Shida Bazyar – Nachts ist es leise in Teheran. Autorenlesung mit anschließender Diskussion

am 06.07.2022 um 19:30 Uhr in HS IV (C)

Shida Bazyar:

Bazyar wurde 1988 in Hermeskeil (Hunsrück) geboren, studierte Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim. Neben Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses 2012 und Studienstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. 

Daneben war sie viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman Nachts ist es leise in Teheran erschien 2016 und wurde u.a. mit dem Bloggerpreis für Literatur, dem Ulla-Hahn-Autorenpreis und dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman Drei Kameradinnen ist im April 2021 ebenfalls im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen.

 

Nachts ist es leise in Teheran (2016)

Eine aufrüttelnde Familiengeschichte zwischen Revolution, Flucht und deutscher Gegenwart. Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen. Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar eine Geschichte, die ihren Anfang 1979 in Teherean nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart. Shida Bazyar gelingt ein dichtes, zartes und mitreißendes Familienmosaik. Und ein hochaktueller, bewegender Roman über Revolution, Unterdrückung, Widerstand und den unbedingten Wunsch nach Freiheit.

 

Kontakt: 

Anna-Lena Eick (anna-lena.eick@philhist.uni-augsburg.de)

Foto: © Joachim Gern

Shida Bazyar

Vortrag von Dr. Sabine Egger (MIC, University of Limerick)

Am 13.12.2022 um 19:15 in HS 2107 (D), Universität Augsburg.

In Katja Petrowskajas Vielleicht Esther (2014) fungiert Tanz als Leitmotiv. Es deutet auf eine performative Form der Erinnerung und die nur scheinbar leichtfüßige Annäherung an eine schwierige Vergangenheit. Das Erinnerte wird mit Hilfe einer erzählerischen ‚Choreografie‘ transformiert, die es paradox und zugleich als Hoffnungszeichen erscheinen lässt. Gabriele Brandstetter (2007) zufolge erzeugen Bewegungen selbstreferentielle tänzerische ‚Wirklichkeiten‘, deren paradoxale Struktur aber dazu führt, dass sie über sich hinaus auf Kontexte und Kontingenzen verweisen. Gefragt werden soll nach der Funktion von Gesten und anderer Elemente tänzerischer Bewegung für die Entstehung europäischer Erinnerungsräume, und wie solche Prozesse mit Hilfe von Derridas Verständnis von Tanz als perfomativem Akt, sowie phänomenologischen Ansätzen (Waldenfels 2007; Gugutzer/Staack 2015) beschreibbar werden. Wie ist das mit einer verantwortlichen Annäherung an die Shoah vereinbar? Gibt es Bezüge zum Chassidismus? Wie unterscheidet sich die Poetik Petrowskajas als Vertreterin einer jungen jüdisch-europäischen bzw. postsowjetischen Literatur hier von der anderer deutschsprachiger Autor:innen nach 1945?

 

 

Sabine Egger, Dr. phil. (HU Berlin), MA Germanistik, Anglistik und VWL (Köln), lehrt am Mary Immaculate College, University of Limerick und ist Co-Direktorin des Irish Centre for Transnational Studies.

© Universität Augsburg

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