeNO)

Die Konzentration von Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft kann Hinweise auf allergische Entzündungen der Atemwege liefern. Die FeNO-Messung wird im Sitzen durchgeführt, indem Sie 10 Sekunden lang durch das Messgerät ausatmen. Die Messung ist sicher und für Sie nicht belastend.

 

Bioproben und Laboruntersuchungen

Die Biomaterialien, die von Ihnen gesammelt werden, umfassen Blutproben, eine Urinprobe und eine Stuhlprobe.

Mit Ihrer Blutprobe werden das Laborbasisprogramm, also Standarduntersuchungen wie ein Blutbild durchgeführt und einige wichtige Kenngrößen des Stoffwechsels (z. B. Blutfette, Leber- und Nierenwerte) sowie bestimmte Vitamine (Folsäure, Vitamin B12) und Entzündungsmarker bestimmt. Außerdem wird ein SARS-CoV-2-Antikörpertest durchgeführt. Die Ergebnisse der Analysen werden Ihnen mitgeteilt, falls Sie dies möchten.

Im Studienzentrum möchten wir Sie um eine Urinprobe bitten, und für das Sammeln einer Stuhlprobe erhalten Sie von uns vorab alle benötigten Materialien.

Ein Teil der Blutprobe sowie der Urin und Stuhl werden zur späteren Analyse langfristig im Bioprobenlager des Lehrstuhls für Epidemiologie einlagert.

Die Ergebnisse der Analysen werden Ihnen innerhalb von 2 Wochen nach Ihrem Besuch im Studienzentrum mitgeteilt, falls Sie dies möchten.

 

Bitte bringen Sie Folgendes zu Ihrem Besuch im Studienzentrum mit: Checkliste zum Download!

Wie wird die Vertraulichkeit der Daten gewährleistet?

Selbstverständlich werden die ärztliche Schweigepflicht und die Bestimmungen der DSGVO eingehalten. Ihre persönlichen Daten, d.h. Ihr Name, Ihre Anschrift, Telefonnummer und Email-Adresse, werden am Lehrstuhl für Epidemiologie - getrennt von den wissenschaftlichen Daten - gespeichert und nicht weitergegeben. Ein Zugriff auf die Personendaten erfolgt nur durch wenige, besonders autorisierte Mitarbeiter des Lehrstuhls für Epidemiologie (Mitarbeiter des Studiensekretariats und des Datenmanagements), falls weitere oder fehlende medizinische Daten aus Ihren Krankenunterlagen ergänzt werden müssen oder um erneut mit Ihnen in Kontakt zu treten. Alle sonstigen am Projekt beteiligten Personen können Ihre medizinischen Daten nicht mit Ihren Personendaten in Verbindung bringen.

Ihre wissenschaftlichen Daten werden mittels eines Verschlüsselungscodes verschlüsselt (pseudonymisiert), d.h. sie werden ohne Name und Anschrift am Lehrstuhl für Epidemiologie gespeichert. Auch Ihre Biomaterialien werden unter einer Verschlüsselungsnummer (pseudonymisiert), die keinen Rückschluss auf Ihre Person ermöglicht, am Lehrstuhl für Epidemiologie gelagert.

Die Speicherung Ihrer Daten und Lagerung Ihrer Biomaterialien erfolgt unter standardisierten Qualitäts- und Sicherheitsbedingungen und werden nach dem aktuellen Stand der Technik vor unbefugtem Zugriff gesichert. Die Daten werden nach Ablauf der festgelegten Nutzungsdauer gelöscht, und die dann noch vorhandenen Biomaterialien werden vernichtet.

 

Wer darf Ihre Daten und Biomaterialien nutzen und welche Voraussetzungen gelten dafür?

Voraussetzung für die Gewinnung und Nutzung Ihrer Daten und Biomaterialien zu Forschungszwecken ist Ihre schriftliche Einwilligung. Die Einwilligung zur Studie besteht aus einzelnen Bausteinen, so dass es für Sie möglich ist, an einzelnen Teilen der Studie nicht teilzunehmen. Sie können z. B. genetische Untersuchungen an Ihren Biomaterialien verneinen. Mit Ihrer Einwilligung zur Studienteilnahme übergeben Sie der Projektleitung das Nutzungsrecht an den Daten und Biomaterialien. Ihre Einwilligung ist freiwillig und kann jederzeit mündlich oder schriftlich widerrufen werden.

Ihre Daten und Biomaterialien dürfen nur für konkrete biomedizinische oder epidemiologische Forschungsfragestellungen auf Antrag verwendet werden. Alle von Wissenschaftlern beantragte Projekte unterliegen den gültigen Datenschutzgesetzen und benötigen eine positive Prüfung durch die Projektleiter.

Eine Prüfung der Vorgehensweise in der Studie ist durch die zuständigen Datenschutzbeauftragten der Ludwig-Maximilians-Universität München bzw. des Universitätsklinikums Augsburg sowie durch die Ethikkommission der Ludwig-Maximilians-Universität München erfolgt.

 

 

22. April 2021

Studienstart

Die MEIA-Studie ist erfolgreich gestartet. Wir haben die ersten Einladungsbriefe versandt und freuen uns, dass wir bereits die ersten Teilnehmer im Studienzentrum begrüßen durften. Falls Sie einer der ausgewählten Teilnehmer für die MEIA-Studie sind, die von uns eine Einladung zur Teilnahme erhalten haben, wären wir Ihnen sehr dankbar, falls Sie mit uns auf einem der im Einladungsbrief angegebenen Wege Kontakt aufnehmen.

27. April 2021

Machen Sie mit!

Bitte melden Sie sich, wenn Sie eine schriftliche Einladung von uns bekommen! Wir freuen uns darauf, Sie als Studienteilnehmer/in begrüßen zu dürfen. Das Team des Lehrstuhls für Epidemiologie

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