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Ab Sommersemester 2023:
 

// Ibero-Romanische Kulturstudien in Augsburg

 

Der forschungsorientierte Master of Arts (MA) „Ibero-Romanische Kulturstudien“ (IRK) richtet sich an Studierende mit einem Interessensschwerpunkt auf (inter‑)kulturellen Themen, die vergleichend-transnationale Kompetenzen mit Bezug auf die Iberische Halbinsel und Lateinamerika erwerben möchten. Neben spanisch- und portugiesischsprachigen Medien und Soziokulturen werden auf philologischer Grundlage im Besonderen die transatlantischen Beziehungen zwischen Europa, Amerika sowie Afrika fokussiert, die sowohl aus historischer wie aktueller Perspektive unter Einbezug (post)kolonialer wie (trans)arealer Aspekte untersucht werden.

 

Durch die Patrizierfamilien der Welser, Fugger, Höchstetter und Gossembrot ist Augsburg geschichtlich unter den deutschen Städten besonders eng mit der portugiesischen und spanischen Expansion verbunden, die eigentlich Indien (und Malakka) galt, aber letztlich der Verbreitung der iberoamerikanischen Varietäten nach Amerika und Afrika Vorschub geleistet hat. Zudem ist durch das über 30-jährige interdisziplinäre Institut für Spanien-, Portugal- und Lateinamerika-Studien (ISLA) an der Reformuniversität Augsburg – neben etablierten Master-Studiengängen im Bereich der Europa- und Nordamerika-Studien – ein einschlägiges Studienumfeld gewährleistet, in dem der wissenschaftliche, Disziplinen übergreifende Dialog über europäische und amerikanische Kulturen und Lebenswelten sowie ihre Verbindungen kompetent wie komplexitätsaffin möglich ist. Hierzu gehört nicht nur die Beachtung von ibero-romanischer Diversität einschließlich indigener, kreolischer und minoritärer Sprachen und Kulturen, sondern auch die ‚glokale‘, regionale wie globale Vernetzungen berücksichtigende Betrachtung iberischer und lateinamerikanischer Dynamiken und Diskurse.

 

Im Unterschied zu stärker auf Europa ausgerichteten bzw. auf Lateinamerika oder interamerikanistisch fokussierten Studiengängen setzt der konsekutive Augsburger IRK-Master auf einen bewusst transatlantischen Ansatz, der den Beitrag amerikanischer Geistes- und Ideengeschichte ebenso bedenkt wie hybride und abinäre Identitätsentwürfe im Kontext von Migration, Ungleichheit und (De‑)Kolonialisierung. Dies entspricht auch dem Verständnis des Spanischen und Portugiesischen als plurizentrische Welt-Sprachen.

 

Da also nicht nur iberische bzw. lateinamerikanische Gesichtspunkte, sondern gerade ibero-romanische Kultur-Relationen im Mittelpunkt des Studiengangs stehen und spanische und portugiesischsprachige Kulturen und Lebenswelten der Ibero-Romania (mit über 600 Millionen Muttersprachler*innen weltweit) das Curriculum orientieren, zeichnet sich der Augsburger IRK durch eine ganzheitliche Studienperspektive aus, zu der auch gehört, dass neben entsprechend sprach-, literatur- und kulturwissenschaftlichem Wissen aus dem ibero-romanistischen Bereich der Hispanistik, Lusitanistik und Lateinamerikanistik (samt Sprachpraxis) IRK-Studierende ihre Kompetenzen im interdisziplinären Kontext der Europa- und Nordamerika-Studien wie auch der Komparatistik, Environmental Humanities, Ethnologie, Kunst- und Kulturgeschichte u. a. curricular abgestimmt vernetzen können.

 

Darüber hinaus sieht der IRK-Master im dritten Semester ein Auslandssemester mit Praktikums‑/Projektoption in Buenos Aires, São Paulo et al. vor, das mit Rücksicht auf die persönliche, soziale bzw. familiäre Situation auch von Augsburg aus als entsprechendes Praxissemester realisiert werden kann. Je nach individueller Schwerpunktsetzung bietet der IRK-Studiengang dabei strukturierte Wahlmöglichkeiten (s. Modulstruktur) in zwei Wahlmodulen (1. u. 2. Sem.) sowie in der Gestaltung des dritten Semesters, um internationalen und interkulturellen Kompetenzerwerb mit persönlicher Gestaltungsfreiheit flexibel wie kompatibel zu ermöglichen.

 

Indem sich die Studierenden auf philologisch-kulturwissenschaftlicher Basis mit der ibero-romanischen Sprachenvielfalt und Medienkulturgeschichte diachron wie synchron auseinandersetzen und diese regionalen wie internationalen Erkenntnisse wissenschaftlich fundiert in aktuelle wie historische Beziehungszusammenhänge setzen, sind sie in der Lage, die vielseitige kulturelle Komplexität und Diversität ibero-romanischer Kulturen kritisch zu reflektieren, um als verständige, interkulturell kompetente Mittler*innen zwischen – und von – Europa und Lateinamerika (inter)agieren zu können.


