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Ab dem Wintersemester 2022/23:

*Ibero-Romanische Kulturstudien in Augsburg*

 

Der forschungsorientierte Master of Arts (MA) „Ibero-Romanische Kulturstudien“ (IRK) richtet sich an Studierende mit einem Interessensschwerpunkt auf (inter‑)kulturellen Themen, die vergleichend-transnationale Kompetenzen mit Bezug auf die Iberische Halbinsel und Lateinamerika erwerben wollen. Neben spanisch- und portugiesischsprachigen Medien und Soziokulturen werden auf philologischer Grundlage im Besonderen die transatlantischen Beziehungen zwischen Europa, Amerika sowie Afrika fokussiert, die sowohl aus historischer wie aktueller Perspektive unter Einbezug (post)kolonialer wie (trans)arealer Aspekte untersucht werden.

 

Durch die Patrizierfamilien der Welser, Fugger, Höchstetter und Gossembrot ist Augsburg geschichtlich unter den deutschen Städten besonders eng mit der portugiesischen und spanischen Expansion verbunden, die eigentlich Indien (und Malakka) galt, aber letztlich der Verbreitung der iberoamerikanischen Varietäten nach Amerika und Afrika Vorschub geleistet hat. Zudem ist durch das über 30-jährige interdisziplinäre Institut für Spanien-, Portugal- und Lateinamerika-Studien (ISLA) an der Reformuniversität Augsburg – neben etablierten Master-Studiengängen im Bereich der Europa- und Nordamerika-Studien – ein einschlägiges Studienumfeld gewährleistet, in dem der wissenschaftliche, Disziplinen übergreifende Dialog über europäische und amerikanische Kulturen und Lebenswelten sowie ihre Verbindungen kompetent wie komplexitätsgerecht möglich ist. Hierzu gehört nicht nur die Beachtung von ibero-romanischer Diversität einschließlich indigener, kreolischer und minoritärer Sprachen und Sozio-Kulturen, sondern auch die ‚glokale‘, regionale wie globale Vernetzungen berücksichtigende Betrachtung iberischer und lateinamerikanischer Dynamiken und Diskurse.

 

Im Unterschied zu stärker auf Europa ausgerichteten bzw. auf Lateinamerika oder interamerikanistisch fokussierten Studiengängen setzt der Augsburger IRK-Master auf einen bewusst transatlantischen Ansatz, der den Beitrag amerikanischer Geistes- und Ideengeschichte ebenso bedenkt wie hybride und ternäre Identitätsentwürfe im Hinblick auf Migration und (De‑)Kolonialisierung. Dies entspricht auch dem Verständnis des Spanischen und Portugiesischen als plurizentrische Sprachen.

 

Da also nicht nur iberische bzw. lateinamerikanische Gesichtspunkte, sondern gerade ibero-romanische Kultur-Relationen im Mittelpunkt des Studiengangs stehen und spanische und portugiesischsprachige Kulturen und Lebenswelten der Ibero-Romania (mit über 600 Millionen Muttersprachler*innen weltweit) das Curriculum orientieren, zeichnet sich der Augsburger IRK durch eine ganzheitliche Studienperspektive aus, zu der auch gehört, dass neben entsprechend sprach-, literatur- und kulturwissenschaftlichem Wissen aus dem ibero-romanistischen Bereich der Hispanistik, Lusitanistik und Lateinamerikanistik (samt Sprachpraxis) IRK-Studierende ihre Kompetenzen im interdisziplinären Kontext der Europa- und Nordamerika-Studien wie auch der Komparatistik, Ethnologie, Kunst- und Kulturgeschichte u. a. thematisch abgestimmt vernetzen können.

 

Darüber hinaus sieht der IRK-Master im dritten Semester ein Auslandssemester mit Praktikums‑/Projektoption in Buenos Aires, São Paulo et al. vor, das mit Rücksicht auf die persönliche, soziale bzw. familiäre Situation auch von Augsburg aus als Praxissemester realisiert werden kann. Je nach individueller Schwerpunktsetzung bietet der IRK-Studiengang dabei strukturierte Wahlmöglichkeiten in zwei Wahlmodulen (1. u. 2. Sem.) sowie in der Gestaltung des dritten Semesters, um internationalen und interkulturellen Kompetenzerwerb mit persönlicher Gestaltungsfreiheit flexibel wie kompatibel zu ermöglichen.

 

Indem sich die Studierenden auf philologisch-kulturwissenschaftlicher Basis mit der ibero-romanischen Sprachenvielfalt und Medienkulturgeschichte diachron wie synchron auseinandersetzen und diese regionalen wie internationalen Erkenntnisse wissenschaftlich fundiert in aktuelle wie historische Beziehungszusammenhänge setzen, sind sie in der Lage, die vielseitige kulturelle Komplexität und Diversität ibero-romanischer Kulturen kritisch zu reflektieren, um als verständige, interkulturell kompetente Mittler*innen zwischen – und von – Europa und Lateinamerika (inter)agieren zu können.


 

Tätigkeitsfelder:
 

  • Forschung und Lehre
  • Internationale Zusammenarbeit (Länderreferate, Auslandsentsendung u. a.)
  • Kulturaustausch und Austauschdienste (Stiftungen/NPOs, Institute u. a.)
  • Auslandsbeziehungen (Handelskammern, Ämter/Ministerien etc.)
  • Bildungswesen (Erwachsenenbildung, Lektorate u. a.)
  • Diversity- und Kulturmanagement (Personal‑/Kulturabteilungen/-förderung etc.)
  • Textmanagement und Redaktion (Korrespondenz, Korrektorat etc.)
  • Verlagswesen und Buchhandel
  • Archive und Bibliotheken
  • Tourismus (Studienreisen etc.)
  • Öffentlichkeitsarbeit (PR)

 

Zulassungsvoraussetzungen:
 

  • Allgemeine Hochschulreife o. Ä.
  • BA-Abschluss (bzw. Diplom, Magister, Master, Staatsexamen): Ibero-Romanistik, Spanisch/Hispanistik, Portugiesisch/Lusitanistik, Lateinamerika-Studien/Lateinamerikanistik, Romanische Studien/Romanistik, SLK o. Ä.
  • Sprachkenntnisse (mind.): Spanisch bzw. Portugiesisch: mind. C1; Deutsch: mind. B2
     

Mehr Informationen: iberorom@philhist.uni-augsburg.de

 

 

 

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