Qualifikationsarbeiten

Dissertationen

Jacques Abel OnyaDeutsch mit dem Radio in Kamerun lernen: Eine empirische Untersuchung mit Schülergruppen in der Stadt Jaunde (Arbeitstitel)

Frederking, Krommer und Maiwald (2012, S. 77) gehen von der Annahme aus, dass ein rein buchorientierter Deutschunterricht heute nicht mehr zeitgemäß sei. Bei genauer Betrachtung treffen diese Ausführungen vollkommen in vieler Hinsicht zu. Zum einen, weil sich der Deutschunterricht im Medienzeitalter der Mediengesellschaft anpassen muss. Der Mensch hat sich in der Tat jederzeit der Massenmedien als Hauptwissensquelle bedient (Vgl. Luhmann 1996, S. 10). Dies gilt im 21. Jahrhundert bzw. im 3. Jahrtausend mehr denn je, da wir in einer medial geprägten Gesellschaft leben. Zum anderen ist der Medieneinsatz nicht nur heutzutage in fremdsprachendidaktischer Fachdiskussion fest verankert, sondern hat auch seine didaktische Effizienz bewiesen. So können zum Beispiel Radiotexte bzw. Podcasts die Förderung aller Fertigkeiten ermöglichen (Vgl. Würffel 2019, S. 558.). Für Peuschel (2012, S. 50-51) können Lernende durch Radioprojekte Teilhabe am digitalen Diskurs haben. In Kamerun steckt noch die Mediendidaktik „Deutsch als Fremdsprache“ in den Kinderschuhen und die Fertigkeit „Hören“ ist bislang ein Stiefkind der Unterrichtspraxis. Deshalb ist diese Arbeit, die u.a. empirisch deskriptiv, explorativ und interpretativ durchgeführt werden wird, von großer wissenschaftlicher Relevanz. (Beginn: November 2019)

 

Literatur:

Frederking,   Volker/Krommer,   Axel/Maiwald,   Klaus  (2012):  „Mediendidaktik   Deutsch.  Eine Einführung“.   Berlin: Erich Schmidt Verlag.

Luhmann, Niklas (1996): „Die Realität der Massenmedien“. 2. Erweiterte Auflage. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Peuschel, Kristina (2012): „Sprachliche Tätigkeit und Fremdsprachenlernprojekte. Fremdsprachliches Handeln und gesellschaftliche Teilhabe in radiodaf-Projekten“. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Würffel, Nicola (2019): „Hausaufgaben im DaF/DaZ-Unterricht. Ein altes Thema (digital) neu denken“. In: Info DaF. Bd. 46, Heft 5, 446-470.

 

 

Laura Schmidt: Gendersensibler DaZ-Unterricht im institutionellen Integrationskontext (Arbeitstitel)

„Die Einteilung in Geschlechter scheint in der ‚Natur der Dinge’ zu liegen, wie man manchmal sagt, um von dem zu sprechen, was normal, natürlich und darum unvermeidlich ist“ (Bourdieu 2017, 19). Das Konstrukt Gender ist nicht nur, wie Bourdieu andeutet, eine gesellschaftlich allumfassend präsente, scheinbar natürliche Kategorie, welche mit ihren Klassifikationen weitreichende Konsequenzen für jede*n bedeutet, sondern auch eine bedeutsame Differenzlinie im Fremdsprachenunterricht. Die in diesem Bereich erforschten Fragestellungen wurden seit langem ausschließlich in Untersuchungen zu geschlechtsspezifischem Lernen bearbeitet. Erst langsam öffnet sich die Fremd- und Zweitsprachdidaktik für dekonstruktivistische Perspektiven auf Geschlechtlichkeit (vgl. Baar 2014, S. 147 und Schmenk 2009, S. 18ff.). DaZ-Unterricht unter der Zielsetzung der Integration ist nachweislich durch Stereotypisierung und fehlende Ambiguitätstoleranz gekennzeichnet (vgl. Moghaddam 2010, S. 281), welche sich auch auf Gender und intersektionale Zusammenhänge mit anderen Differenzlinien bezieht. Damit eröffnet sich ein relevantes Forschungsfeld, in welchem sich das Dissertationsprojekt verortet und mittels Grounded Theory empirisch ein Modell für gendersensiblen DaZ-Unterricht entwirft, welches gegebenenfalls verengende Kompetenzkonzepte hinterfragt und einen besonderen Schwerpunkt auf die im Kontext Integration(skurs) auftretenden Hegemonien legt. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Gelingensbedingungen ein auf Integration ausgerichteter DaZ-Unterricht aufweisen müsste, um gendersensibel sein zu können. (Beginn: Oktober 2019)

