Das IEK trauert um Prof. Dr. Rolf Kießling

Am 22. Juni 2020 ist unser Gründungsmitglied Prof. Dr. Rolf Kießling in Bonstetten bei Augsburg verstorben.

Rolf Kießling wurde am 25. Juli 1941 in Augsburg geboren. Er studierte von 1960 bis 1966 Geschichte, Germanistik und Geographie in München und Erlangen. Die Promotion erfolgte 1969 in München bei Karl Bosl mit der Dissertation über „Bürgerliche Gesellschaft und Kirche in Augsburg im Spätmittelalter“. 1985 habilitierte er sich an der Universität Augsburg im Fach Mittlere und Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Landesgeschichte mit der Schrift „Die Stadt und ihr Land. Umlandpolitik, Bürgerbesitz und Wirtschaftsgefüge in Ostschwaben vom 14. bis ins 16 Jahrhundert“ (erschienen 1989). Von 1970 bis 1992 war Rolf Kießling Studienrat, später Studiendirektor am Bayernkolleg Augsburg. 1992 bis 1994 hatte er an der KU Eichstätt eine Vertretungsprofessur für Theorie und Didaktik der Geschichte inne. 1994 erhielt er den Ruf nach Augsburg und war bis zu seiner Emeritierung 2007 Inhaber des Lehrstuhls für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg.

Rolf Kießling war von der Gründung an Mitglied des Instituts für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg, um das er sich bis zuletzt aktiv verdient gemacht hat, nicht zuletzt durch seine Forschungen zum Judentum in Schwaben sowie zu Konrad Peutinger. Seit 1974 war er Mitglied und von 1999 bis 2016 Erster Vorsitzender der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft. Er leitete den wissenschaftlichen Beirat des Jüdischen Kulturmuseums in Augsburg, den Freundeskreis des Stadtarchivs Augsburg und die Eugen-Liedl-Stiftung. Seit 1997 war er Mitglied der Kommission für bayerische Landesgeschichte. Von 1996 bis 2011 war er Vorsitzender des Memminger Forums für Schwäbische Regionalgeschichte. Rolf Kießling erhielt zahlreiche Preise, u.a. vom Bezirk Schwaben, den Friedrich-Schiedel-Wissenschaftspreis und das Bundesverdienstkreuz am Bande. Sein Tod bedeutet für das Institut für Europäische Kulturgeschichte einen schweren Verlust.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

 

neuer Beirat

Universitätsleitung bestellt Beiräte für das IEK

 

Mit der im Juli 2020 verabschiedeten neuen Institutsordnung ist auch die Einsetzung eines Beirats für das IEK notwendig geworden. Das Institut verfügte bereits in den Jahren 1992 bis 2011 über ein entsprechendes Gremium. Aufgabe des Beirats ist es, das Institut „bei der Durchführung seiner Aufgaben [zu] beraten und [zu] fördern“ (Institutsordnung §7). Das Direktorium konnte nun mit Prof. Dr. Elisabeth Décultot (Halle), Prof. Dr. Christoph Kampmann (Marburg), Prof. Dr. Eva-Bettina Krems (Münster), Ass. Prof. Dr. Avi Lifschitz (Oxford) und Prof. Dr. Jakob Vogel (Paris/Berlin) international ausgewiesene Wissenschaftler/innen gewinnen, die das Institut in den kommenden fünf Jahren unterstützen werden und mit denen zugleich ein enger wissenschaftlicher Austausch angestrebt wird.

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