Die Deutsche Sprachwissenschaft befasst sich mit der menschlichen Sprache – mit Lauten, Wörtern, Sätzen, Texten, Gesprächen – den Bedeutungen, Strukturen und Gesetzmäßigkeiten und ihrem Wandel.

 

Studierende lernen Grundlagen, interdisziplinäre Zusammenhänge, abstraktes Denken, aber auch Analysetechniken, analytisches Arbeiten und die Grundlagen der Datenerhebung und Auswertung. So erhalten sie die Gelegenheit, sich einerseits mit den sprachlichen Charakteristika des Deutschen, den älteren Stufen und den Dialekten und anderen Varietäten zu befassen, aber auch systematische Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den anderen Linguistiken wie denen der Anglistik und Romanistik zu verstehen. Das Studium führt nicht nur in die Prinzipien wissenschaftlichen Denkens ein, sondern bereitet auf die Rolle der Sprache im Schulalltag vor. Bei allem soll aber die Freude an der Arbeit mit und dem Denken über Sprache im Vordergrund stehen. Denn wie es sich für Geisteswissenschaftler/innen gehört sind wir alle Idealist/innen und wollen, dass bei möglichst vielen der Funke überspringt.

 

Der Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung des Neuhochdeutschen beschäftigt sich mit allen Aspekten der deutschen Sprache, von den frühen Stufen bis hin zum heutigen Gegenwartsdeutsch, sprachsystematisch und anwendungsbezogen.

Ein Forschungsschwerpunkt widmet sich althochdeutschen Griffelglossenhandschriften, die zu den ältesten Quellen des Deutschen überhaupt zählen. Die Glossen, volkssprachige Übersetzungshilfen zu meist lateinischen Texten, sollen digital erfasst, katalogisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden (http://glossenwiki.phil.uni-augsburg.de).

Ein anderer Interessenschwerpunkt liegt im Bereich der Orthographie. Die „Arbeitsstelle Rechtschreibung“ will nicht nur die Lehramtskandidat/innen schulpraxisnah und fachwissenschaftlich fördern, sondern auch Universität und Schule besser vernetzen. Auf Basis empirisch gewonnener Daten wird eine Verbindung von sprachwissenschaftlichen und didaktischen Aspekten angestrebt, um die (Recht)Schreibkompetenzen zu fördern und gleichzeitig einen Forschungsbeitrag zur Empirie der Rechtschreibung zu leisten.

Zudem liegt ein weiterer Forschungsfokus auf dem Zusammenspiel zwischen Sprache, Gesellschaft und den Sprecherinnen und Sprechern (Soziolinguistik). So fragt das Neologismenprojekt, wie und warum wir neue Wörter bilden und ob das von einzelnen Sprechergruppen und -intentionen mitbedingt ist. Das Lautsymbolikprojekt erforscht, wie Lautkomplexe geschaffen sein müssen, um bestimmte Assoziationskomplexe auszulösen und warum das geschieht. Denn nicht bei jedem sprachlichen Zeichen ist die Beziehung zwischen Form und Inhalt arbiträr (willkürlich). Ganz im Gegenteil – wiederholt zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Klangkörper und Assoziationen bei den Sprachbenutzer/innen. Das Genderprojekt untersucht die zentrale Rolle der Sprache bei der Entstehung und ständigen Konsolidierung von (Gender)Stereotypen. Schließlich richtet sich ein Augenmerk auch auf Diskriminierung durch und aufgrund von Sprache im Schulalltag.

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