 

Literatur:

Baar, Robert (2014): Genderstudies in der Erziehungswissenschaft: Aspekte einer gendersensiblen (Grund-) Schulpädagogik. In: Astrid M. Fellner, Anne Conrad und Jennifer J* Moos (Hg.): Gender überall!? Beiträge zur interdisziplinären Geschlechterforschung. St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag, S. 145–161.

Bourdieu, Pierre (2017): Die männliche Herrschaft. 4. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Moghaddam, Roya (2010): Deutsch als Fremdsprache mit gendergerechter Didaktik? In: Ulrike Eberhardt (Hg.): Neue Impulse in der Hochschuldidaktik. Sprach- und Literaturwissenschaften. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss, S. 281–295.

Schmenk, Barbara (2009): Geschlechtsspezifisches Fremdsprachenlernen? Zur Konstruktion geschlechtstypischer Lerner- und Lernbilder in der Fremdsprachenforschung. 2. Aufl. Tübingen: Stauffenburg.

 

 

 

Christine Stahl: Förderung der Professionellen Unterrichtswahrnehmung von Lehramtsstudierenden in Bezug auf Elemente des sprachsensiblen Unterrichts (Arbeitstitel)

Die Fähigkeit lernrelevante Situationen im Unterricht professionell wahrzunehmen, zählt zu den zentralen Elementen pädagogischer Professionalität (vgl. de Boer & Reh 2012). Voraussetzungen hierfür sind das Wissen über Bedingungen eines lernwirksamen Unterrichts und die Anwendung dieses Wissens auf konkrete Unterrichtssituationen. Lehramtsstudierende fühlen sich nur unzureichend auf den Unterricht in sprachlich heterogenen Klassen vorbereitet. Forschungsarbeiten belegen, dass eine Professionelle Unterrichtswahrnehmung zu adaptivem Handeln befähigen kann (vgl. Seidel & Prenzel 2007; Sherin & van Es 2009) und bereits Teilkompetenzen davon im Studium ausgebildet werden können (vgl. Stürmer 2011). Dieser Ansatz beschreibt die Fähigkeit, relevante Unterrichtsereignisse zu analysieren, wobei zwei Teilprozesse – noticing und knowledge based reasoning – unterschieden werden. Fachbezogene Untersuchungen zur Professionellen Unterrichtswahrnehmung, welche den Blick auf fachdidaktische Wissensbestände angehender Lehrkräfte im Bereich des Deutschen als Zweitsprache richten, stellen noch ein Forschungsdesiderat dar. Im Rahmen einer Längsschnittstudie soll die individuelle Entwicklung angehender Lehrkräfte hinsichtlich ihrer Fähigkeit sprachsensiblen Unterricht in Unterrichtsvideographien einschätzen und theoretisch einordnen zu können, untersucht werden. (Beginn: Mai 2019)

 

Literatur:

de Boer, Heike & Reh, Sabine (2012): Beobachtung in der Schule - Beobachten lernen. Wiesbaden: Springer VS.

Seidel, Tina & Prenzel, Manfred (2007): Wie Lehrpersonen Unterricht wahrnehmen und einschätzen – Erfassung pädagogisch-psychologischer Kompetenzen bei Lehrpersonen mit Hilfe von Videosequenzen. In: Prenzel, M.; Gogolin, I.; Krüger, H.-H. (Hrsg.): Kompetenzdiagnostik. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Sonderheft 8. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 201–218.

