Benoit Tremsal: Promenade, 2012 © Universität Augsburg

Über das Kunstwerk

Benoit Tremsal: Promenade, 2012 © Universität Augsburg

Beschreibung

Verlässt man das Zentrum für Kunst und Musik in Richtung See stößt man rechts des Weges auf eine Handlungsanweisung: „Promenade“ (frz. für Spaziergang) steht in gelblich-beigen Sichtbeton graviert. Von einer Höhe von 40 cm und 90 cm Breite aus entrollt sich diese Promenade wie ein Band bis zum See, wo ihre Breite nur noch 24 cm beträgt. Von der Seite gesehen ergibt sich eine unregelmäßige Abfolge von Spitzen und Vertiefungen, die an ein in Beton gegossenes Bergpanorama erinnert. Durchbrochen wird die Abfolge von in unterschiedlichen Graden gekippten Flächen. Zudem sieht man in regelmäßigen Abständen vertikale Einschnitte, die die Herstellungsweise in Einzelblöcken verrät. Durch die völlig geraden Kanten und Flächen in der Aufsicht wird die Grundform des Gebäudes für die Disziplinen Kunstpädagogik, Musikpädagogik und Musikwissenschaft in seiner geometrischen Strenge und Rhythmik aufgegriffen. Das warme Gelb-Beige der Färbung ist einerseits zu gleichmäßig, um natürlich zu wirken, nähert sich aber anderseits der Farbe von Sand an, ebenso die poröse Oberfläche des Sichtbetons. So vermittelt die Gussplastik zwischen der Strenge der Architektur im Hintergrund und den weichen, unregelmäßigen Formen der sie umgebenden Natur.

Benoit Tremsal: Promenade, 2012 © Universität Augsburg
Benoit Tremsal: Promenade, 2012 © Universität Augsburg

Vertiefende Betrachtung

Die Abfolge der Höhen und Tiefen folgt keiner willkürlichen Anordnung, sondern bezieht sich auf die mit „Promenade“ betitelte Einführung sowie die vier Überleitungen zwischen den zehn Sätzen bzw. Bildern des von Modest Mussorgski 1874 komponierten Klavierzyklus’ „Bilder einer Ausstellung“. So übersetzt der französisch- deutsche Bildhauer Benoît Tremsal die ersten zwölf Takte der rahmenden Promenade-Melodie in eine gezeichnete Rhythmuslinie als Auftakt für sein Betonprofil, das über diesen musikalischen Bezug die Bildende Kunst und die Musik, aber auch  Architektur und Natur zu verbinden sucht. (Text: Christiane Schmidt-Maiwald/ Quellen)

Werkdaten

Gefärbter Sichtbetonguss, Länge: oberes Segment 8,00 m, mittlerer Teil 16,20 m, Abschnitt zum See 12,40 m, Breite: oberes Segment 0,90-0,48 m, mittlerer Teil 0,48-0,36 m, Abschnitt zum See 0,26-0,24 m, Höhe: tiefste Kerbe bei 0,30 m, höchste Spitze bei 0,90 m

 

Lage

Ost-Eingang des Zentrums für Kunst und Musik – Richtung See

 

Zurück zum Rundgang Süd

Benoît Tremsal
(*1952 Rupt-sur-Moselle, Département Vosges) war nach einer Musikausbildung von 1977 bis 1990 Mitglied der Kommune Friedrichshof. Tremsal 2012: „Es war entscheidend, dass ich von der Musik komme, weil durch die Musik eine Form von Denken in Strukturen, in Rhythmen, in Formen entsteht, und das alles habe ich in die bildende Kunst mitgenommen. … Beuys hat meinen persönlichen Kunstbegriff entscheidend geprägt. Ich habe ganz neue und sehr weite Dimensionen in der Kunst entdeckt, zum Beispiel die Zeit-Dimension in der Skulptur, eine soziale oder ökologische Dimension.“ (Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Beno%C3%AEt_Tremsal)

 

Galerie

Benoit Tremsal: Promenade, 2012 © Universität Augsburg
Benoit Tremsal: Promenade, 2012 © Universität Augsburg
Benoit Tremsal: Promenade, 2012 © Universität Augsburg
Benoit Tremsal: Promenade, 2012 © Universität Augsburg
Benoit Tremsal: Promenade, 2012 © Universität Augsburg

Suche