Ringvorlesung und Podcast zu Oskar Panizza

“Der frechste und kühnste, der geistvollste und revolutionärste Prophet seines Landes […]. Einer, gegen den Heine eine matte Zitronenlimonade genannt werden kann.” (Kurt Tucholsky)

“Ich halte es für zweifellos, daß er bald zu den besprochensten modernen Autoren in Deutschland gehören wird, – freilich auch zu den berüchtigsten.” (Otto Julius Birnbaum)

„Entweder müßte ihm ein Scheiterhaufen oder ein Denkmal errichtet werden.” (Theodor Fontane)

 

Oskar Panizza (1853-1921) war einer der kontroversesten Autoren seiner Generation. Zu seinen Lebzeiten wurde er steckbrieflich gesucht, zensiert, angeklagt und inhaftiert; seine Werke provozierten über seinen Tod hinaus: Nachlassverwalter verschlossen sie vor der Öffentlichkeit, Nationalsozialisten instrumentalisierten sie, Gerichte verboten sie, teils bis in die 1990er Jahre hinein. Die breite öffentliche Anerkennung indes, die prominente Fürsprecher wie Theodor Lessing, Karl Kraus und Lion Feuchtwanger, Walter Benjamin, George Grosz und Heiner Müller prophezeiten oder forderten, blieb weitgehend aus. Die Skandale um Panizza verstellen dabei bisweilen den Blick auf das ästhetische Potential seiner Texte, während sie zugleich von deren teils bemerkenswerter Modernität zeugen. In Bezug auf zentrale kulturtheoretische und gesellschaftspolitische Diskurse bleiben seine Werke ebenso visionär wie provokativ.

Anlässlich des 100. Todestags Oskar Panizzas findet digital eine internationale und interdisziplinäre Ringvorlesung mit renommierten Panizza-Forscher*innen statt. Nähere Informationen und die Möglichkeit, sich für die Vorlesung anzumelden, finden Sie auf der folgenden, für die Ringvorlesung extra eingerichteten Homepage: https://panizza.arizona.edu/

Die Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft beteiligt sich in Person von Marcel Winter an der Vorlesung, der einen Podcast erstellt, der in mehreren Folgen Leben und Wirken Oskar Panizzas unter die Lupe nimmt. Finanziell unterstützt wird die Produktion des Podcasts von der Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg. Über den folgenden Link gelangen Sie direkt zu den Podcast-Folgen: https://soundcloud.com/user-183524986/oskar-panizza-podcast-folge-1

Am Sonntag, 4. Juli 2021, findet der 7. Workshop der internationalen Arbeitsgruppe „Emanzipation nach der
Emanzipation: Jüdische Literatur, Philosophie und Geschichte von 1900 bis heute“ zum Thema Nationalismus, Irrationalismus und jüdische Identität statt. Die Keynote des Tages spricht Prof. Asher Biemann (University of Virginia). Der Titel seines Vortrags lautet „Nationalismus als Umkehr -   Etwas zur jüdischen ‘Metapolitik’ der Moderne“.

 

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Zugang zur Veranstaltung erhalten Sie über folgenden Link: 

 

https://uni-augsburg.zoom.us/j/96221419587?pwd=V2haZHk4MW9pMFlsTEh1Wi9YRk1GZz09
Meeting-ID: 962 2141 9587
Kenncode: bKHi4!

 

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