Sprachdebatten – historische und aktuelle Perspektiven

Vortrag von Dr. Sabine Egger (MIC, University of Limerick)

Am 13.12.2022 um 19:15 in HS 2107 (D), Universität Augsburg.

In Katja Petrowskajas Vielleicht Esther (2014) fungiert Tanz als Leitmotiv. Es deutet auf eine performative Form der Erinnerung und die nur scheinbar leichtfüßige Annäherung an eine schwierige Vergangenheit. Das Erinnerte wird mit Hilfe einer erzählerischen ‚Choreografie‘ transformiert, die es paradox und zugleich als Hoffnungszeichen erscheinen lässt. Gabriele Brandstetter (2007) zufolge erzeugen Bewegungen selbstreferentielle tänzerische ‚Wirklichkeiten‘, deren paradoxale Struktur aber dazu führt, dass sie über sich hinaus auf Kontexte und Kontingenzen verweisen. Gefragt werden soll nach der Funktion von Gesten und anderer Elemente tänzerischer Bewegung für die Entstehung europäischer Erinnerungsräume, und wie solche Prozesse mit Hilfe von Derridas Verständnis von Tanz als perfomativem Akt, sowie phänomenologischen Ansätzen (Waldenfels 2007; Gugutzer/Staack 2015) beschreibbar werden. Wie ist das mit einer verantwortlichen Annäherung an die Shoah vereinbar? Gibt es Bezüge zum Chassidismus? Wie unterscheidet sich die Poetik Petrowskajas als Vertreterin einer jungen jüdisch-europäischen bzw. postsowjetischen Literatur hier von der anderer deutschsprachiger Autor:innen nach 1945?

 

 

Sabine Egger, Dr. phil. (HU Berlin), MA Germanistik, Anglistik und VWL (Köln), lehrt am Mary Immaculate College, University of Limerick und ist Co-Direktorin des Irish Centre for Transnational Studies.

© Universität Augsburg

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