Sherin, Miriam & van Es, Elizabeth (2009): Effects of video club participation on teachers’ professional vision. In: Journal of Teacher Education 60, S. 20–37.

Stürmer, Kathleen (2011):  Voraussetzungen für die Entwicklung professioneller Unterrichtswahrnehmung im Rahmen universitärer Lehrerausbildung. Dissertation, Technische Universität München.

 

 

 

Lisa Teufele: Berufssprachliche Kompetenzen von berufserfahrenen Zugewanderten ohne formal anerkannten Berufsabschluss (Arbeitstitel)

Die Zahl der durch Diskontinuität geprägten Erwerbsbiografien steigt innerhalb der deutschen Wohnbevölkerung kontinuierlich. Es ist festzustellen, dass die klassische Dreiteilung der Berufsbiografie zunehmend erodiert und Übergangsphasen in Form von Wechsel und völligen Ausstiegen aus beruflichen Tätigkeitsfeldern und Fachrichtungen entstehen (vgl. Frosch 2010). Angesichts der steigenden Migration, die einen hohen Anteil an ungelernten Zugewanderten einschließt (vgl. Seibert und Wapler 2020), stellt sich die Frage, welche berufssprachlichen Kompetenzen Zugewanderte mitbringen. Für den Erwerb, die Ausübung und somit auch für die Validierung beruflicher Handlungskompetenz sind neben rein berufsfachlichen Kompetenzen ebenso allgemeinsprachliche und berufssprachliche Fähigkeiten und Kenntnisse unabdingbar. (vgl. Settelmeyer et al. 2013: 2). Das Dissertationsvorhaben geht der Frage nach, über welche berufssprachlichen Kompetenzen berufserfahrene Zugewanderte verfügen. Auf der Basis von Modellen der berufssprachlichen Kompetenzfeststellung (vgl. Douglas 2005) und soziokultureller Ansätzen der Spracherwerbsforschung (vgl. Ohm 2014) wird der Einfluss beruflicher und sprachlicher Faktoren auf die berufssprachliche Kompetenzentwicklung untersucht. (Beginn: Oktober 2020)

 

Literatur:

Frosch, Ulrike (2010): Bastelbiographie, Patchwork-Identität und Co. – Atypische Erwerbsbi-ographien aus gegenwärtiger Forschungsperspektive. In: bwp@ Berufs- und Wirt-schaftspädagogik – online, Ausgabe 18.

Seibert, Holger & Wapler, Rüdiger (2020): IAB-Kurzbericht. Aktuelle Analyse aus dem Insi-tut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. 08/2020. http://doku.iab.de/kurzber/2020/kb0820.pdf [Abruf: am 20.10.2020].

Settelmeyer, Anke et al. (2013): Sprachlich-kommunikative Anforderungen in der beruflichen Ausbildung. Projektbeschreibung. Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung. https://www.bibb.de/tools/dapro/data/documents/pdf/at_22304.pdf [Abruf: 03.11.2020].

Douglas, Dan (2005): Testing Languages for Specific Purposes. In: Hinkel, Eli (Hg.): Hand-book of Research in Second Language Teaching and Learning. Mahwah: Lawrence Earlbaum Associates, 857-868.

Ohm, Udo (2014): Ohne sprachliche Qualifizierung keine berufliche Qualifizierung. Zum konstitutiven Verhältnis zwischen der Aneignung von Fachwissen bzw. beruflicher Handlungskompetenz und Sprachentwicklung. In: Deutsch als Zweitsprache 1.2014, 7-19.

 

 

 

 

Habilitationsprojekte

Dr. Ana da Silva: DaZ-Kompetenzen im Kontext digitalen Lehrens und Lernens (Arbeitstitel)

Weitere Informationen folgen in Kürze.

 

 

Dr. Elena Waggershauser: Wirksamkeitsprüfung von BeDaZ aus der Sicht der teilnehmenden Lehrkräfte (Arbeitstitel)

Weitere Informationen folgen in Kürze.

 

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