Internationale Gesellschaft für Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e.V.

Suchen – Zusammenstellen – Zeigen – Lernen – Forschen. Sammlung, Erschließung und Präsentation von Bildungsmedien

Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e.V., 02.–04.10.2026, im Georg-Eckert-Institut | Leibniz-Institut für Bildungsmedien in Braunschweig

Die diesjährige Tagung von IGSBi wird sich unter dem Thema „Suchen – Zusammenstellen – Zeigen – Lernen – Forschen“ mit Aspekten der Sammlung, Erschließung und Präsentation von Bildungsmedien beschäftigen. Zu diesen zählen neben Schulbüchern und weiteren Lehr-Lern-Medien für den Schulbereich – z.B. Schulwandbildern, Atlanten, Lehr- und Unterrichtsfilmen, digitalen Lehr-Lern-Angeboten –auch solche für den außerschulischen Bereich und für die Erwachsenenbildung, etwa Kinder- und Jugendbücher, Lehrbücher für Ausbildung, Studium und Weiterbildung, Ratgeber in allen medialen Formen (darunter Zeitschriften wie Eltern) und Zeitzeugenberichte, die gesammelt werden, etwa um Wissen über bestimmte historische Ereignisse zu vermitteln.
In den Beiträgen der Tagung soll es um unterschiedliche Aspekte des Sammelns, Zusammen- und Bereitstellens von Bildungsmedien sowie um die Nutzung von Bildungsmediensammlungen für Lehr-Lern-Prozesse und Forschung gehen.

 


Einsendeschluss für Abstracts ist der 31. März 2026.

 

„Bildungsmedien als politischer und gesellschaftlicher Konfliktfall“ – IGSBi-Tagung 2025 in Wien

Vom 26. bis 28. September 2025 fand an der Universität Wien (Österreich) die Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e.V. unter dem Thema „Bildungsmedien als politischer und gesellschaftlicher Konfliktfall“ statt. Wissenschaftler*innen und Lehrkräfte aus elf europäischen Ländern sowie aus Kanada befassten sich aus historischer und aktueller Perspektive mit verschiedenen Aspekten dieses Themas.


Im ersten Panel ging es um Schulbuchkonflikte im 18., 19. und frühen 20. Jahrhundert in Lettland, Bayern, Kanada, Frankreich und Deutschland, etwa um Fragen der Zulassung und um konkurrierende Geschichtsbilder; im zweiten Panel wurden Konflikte um Bildungsmedien in und nach Diktaturen des 20. Jahrhunderts, z.B. um den Film Jud Süß und seine Rezeption nach 1945 und um konkurrierende Lehrwerke für Bildungsgeschichte in Ungarn in den 1950er-Jahren, behandelt. Die Beiträge des dritten Panels befassten sich mit dem Ringen um nationale Identität in Bildungsmedien der Nachkriegszeit bis in die 1970er-Jahre in Österreich, in der Schweiz und in Rumänien. Das vierte Panel galt dem Ringen um die „richtige“ Darstellung der Geschichte in aktuellen Bildungsmedien; dabei ging es beispielsweise um den Umgang mit dem „1619 Project“ in den USA und die Darstellung Israels und des Nahost-Konflikts in österreichischen Schulbüchern sowie grundsätzlich um die Herausforderungen multilateraler Schulbucharbeit. Im Panel „Ringen zwischen Wissenschaft, Staat und gesellschaftlichen Akteuren um ,richtige‘ Inhalte bzw. ihre ,angemessene‘ Darstellung in aktuellen Bildungsmedien“ stellten die Referent*innen u.a. Konflikte rund um Bildungsmedien von Unternehmen in Deutschland, um die Präsentation kontroverser Themen in spanischen Lehrbüchern und um das Verbot bestimmter Medien in US-amerikanischen Schulbibliotheken dar. Die Interessengemeinschaft Fibeln präsentierte in einem eigenen Panel „Fibeln als Gegenstand politischer und gesellschaftlicher Konflikte“ anhand von historischen und aktuellen Beispielen aus Estland, Deutschland, Italien und der Schweiz. Im abschließenden Panel wurde der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Bildungskontexten, u.a. anhand von Positionspapieren deutscher Bildungsinstitutionen zum Umgang mit KI an Hochschulen, kritisch reflektiert.


Die Beiträge regten lebhafte Diskussionen an und inspirierten zu weiterführenden Forschungsfragen.


Beiträge dieser Tagung sowie weitere Texte zu diesem Thema werden 2026 in einem Tagungsband veröffentlicht.