 

Tätigkeitsfelder:
 

  • Forschung und Lehre
  • Internationale Zusammenarbeit (Länderreferate, Auslandsentsendung u. a.)
  • Kulturaustausch und Austauschdienste (Stiftungen/NPOs, Institute u. a.)
  • Auslandsbeziehungen (Handelskammern, Ämter/Ministerien etc.)
  • Bildungswesen (Erwachsenenbildung, Lektorate u. a.)
  • Diversity- und Kulturmanagement (Personal‑/Kulturabteilungen/-förderung etc.)
  • Textmanagement und Redaktion (Korrespondenz, Korrektorat etc.)
  • Verlagswesen und Buchhandel
  • Archive und Bibliotheken
  • Tourismus (Studienreisen etc.)
  • Öffentlichkeitsarbeit (PR)

 

Zulassungsvoraussetzungen:
 

  • Allgemeine Hochschulreife o. Ä.
  • BA-Abschluss (bzw. Diplom, Magister, Master, Staatsexamen): Ibero-Romanistik, Spanisch/Hispanistik, Portugiesisch/Lusitanistik, Lateinamerika-Studien/Lateinamerikanistik, Romanische Studien/Romanistik, SLK o. Ä.
  • Sprachkenntnisse: Spanisch oder Portugiesisch: mind. C1; Deutsch: mind. B2

 

Modulstruktur:

 

  • A: Basismodule (Pflicht): Ibero-Romanische Horizonte
    Die Module widmen sich komparativen wie kontrastiven Fragestellungen im Hinblick auf Sprach-, Ideen- und Kulturgeschichte der Ibero-Romania, beginnend bei vormoderner translatio bis hin zu dekolonialen Diskursen der Nachmoderne.
  • B: Wahlmodule I (Wahlpflicht): Transdisziplinarität & Sprachkompetenz
    Die Module sind komplementär aus den gemeldeten interdisziplinären bzw. sprachpraktischen Master-Studienangeboten der Philologisch-Historischen Fakultät, der Philosophisch-Soziologischen Fakultät und der Katholisch-Theologischen Fakultät wählbar und bereichern die ibero-romanischen Fachkompetenzen um transdisziplinäre wie fremdsprachliche Kompetenzen.
  • C: Aufbaumodule I (Pflicht): Ibero-Romanische Philologie
    Die Module widmen sich iberischen, lateinamerikanischen wie transatlantischen Fragestellungen aus den philologischen Disziplinen der Ibero-Romanistik (Hispanistik, Lusitanistik u. Lateinamerikanistik)
  • D: Aufbaumodul II (Pflicht): Ibero-Romanische Diversität
    Das Modul widmet sich diversitären Fragestellungen zu indigenen, minoritären, geschlechtsspezifischen wie disparitätischen Soziokulturen der Ibero-Romania.
  • E: Wahlmodule II (Wahlpflicht): Transkulturelle & Soziohistorische Perspektiven
    Die Module sind aus den gemeldeten interdisziplinären Master-Studienangeboten der Philologisch-Historischen Fakultät und der Philosophisch-Soziologischen Fakultät wählbar und erweitern die ibero-romanischen Studienperspektiven um transkulturelle und soziohistorische Aspekte.
  • F1: Erweiterungsmodule I (Wahlpflicht): Auslandssemester
    Im Rahmen der Erweiterungsmodule I können bis zu 30 im Ausland über ein Learning Agreement anrechenbare ECTS erworben werden, wobei die Studierenden 10 ECTS bzw. 20 ECTS komplementär über eigenständig organisierte Praktika (> 6 Wo. bzw. > 3 Mo.) oder ein vor Ort realisiertes Studienprojekt samt abschließendem Bericht einbringen können.
  • F2: Erweiterungsmodule II (Wahlpflicht): Praxissemester
    Studierende, die kein Auslandssemester absolvieren, erwerben im Rahmen des Erweiterungsmoduls II eingehendere Kompetenzen im Praxisbereich der Ibero-Romanischen Beziehungen (1.) über ein einschlägiges, eigenständig organisiertes und im Vorfeld abgestimmtes, mind. dreimonatiges Praktikum mit Bericht, das in einem interkulturellen Tätigkeitsbereich angesiedelt sein sollte; und (2.) über eine Fallstudie samt Präsentation der Ergebnisse.
  • G. Mastermodul (Pflicht): Ibero-Romanische Kulturstudie
    Für ihre Masterarbeit können Studierende ein eigenes im Vorfeld abgestimmtes ibero-romanisches Forschungsprojekt im Bereich der Sprach-, Literatur-, Medienkultur- und/oder Regionalwissenschaften (inkl. Landeskunde) durchführen.

 

Für mehr Informationen, steht Ihnen Juan Botía Mena unter iberorom@philhist.uni-augsburg.de zur Verfügung.

 

 

 

Starting in April 2023:

// Ibero-Romance Cultural Studies at University of Augsburg
 

Interconnected with the ISLA Institute of Iberian and Latin American Studies, the research-oriented Master of Arts (MA) “Ibero-Romance Cultural Studies” (IRK) addresses students interested in (inter)cultural topics related to the Iberian Peninsula and Latin America from a comparative an transnational viewpoint. Besides Spanish and Portuguese language Socio-Cultures and Media, the transatlantic relations between Europe, the Americas and Africa are studied from a historic as well actual perspective, including (post)colonial and (trans)areal aspects.

 

In difference to more Europe or Latin America-centered courses, the Augsburg Ibero-Romance MA pursues a transatlantic approach that, not only, considers Latin American History of Thought and Ideas, but also hybrid and abinary identity conceptions about migration, inequality, and de-colonialization, corresponding with the understanding of Spanish and Portuguese as pluricentric world languages.

 

By dealing on a philological and cultural studies basis with Ibero-Romance language diversity and cultural media history diachronically as well as synchronically, and by relating these regional and international understandings critically with actual and historic contexts, the students can reflect the cultural complexity and variety of Ibero-Romance cultures, in order to (inter)act and communicate as intercultural competent mediators between —and of— Europe and Latin America.

 

Please note that to be accepted as an IRK student, Spanish or Portuguese skills at a C1 (CEFR) level as well as German skills at a B2 (CEFR) level are necessary.

 

For more information, feel free to contact Juan Botía Mena via iberorom@philhist.uni-augsburg.de

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