Leo Kornbrust: Zerlegter Kubus, Kopfbereich, 1984 © Universität Augsburg

Über das Kunstwerk

Leo Kornbrust: Zerlegter Kubus, Kopfbereich, 1984 © Universität Augsburg
Leo Kornbrust: Zerlegter Kubus, Kopfbereich, 1984 © Universität Augsburg

Beschreibung

Verschiedene geometrische Elemente aus poliertem Granit bilden eine mehrteilige Skulptur. Ein scheinbar zerlegbarer Kubus steht neben einem weiteren gleicher Größe, nur dass dieser in einzelne, spannungsreich angeordnete Segmente auseinandergenommen ist. Der geschlossene, quadratische Kubus deutet durch Einschnitte und versetzte Einzelteile seine Zerlegbarkeit an, vor ihm breitet sich sein Pendant aus. Alle Elemente sind aus Granit, teils hochglänzend und glatt, teils rau und fast unbehandelt. Die variable innere Struktur des geschlossenen Kubus tritt durch die zerlegte Figur in den Vordergrund. Kornbrust geht es um das Sichtbarmachen eines verborgenen Kerns. Dieser Kern enthält neue Formen, unterschiedliche Linien, Symmetrien, Ruhepole, dynamische Biegungen usw. Solche Formen gilt es auch im Inneren des geschlossenen Kubus zu erahnen, aufzuspüren und zu entdecken. Der Kubus und die Anordnung der Teile im Ensemble treten in Dialog mit der umgebenden Architektur: Die Skulptur steht nicht nur im Zentrum der Baumbepflanzung, auch im Zentrum des Innenhofs und nimmt die geometrische architektonische Struktur der Gebäude ringsum auf. Die einfachen Formen und ihre gleichzeitige Komplexität vermitteln Stille und Ruhe, Konzentration und Verdichtung.

Leo Kornbrust: Zerlegter Kubus, Kopfbereich, 1984 © Universität Augsburg
Leo Kornbrust: Zerlegter Kubus, Kopfbereich, 1984 © Universität Augsburg

Vertiefende Betrachtung

Das Thema der menschlichen Figur steht im Mittelpunkt der Arbeit Leo Kornbrusts. Körperfragmente werden ihres spezifischen Ausdrucks enthoben, sie werden sachlich zur Behandlung von Formproblemen genutzt. In dieser Skulptur wählt Kornbrust den Kopf zum Motiv. Auch wenn dieser in seiner Abstraktion nicht zu erkennen ist, nimmt die Skulptur doch Bezug auf den menschlichen Kopf. Es geht Kornbrust hierbei nicht um eine archaische Vereinfachung oder die Schaffung eines Sinnbildes, sondern um das Entwickeln und Verwandeln der Formensprache, um die Suche nach Gesetzmäßigkeiten und Entsprechungen, die letztlich in das Thematisieren des inneren Kerns im Verhältnis zu seiner äußeren Erscheinung mündet. (Text: Claudia Liehr )

Werkdaten

Granit, Kubus geschlossen: 1,24 x 1,24 x 1,24 m, Kubus zerlegt: 6,00 x 3,50 m

 

Lage

Nordwestlich Präsidium (Durchgang von Geb. A zu Geb. D)

 

 

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Leo Kornbrust (*1929 St. Wendel) wurde während seines Studiums in München von Toni Stadler geprägt. Fasziniert von unterschiedlichen Kulturen der Antike operierte er seit dem Aufenthalt in der Villa Massimo zunehmend eigenständig mit der Fragmentierung des menschlichen Körpers. Von 1978 bis 2000 war er selbst Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München. Sein Atelier an der Damra in St. Wendel behielt er bei und wurde dort Initiator der „Straße des Friedens“. 2012 fasste er zusammen: „Mein Thema von der Figur ist immer mehr in eine Abstraktion hineingegangen.… Aber dann bekam ich plötzlich eine Idee, dass ich mein figürliches Programm in verschiedene Fächer einteile. Das erste ist der Kopfbereich, dazu zählen die Kuben, vom Kubus bis zur Kugel, dann der organische Bereich, dazu gehören die Quellformen, Gurken und Ravioli, wie ich das nenne, und es ist schließlich als drittes die innere Linie.“ (Zitat aus: www.leokornbrust.de/downs/kuenstlerinterview_leo_kornbrust.pdf, S. 14)

Galerie

Leo Kornbrust: Zerlegter Kubus, Kopfbereich, 1984 © Universität Augsburg
Leo Kornbrust: Zerlegter Kubus, Kopfbereich, 1984 © Universität Augsburg
Leo Kornbrust: Zerlegter Kubus, Kopfbereich, 1984 © Universität Augsburg

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