Erste interprofessionelle Lehrveranstaltung in Präsenz durchgeführt

Im Februar wurde in vier Seminaren á 15 TeilnehmerInnen die erste interprofessionelle Lehrveranstaltung in Präsenz an der Medizinischen Fakultät durchgeführt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Longitudinalkurses, der für den Augsburger Modellstudiengang Humanmedizin kennzeichnend ist, in Zusammenarbeit zwischen dem Lehrstuhl für Medizindidaktik und Ausbildungsforschung (Prof. Dr. med. Thomas Rotthoff), dem Department of Medical Education Augsburg DEMEDA (Alexander Eißner, MME) sowie der Pflegedirektion (Susanne Arnold) und der Leitung der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Augsburg (Jochen Geisenberger) entwickelt und durchgeführt.

Interprofessionelles Lernen mit Schauspielpatient*innen

Das Thema dieses ersten Seminars war die interpofessionelle Anamnese. Dabei tauschten sich duale Studierende der Pflege im 6. Semester bzw. 3. Ausbildungsjahr mit Medizinstudierenden des 1. Semesters über Erfahrungen, Abläufe und Hilfsmittel bei der Aufnahme eines Patienten oder einer Patientin innerhalb ihrer Profession aus. Anschließend erlebten sich die Professionen gegenseitig bei einem – an die tatsächlichen Umstände und Rahmenbedingungen angelehnten – Anamnesegespräch aus. Dieses wurde nicht mit echten Patientinnen und Patienten geführt, sondern mit speziell geschulten Schauspielpatienten. Im eigens dafür entwickelten Schauspielpatientenprogramm werden die Schauspielpatienten so auf ihre Rolle als Patientin oder Patient vorbereitet, dass sie ein bestimmtes Krankheitsbild aber auch typische menschliche Eigenheiten täuschend echt simulieren können. So bekommen Studierende die Möglichkeit, sich in einem geschützen Raum gezielt auf den professionellen und einfühlsamen Umgang mit echten Patientinnen und Patienten vorzubereiten.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Professionen erkunden

Ziel der Lehrveranstaltung war, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Professionen zu analysieren und voneinander zu lernen: „Was haben wir gemeinsam? Was gibt es für Unterschiede? Wie relevant ist das Anamnesegespräch für beide Professionen, im Sinne der ersten Kontaktaufnahme mit einem Patienten bzw. einer Patientin?“ Anschließend wurde gemeinsam reflektiert, Rückfragen gestellt und „Take-Home-Messages“ formuliert mit denen die Studierenden und Auszubildenden festhielten, was sie jeweils aus dem Seminar für ihre berufliche Zukunft und Kooperation mit anderen Berufsgruppen mit demselben Handlungskern – den Patientinnen und Patienten – mitnehmen würden.

Kooperationsprojekt der Augsburger Universitätsmedizin

Alleinstellungsmerkmal dieser interprofessionellen Lehrveranstaltung ist, dass sie als Kooperationsprojekt der gesamten Augsburger Universitätsmedizin konzipiert, geplant und umgesetzt wurde. Maßgeblich beteiligt waren das Interprofessionelle Trainingszentrum der Medizinischen Fakultät unter Leitung von Andreas Keilhammer sowie die am Universitätsklinikum Augsburg angesiedelte Akadmemie für Gesundheitsberufe in Person von Maria Doukas und Gerhard Käser. Gestützt wurde die Lehre von dozierenden Ärztinnen und Ärzten der medizinischen Kliniken sowie den Schauspielpatientinnen- und patienten.

 

Impressionen aus dem Seminar

 

 

Schauspielpatientein bei der Vorbereitung für ihre Rolle © Universität Augsburg, Pia Wimmer
Patientenanamnese mit Schauspielpatient © Universität Augsburg, Pia Wimmer
Die Seminarteilnehmerinnen- und teilnehmer in der Diskussion © Universität Augsburg, Pia Wimmer
Take-Home-Messages © Universität Augsburg, Pia Wimmer
Feedbackrunde © Universität Augsburg, Pia Wimmer

 

 

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