Forschung

Projekte von Prof. Dr. Gregor wurst

 

Mitarbeit an der Edition von Augustinus, Contra Faustum Manichaeum

Für die Reihe Bibliothèque Augustinienne wird eine kommentierte französische Neuübersetzung erarbeitet.

 

 

 

Kritische Neuedition des Codex Tchacos in Zusammenarbeit mit H.-G. Bethge und U.-K. Plisch

Aufgrund des Auffindens neuer Fragmente aus dem Codex Tchacos ist eine kritische Neudition des Codex notwendig geworden. Diese wird, nach der editio princeps durch R. Kasser und G. Wurst aus dem Jahr 2007, von G. Wurst in Zusammenarbeit mit H.-G. Bethge, M. Meyer (†) und U.-K. Plisch erarbeitet.

 

 

 

Kritische Edition der Sonntagspsalmen sowie der beiden folgenden Psalmengruppen des ersten Teils des koptisch-manichäischen Psalmenbuchs


Im Rahmen der Series coptica des Projektes Corpus fontium manichaeorum (hg. von A. Van Tongerloo, H. Van Oort, und S.N.C. Lieu) ist eine vollständige Neu- bzw. Erstedition des Psalmenbuches in Vorbereitung. Zielsetzung dieses Projektes ist es, eine kritische, diplomatische Edition und deutsche Übersetzung von drei Psalmengruppen für die Series coptica des CFM zu erarbeiten.

 

Dissertationen

Sozialfürsorge in der Alten Kirche am Beispiel der sogenannten Apostolischen Konstitutionen (Arbeitstitel)

Isabelle Klapheck

 

Bei den sogenannten Apostolischen Konstitutionen handelt es sich um eine umfangreiche, gegen Ende des vierten Jahrhunderts nach Christus im Raum Syrien entstandene Kirchenordnung, die zum großen Teil auf anderen bekannten Kirchenordnungen basiert. Neben umfangreichen liturgischen Anweisungen beinhalten die Apostolischen Konstitutionen, insbesondere in den Büchern II (Von dem Klerus), III (Von den Witwen) und IV (Von den Waisen), ausführliche Beschreibungen christlichen Verhaltens gegenüber den materiell schwächsten Mitgliedern der Gemeinde. Dabei kommt besonders dem Bischof als Beschützer der Waisen und der Witwen, welche jedoch durchaus nicht nur als passive Empfängerinnen von Wohltaten angesehen werden dürfen, eine bedeutende Rolle zu.

Doch handelt es sich hierbei um eine realistische Darstellung innergemeindlicher Sozialfürsorge, oder um idealistische Wunschvorstellungen, die so nie oder nur ansatzweise umgesetzt wurden? Und inwiefern lassen sich in Fragen der Sozialfürsorge in den Apostolischen Konstitutionen Bearbeitungen der rezipierten Kirchenordnungen, insbesondere der syrischen Didaskalie, feststellen? Diese Fragen sollen im Dissertationsprojekt schwerpunktmäßig behandelt werden.

 

Die Fokolar-Bewegung – Der vierte Weg! Die Spiritualität, Struktur und Geschichte der Fokolar-Bewegung unter besonderer Berücksichtigung der beiden deutschen Staaten bis 1990 (Arbeitstitel)

Sebastian Walser, Lic. theol.

 

Die Fokolar-Bewegung wurde im Jahr 1943 während der Kriegswirren des 2. Weltkrieges von Chiara Lubich gegründet. Ursprung der geistlichen Inspiration Chiara Lubichs ist einerseits der Wallfahrtsort Loreto, anderseits ist die Spiritualität der Fokolar-Bewegung geprägt durch die Suche Chiara Lubichs und ihrer Gefährtinnen nach einem Ideal, welches nicht vergänglich ist. Die Antwort auf ihre Suche findet die Gruppe junger Frauen im christlichen Gott. Sie beschließen in der Folge ihr Leben voll und ganz an Gott auszurichten. Angesteckt von dieser fokolarinischen Lebensweise der jungen Frauen, stieg die Zahl der interessierten sowie teilnehmenden Menschen stark an. Bereits 1958 überquerte die Bewegung die Alpen und gelangte nach Deutschland sowie ab 1960 in die DDR.

Die Intention dieser Dissertation ist es, diese historische Ausbreitung der Fokolar-Bewegung in West- und Ostdeutschland bis 1990 zu erarbeiten. Ferner soll ebenfalls ausführlich auf die Spiritualität und Struktur des Werkes Mariens eingegangen werden. In beiden Fällen wird hierzu das Quellenmaterial aus den fokolarinischen Archiven in Leipzig, Ottmaring und Rom herangezogen.

 

Die Synode von Antiochia 324/325 und ihr Rundschreiben (Arbeitstitel)

Dipl.-Theol. Matthias Simperl MA

 

In syrischer Sprache ist das Rundschreiben einer Synode überliefert (Urk. 18 [Opitz]), die im Jahr 324 oder 325 in Antiochia stattgefunden haben soll. Seit der Entdeckung des Textes durch Eduard Schwartz im Jahr 1905 ist die Echtheit des Textes umstritten. Neuere Anfragen gehen von einer Entstehung des Textes in der Mitte des vierten Jahrhunderts aus (Strutwolf).

Im Rahmen des Dissertationsprojektes wird eine kritische Neuedition auf der Grundlage aller bekannten Handschriften angefertigt und der von Schwartz vorgelegte Vorschlag für die Gestalt der griechischen Vorlage an einigen Stellen modifiziert.

Ein ausführlicher Kommentar erschließt das Schreiben unter dogmen- und kirchengeschichtlichen sowie philologischen Gesichtspunkten. Dabei ist, ergänzend zur bisherigen Fokussierung auf Alexander von Alexandrien, das editorisch zuletzt durch José H. Declerck erschlossene, weitgehend nur fragmentarisch erhaltene Werk des Eustathius von Antiochia heranzuziehen.

In Auseinandersetzung mit der bisherigen Forschung soll argumentiert werden, dass das Schreiben sich durchaus in den ereignis- und theologiegeschichtlichen Kontext vor dem Konzil von Nizäa einfügen lässt. Um dies zeigen zu können, bewertet die Dissertation außerdem Theologie und Überlieferungsgeschichte der westlichen Synode von Serdica in einigen Punkten neu. Von Interesse ist hierbei insbesondere die theologisch motivierte Unterscheidung zwischen γεννητός (gezeugt) und γενητός (geworden), deren Genese im Licht der Ergebnisse der Arbeit möglicherweise neu zu interpretieren ist.

 

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