© Universität Augsburg

Der kulturelle, soziale, medizinische wie politische Umgang mit dem Lebensende unterliegt in den letzten Jahrzehnten einem starken Wandel. Vor dem Hintergrund der Zunahme chronischer Krankheits- und damit auch langer Sterbeverläufe entstanden neue Problemstellungen, die unter anderem zu einer Neukonzeption der Sterbebegleitung führten. In dem Band analysieren ExpertInnen aus verschiedenen Fachbereichen (Ethnologie, Geschichtswissenschaft, Medizin, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Pflegewissenschaft und Soziologie) die gegenwärtige Verhandlung von Sterben, Tod und Trauer und deren gesellschaftliche Relevanz. Die Beiträge thematisieren zentrale Entwicklungen am Lebensende, wie etwa aktuelle Ansätze im Palliativ- und Hospizbereich, individuelle Vorsorgepraktiken oder öffentliche Repräsentationen in der (digitalen) Medienlandschaft, und nehmen deren institutionelle sowie soziokulturelle Kontexte in den Blick. Dabei werden zahlreiche Gemeinplätze der bisherigen Forschung kritisch hinterfragt, die sich durch die enge Verbindung von sozialem Protest und Wissenschaft ergeben haben.

 

Herausgeberteam des Sonderbandes

  • Anna Bauer, M.A.
  • Dr. Florian Greiner
  • Sabine H. Krauss, M.A.
  • Marlene Lippok, M.A.
  • Dr. Sarah Peuten

Weitere Informationen zum Band

2020, 326 Seiten, broschiert, 69,-€
ISBN: 978-3-8487-6101-2


Eine Vorbestellung ist im Online-Shop des Verlags oder per Bestellformular möglich.

Inhaltsverzeichnis

Editorial der Reihenherausgeberinnen und Reihenherausgeber

 

Inhalt

 

Rationalitäten des Lebensendes. Chancen, Herausforderungen und Perspektiven in der interdisziplinären Gesundheitsforschung
Florian Greiner

 

„So bunt wie ein Liebesbrief“. Sicherheitsfiktionen im Entstehungsprozess von Patientenverfügungen
Julia Dornhöfer

 

Care in den Medien: Gesundheitliches Vorausplanen und Care am Lebensende in der massenmedialen Berichterstattung
Anna J. M. Wagner, Manuel Menke, Susanne Kinnebrock und Marina Drakova

 

Das soziologische Grundthema der Institutionalisierung und Individualisierung in der ambulanten Pflege Sterbender: Ein Modellprojekt zur Implementierung von Hospizkultur und Palliative Care
Michaela Thönnes
 

Care-Arbeit am Lebensende. Eine ethnomethodologische Perspektive auf die stationäre Hospizpflege
Lilian Coates


Palliative Praxis im Spannungsfeld zwischen Interaktion und Reflexion: Erfahrungen von Palliative-Care-Pflegenden im Umgang mit ekelerregenden Situationen
Mara Kaiser

 

Who cares? Rationalitäten der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung am Beispiel Zeit
Sabine H. Krauss

 

Individualität am Lebensende im Krankenhaus Überlegungen zur Erweiterung der medizinischen Perspektive
Anna Kitta
 

Rationalitäten und Routinen des ‚Sterben-Machens‘. Normative Orientierungen und professionelle Problemlösungskompetenz in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung
Anna D. Bauer

 

Sterben, Trauern und Gedenken in der digitalisierten Gesellschaft. Zur Erweiterung von Handlungsspielräumen mit und durch digitale Medientechnologien
Anke Offerhaus

 

Versachlichtes Sterben? Reflexionsansprüche und Reflexionsdefizite in institutionellen Settings
Thorsten Benkel

 

Epilog: Wenn schon kein fröhliches, so doch zumindest ein rationales Sterben… Oder: Wie mit dem Lebensende umgehen?
Werner Schneider

 

Das ZIG und die G.IP

 

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren

 

Suche