Heilwirkung des Moors - Neue Einblicke in eine alte Methode

  • Veranstaltungsdetails
  • 13.01.2022, 17:00 Uhr - 18:30 Uhr 
  • Ort: Zeughaus Augsburg, Filmsaal 3. Stock, Zeughausplatz 4, 86150 Augsburg
  • Veranstalter: Universität Augsburg und Volkshochschule Augsburg in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Augsburg
  • Themenbereiche: Gesundheit und Medizin
  • Veranstaltungsreihe: studium generale: Sümpfe & Moore
  • Vortrag
  • Vortragende: Prof. Dr. med. Uwe Lange (Justus-Liebig-Universität Gießen)
  • Eintritt: 6,00 EURO , ermäßigt: 3,00 EURO

Heiltorf wird seit über 200 Jahren zur Behandlung körperlicher Beschwerden genutzt. Prof. Dr. med. Uwe Lange stellt für das "Studium generale" den aktuellen Stand der Forschung und typische Anwendungsgebiete vor.


Seit über 200 Jahren wird Moor in Europa therapeutisch genutzt, u.a. bei rheumatischen Erkrankungen, Hautkrankheiten und Frauenleiden. Richtigerweise müsste man von "Heiltorf" sprechen, da unter dem Begriff "Moor" lediglich das Biotop verstanden wird, in welchem der Torf gelagert ist. Durch Wasserüberschuss kommt es unter anaeroben (Sauerstoffarmen) Bedingungen zu einer Vertorfung der absterbenden Pflanzenreste, wobei sich das organische Material in unterschiedlichen Zersetzungsstadien schichtweise übereinander lagert. Die Torfschicht gewinnt somit pro Jahr etwa 1 mm an Zunahme (1 Meter in 1.000 Jahren!). Aus dem abgebauten Torf wird durch verschiedene Aufbereitungsverfahren der in der Medizin verwendete Heiltorf. Heiltorfanwendungen erfolgen u.a. in Form von Halb-/Vollbädern, Packungen, Kneten und Treten. Mittlerweile stellt die Heiltorftherapie keine rein empirische Methode mehr dar, sondern steht auf fester naturwissenschaftlicher Grundlage und hat ihre Wirksamkeit in klinischen Studien unter Beweis gestellt. Im Vortrag werden hierzu neuere Studien bei rheumatischen Erkrankungen präsentiert. Neu dabei ist, dass durch Heiltorf zentrale Regulationsmechanismen des rheumatischen Entzündungsprozesses (entzündungsfördernde wie auch entzündungshemmende Moleküle, sog. Zytokine) positiv beeinflusst werden.

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