Das Projekt MüHLe – Mündliches Handeln von Lehrpersonen – untersucht Aspekte intentional modellierter mündlicher Äußerungen von Lehrpersonen und Lehramtsstudierenden vor dem Hintergrund der Herausforderungen des Sprach- und Fachunterrichts in sprachlich heterogenen Lerngruppen. Ein besonderer Fokus des Projekts liegt in der lernförderlichen Gestaltung von Unterrichtsinteraktionen sowie in der Rolle der Sprache der Lehrperson für das Erklären und für die Umsetzung von Micro-Scaffolding-Strategien.

 

Das Datenkorpus MüHLe für Lehramtsstudierende (MüHLe-LA) besteht aus videographierten Unterrichtssimulationen aus drei lehrkräftebildenden Standorten: Universität Tübingen (Sommersemester 2017, Wintersemester 2017/2018), Universität Leipzig (Sommersemester 2018), Universität Augsburg (Wintersemester 2018/2019, 2019). Grundlage waren jeweils Forschungsseminare zum Thema „Sprachgebrauch und Unterrichtsinteraktion“, wobei sich die Studierendengruppen vor allem bezgl. ihrer Studiengänge unterscheiden (Univ. Tübingen, B.Ed. und Lehramt Gymnasium im Fach Deutsch sowie MA German. Linguistik; Univ. Leipzig, Master Deutsch als Fremdsprache; Univ. Augsburg, Lehramt Grund- und Mittelschule im Fach Didaktik Deutsch als Zweitsprache). In den Seminaren wurden Grundlagen von Mündlichkeit und Unterrichtsinteraktion, Videographie als Forschungsmethode und das Transkribieren nach GAT 2 erarbeitet. Für die Simulationen hatten die Studierenden freie Themenwahl, Voraussetzung war jedoch eine Simulation im Kontext des Fachunterrichts mit sprachlich heterogenen Lerngruppen bzw. DaZ/DaF-Unterricht. In den jeweiligen Prüfungsleistungen (Hausarbeiten, Projektarbeiten) hatten die Studierenden die Aufgabe, die im Seminar erstellten Videos als Datenmaterial zu verwenden und einzelne Sequenzen unter einer selbst gewählten Fragestellung zu analysieren und dafür mit den eigenen Transkripten zu arbeiten. In das Forschungskorpus MüHLe-LA haben die Studierenden ihre Videodaten, meist in anonymisierter und transkribierter Form, noch einmal in einem gesonderten Schritt zur weiteren wissenschaftlichen Verarbeitung individuell freigegeben. Die Transkripte wurden nach der Konvention GAT 2/Basistranskript erstellt (Selting et al. 2009). Für die Kodierung, bspw. von Paraphrasierungen in Erklärungen wurde die Software MAXQDA verwendet.

 

 

Projektbezogene Publikationen:

- Peuschel, Kristina (in press). Sprachlernförderliche Unterrichtsinteraktion im Kontext sprachlicher Heterogenität und Deutsch als Zweitsprache. In Lena Heine, Mirka Mainzer-Murrenhoff, Sandra Drumm, & Stefanie Zahlten (Eds.), Sprachtheorien in der Zweit- und Fremdsprachenforschung - Basis für empirisches Arbeiten zwischen Fach- und Sprachlernen Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

- Peuschel, Kristina (2019). Paraphrasieren als Lehrkompetenz: ein Zugang zu mündlichen, bildungssprachlichen Kompetenzen von Lehramtsstudierenden. In Charlott Falkenhagen, Hermann Funk, Marcus Reinfried, & Laurenz Volkmann (Eds.), Sprachen lernen integriert - global, regional, lokal: Dokumentation zum 27. Kongress für Fremdsprachendidaktik der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung /DGFF) Jena, 27. - 30. September 2017 (pp. 77-90). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

 

Upcoming:

XIV. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG), Palermo 26.7.-2.8.2020, „Wege der Germanistik in transkulturellen Perspektiven“, Sektion: D3 Unterrichtsmitschnitte in der Aus- und Fortbildung von DaF/DaZ-Lehrenden (Leitung: Janíková, Věra; Schart, Michael; Schramm, Karen).

 

 

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