Hans Joas: Antikolonialer Widerstand und religiöse Vision: Mahatma Gandhi

  • Veranstaltungsdetails
  • 05.07.2022, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr 
  • Ort: Rokokosaal der Regierung von Schwaben, Fronhof 10, 86152 Augsburg
  • Veranstalter: Jakob-Fugger-Zentrum
  • Themenbereiche: Akademisches (Gesamtuniversitäres), Internationales, Studium, Campusleben und Freizeit, Wissenschaftliche Weiterbildung, Kunst und Musik, Gesundheit und Medizin, Geografie, Umwelt und Ökologie, Wirtschaft und Recht, Erziehungswissenschaft, Lehrerbildung und Psychologie, Medien und Kommunikation, Politik und Gesellschaft, Sprache, Literatur und Geschichte, Philosophie und Theologie, Geschichte
  • Veranstaltungsreihe: Internationale Gastdozentur am Jakob-Fugger-Zentrum: Moralischer Universalismus und Weltherrschaft - Hans Joas in Augsburg
  • Vortragsreihe
  • Vortragende: Hans Joas

Im Sommersemester 2022 ist mit Hans Joas einer der bedeutendsten Soziologen der Gegenwart am Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg zu Gast. Seine Vorträgen beleuchten das Thema "Moralischer Universalismus: Menschheitsethos und Weltherrschaft".


Mit Hans Joas ist es im Sommersemester 2022 gelungen, einen der bedeutendsten Soziologen der Gegenwart für die Internationale Gastdozentur zu gewinnen. Seine Vorträge in Augsburg sind dem Thema „Moralischer Universalismus: Menschheitsethos und Weltherrschaft“ gewidmet und gewähren Einblicke in sein jüngstes Buchprojekt. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass die Menschheit während des größten Teils ihrer Geschichte vermutlich kein Bewusstsein von sich selbst als einer einheitlichen Spezies hatte und gewiss nicht den moralischen Maßstab, das Wohl aller Menschen über das des eigenen Sozialverbands zu stellen. Wann, wo und warum aber entstand dann ein solches „Menschheitsethos“ und wie hat es sich weiterentwickelt? Stellt es eine Eigenheit des Christentums oder der Aufklärung und des Westens dar oder finden wir es auch in anderen Traditionen und Kulturen? Die Grundthese der Forschungen von Hans Joas ist, dass wir diesen „moralischen Universalismus“ in seinen vielfältigen Formen historisch nur in Wechselwirkung mit der Geschichte der Imperien verstehen können, d.h. aus den Reaktionen auf deren Weltherrschaftsansprüche heraus oder als Rechtfertigungsversuche ebendieser Imperien. Während im ersten Vortrag der Reihe die Grundgedanken des ganzen Buchprojekts entwickelt werden, werden danach zwei Fallstudien behandelt. Der zweite Vortrag untersucht den Kampf um die Abschaffung der Rassensegregation in den Südstaaten der USA mit besonderem Augenmerk auf die Rolle des Christentums auf beiden Seiten des Konflikts, der dritte Vortrag betrachtet die religiöse und politische Vision Mahatma Gandhis, die darin bestand, aus indischen Traditionen einen moralischen Universalismus zu entwickeln, der sich gegen die Herrschaft und den zivilisatorischen Überlegenheitsanspruch des britischen Empire richten konnte.

Weitere Veranstaltungen: Jakob-Fugger-Zentrum


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