Phosphor-Workshop am 10./11.3.2020 am Wissenschaftszentrum Umwelt

Licht und Leben, Feuer und Tod - eine Stoffgeschichte

Phosphor ist als Stoff sehr schillernd: er kann Licht und Leben bringen, birgt aber auch Feuer und Tod in sich. Vom Begriff her bedeutet phos-phor: Licht-träger bzw. -bringer. Sowohl in der griechischen Mythologie als auch im biblischen Kontext begegnet uns dieser Lichtbringer, in Jesaja wird daraus dann Luzifer. Entdeckt wurde das chemische Element Phosphor vom Hamburger Kaufmann und Alchimisten Henning Brand, als er 1669 auf der Suche nach Feuer Urinrückstände destillierte. Heute weiß man, dass gewisse Stoffe nach nichtthermischer Anregung ein Nachleuchten (Phosphoreszenz) zeigen, allerdings gehört Phosphor nicht zu ihnen. Die Ambivalenz von Phosphor zeigt sich darin, dass mit ihm eine chemische Lichtquelle verbunden ist und Leben ohne ihn nicht möglich ist, jedoch manche Phosphorarten ebenso für militärische Belange verwendet werden können, und so in Gestalt von Phosphorbomben Feuer und Tod bringen. Phosphorderivate werden sehr häufig als Dünger verwendet, was nicht unumstritten ist. Genauso wie phosphorhaltige Insektizide, deren Herstellung denen von Kampfgasen sehr nahe verwandt ist. In jedermanns Hand war Phosphor früher in Form von Streichhölzern. Ziel des interdisziplinärem Kolloquiums und der geplanten anschließenden Buchpublikation ist es, sowohl die schillernde Geschichte des Elements, seine unterschiedlichen, sehr ambivalenten Verwendungsweisen als auch seine begrenzte Verfügbarkeit in einem interdisziplinären Kolloquium sowie im nachfolgend zu schreibenden Buch für die Reihe „Stoffgeschichten“ eingehend zu analysieren. Herausfordernd und kennzeichnend für den Workshop wird sein, dass hier Beiträge aus den unterschiedlichsten Disziplinen (von der Theologie über Kultur- und Ingenieurswissenschaften bis zu verschiedenen Naturwissenschaften) notwendig sind und zusammengeführt werden.

Anmeldung: Interessenten können sich bis 28. Februar 2020 bei Frau Prof. Schlögel-Flierl per E-Mail anmelden unter

kerstin.schloegl-flierl@kthf.uni-augsburg.de

Weitere Informationen: Vorläufiger  Zeitplan und Plakat zum Download.

 

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