Jim Avignon: Wait, 1992 © Universität Augsburg

Über das Kunstwerk

Jim Avignon: Wait, 1992 © Universität Augsburg

Beschreibung

Gleißendes Licht erhellt die Straßenszene, in bedrängender Enge zeichnen grimmiges Lachen sowie eine gelangweilte oder gar unglückliche Mimik die Gesichter aus. Knochen umrahmen die Straßenszene und der stark geschminkten Dame im Vordergrund fehlt ein Unterarm. So spiegelt das Gemälde eine anstrengende, widrige Welt und eine Gesellschaft, die von Leid und Hoffnung, Nachdenklichkeit und bunter Resignation geprägt ist, die aber auch zugleich von Aufbruch und Neubeginn träumt. Eingeladen von der Initiative zur Innengestaltung der Universität, die im Wintersemester 1992/93 gegründet wurde, sind zunächst Avignons kleinere Arbeiten für eine Ausstellung in der Universität (wie z.B. „Wait“, gegenüber der Alten Cafeteria) entstanden, das große Exponat „Promises“ folgte 1994.

Jim Avignon: Wait, 1992 © Universität Augsburg

Vertiefende Betrachtung

Die starke Reduktion der Figuren, ihre intensive Farbigkeit und comichafte Zuspitzung, Verzerrungen und ungewöhnliche Perspektiven sind das Markenzeichen von Jim Avignon, der seine Künstlerkarriere in Berlin als Autodidakt gestartet hat und als Musiker aktiv ist. Schnelligkeit in der Ausführung kennzeichnet seine Malweise, zum Teil zerstört er seine Werke wieder, und immer thematisiert er die gesellschaftlichen Probleme seiner Zeit. Seine weltweiten Mal-Aktionen haben Avignon international bekannt gemacht, ebenso wie die Gestaltung von Büchern, Autos, Flugzeugen und Wandbildern für Schulen. „Dem Schrecklichen das Furchterregende nehmen und das Böse lächerlich machen“ ist Avignons erklärtes Ziel (Avignon im Interview mit Seidel 2019, S. 132). (Text: Constanze Kirchner)

Werkdaten

Acryl auf Hartfaser, 2,00 x 2,50 m

 

Lage

Gegenüber Alter Cafeteria

 

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Jim Avignon
(*1966 München) begann seine Karriere mit 21 Jahren als Maler, Illustrator und Musiker. Er sieht sich selbst als schnellsten Maler der Welt mit durchschnittlich 4,37 Werken pro Tag. In der Nähe der Popkunst siedelt er seine gesellschaftskritischen Arbeiten über Korruption oder Schwächen der Informationsgesellschaft an. Provozierend übermalte er 2013 an der Berliner Mauer ein von ihm selbst 1991 gefertigtes und unter Denkmalschutz stehendes Bild. „Der etablierte Kunstbetrieb und eine lineare Karriere interessieren den Künstler herzlich wenig. Er bezeichnet sich selbst als einen Abenteurer, der in erster Linie seiner Neugier folgt.“ (Zitat aus: www.villa-koeppe.de/kuenstler/jim_avignon)

Galerie

Jim Avignon: Wait, 1992 © Universität Augsburg

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