 

 

 

Newsletter der Interessengemeinschaft Fibeln

Newsletter No. 20 der Interessengemeinschaft Fibeln (RP SIG) vom August 2025

 

Neuerscheinungen

Sylvia Kesper-Biermann & Anna Strunk (Hrsg.): Comics in Bildungskontexten. Entwicklungen, Diskurse, Praxis (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2026)


Der Band gibt neue Einblicke in die historische und aktuelle Rolle von Comics in Bildungskontexten, insbesondere in die vielschichtigen Ansätze, die in Forschung, (Hochschul-)Lehre und künstlerischer Praxis verfolgt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Entwicklungen von der Vorgeschichte von Comics bis zum 21. Jahrhundert, den damit verbundenen (pädagogischen) Diskursen sowie verschiedenen Ebenen der Praxis einschließlich des Erstellens eigener Comics und deren Einsatz in unterschiedlichen Bildungssettings. Die Beiträge beleuchten das Bildungsmedium Comic aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven und können somit als Auftakt für eine bildungshistorische und erziehungswissenschaftliche Auseinandersetzung dienen, die über die konkrete (fach-)didaktische Anwendung des Mediums hinausgeht und Impulse für weiterführende Forschungen liefert.


Anna Strunk wurde für ihre Arbeit mit dem  geehrt.

 

 

 

Klinkhardt Verlag

Eva Matthes, Péter Bagoly-Simó, Britta Juska-Bacher, Sylvia Schütze & Jan Van Wiele (Hrsg.): Nachhaltigkeit und Bildungsmedien. Sustainability and Educational Media (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2025)


Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll gemäß den Vereinten Nationen dazu befähigen, in einer globalisierten Welt aktiv, eigenverantwortlich und verantwortungsbewusst die Zukunft zu gestalten. Dazu zählt neben einem sorgfältigen Umgang mit der Erde und ihren Ressourcen auch die Gestaltung einer friedlichen und gerechten Gesellschaft. Dass auch Bildungsmedien einen erheblichen Beitrag zu BNE leisten können, machen die Beiträge dieses Bandes deutlich. Darin befassen sich Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen aus zahlreichen Ländern mit Perspektiven auf Nachhaltigkeit in historischen und aktuellen Bildungsmedien, sowohl für die Schule (etwa Fibeln oder Geographiebücher) als auch für die außerschulische Bildung (z.B. edukative Comics). Des Weiteren werden Medien für die Lehrkräftebildung eingeführt und didaktisierte Orte in der Natur (wie Lehrpfade) als Bildungsmedien vorgestellt. Beiträge zu einer nachhaltigen Erstellung und Distribution von Bildungsmedien runden den Band ab.


 

Die Ergebnisse einer Initiative der „Interessengemeinschaft Fibeln“ haben kürzlich bedeutende Anerkennung erfahren:


Das „Edited Book Award Committee“ der „Children‘s Literature Association“ (ChLA) hat einstimmig beschlossen, dem Band Learning to Read, Learning Religion. Catechism primers in Europe from the sixteenth to the nineteenth centuries in diesem Jahr den „Edited Book Award“ zuzuerkennen. Das preisgekrönte Buch erschien 2023 im Verlag John Benjamins, Amsterdam, und wird herausgegeben von Britta Juska-Bacher, Matthew Grenby, Tuija Laine und Wendelin Sroka: .


Die ChLA mit Sitz in Purcellville, VA (USA), ist eine gemeinnützige Vereinigung von Wissenschaftler*innen, Kritiker*innen, Professor*innen, Studierenden, Bibliothekar*innen, Lehrkräften und Institutionen, die sich der wissenschaftlichen Untersuchung von Literatur für Kinder widmet ( ). Der „Edited Book Award“ wird jährlich von der ChLA verliehen, um herausragende Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Erforschung von Kinderliteratur zu würdigen. Teilnahmeberechtigt sind Titel, die zwei Jahre vor dem Verleihungsdatum veröffentlicht wurden.


In einer Mitteilung an die Herausgeber*innen von Learning to Read, Learning Religion erklärt Naomi Lesley, Professorin für Englisch am Holyoke Community College und Vorsitzende des „Edited Book Award Committee“ des ChLA: „Alle Mitglieder des Komitees haben den einzigartigen Beitrag dieses Bandes zum Forschungsgebiet hervorgehoben und die sorgfältige redaktionelle Gestaltung sowie die beeindruckende Archivarbeit und Koordination gewürdigt. Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz bei der Herausgabe dieses Bandes!“


Da alle Herausgeber*innen und viele Autor*innen Mitglieder des RP-SIG-Netzwerks sind, würdigt der Preis die Forschungsarbeit all derjenigen, die an diesem Band mitgewirkt haben. Der Preis stellt eine willkommene Unterstützung dar, um die Sichtbarkeit der historischen Fibel-Forschung international zu erhöhen, und ist nicht zuletzt ein Anreiz, die transnationale historische Untersuchung von Lesefibeln als Forschungsgebiet fortzusetzen, das die Grenzen von Ländern, Sprachen und einzelner Wissenschaften überschreitet.

 

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