Internationale Gesellschaft für Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e.V.

IGSBI-Symposium 2021

Am 2. Oktober 2021 veranstaltet die Internationale Gesellschaft für Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e.V. (IGSBi) von 11:00 bis 16:15 Uhr ein Zoom-Symposium zum Thema „Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf Schule, Lernen und Bildungsmedien“. Es erwarten Sie ein grundsätzlicher Beitrag zu den Herausforderungen technologiebasierten Lehrens und Lernens während der Pandemie sowie Erfahrungsberichte aus einem Bildungsmedienverlag und aus Bildungseinrichtungen in Italien, Estland und Deutschland. Die Symposium-Sprachen sind Deutsch und Englisch. Alle Interessent*innen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

 

 

Link zum Meeting: https://uni-augsburg.zoom.us/j/93476335887?pwd=ZnVnalYvdXNocWl6ak9FL2s0OEU5UT09

"Nation, Nationalismus und Schule im zeitgenössischen Europa" – Webinar am 15. März 2021

Die für 2020 geplante gemeinsame Tagung von IGSBi, Spes (Società di politica educazione e storia) und Spicae (Società internazionale per la storia comparata dell′educazione) in Parma, die wegen der Corona-Pandemie nicht vor Ort stattfinden konnte, wurde am 15. März 2021 in Form eines komprimierten Webinars durchgeführt. Das Organisationskomitee in Parma, Prof. Dr. Luciana Bellatalla und Prof. Dr. Piergiovanni Genovesi, hatte ein inhaltsreiches Programm zu den Aspekten „Educational theories and didactical media", „Nation, Nationalism and Europe in primers and secondary history textbooks" und „Cultural, biological and racial stereotypes" zusammengestellt. Die Beiträger*innen aus Deutschland, Italien, Lettland, den Niederlanden, der Russischen Föderation und der Schweiz stellten in jeweils zehn Minuten die Quintessenz aus längeren Vorträgen vor, die für angemeldete Teilnehmer*innen vorher im Internet abrufbar waren. Die Präsentationen lösten lebhafte und gehaltvolle Diskussionen aus. Eine Veröffentlichung der Beiträge ist geplant.

 

 

Newsletter der Interessengemeinschaft Fibeln

Soeben erschienen: Newsletter No. 17 der Interessengemeinschaft Fibeln (RP SIG) vom Juli 2021

Band zur IGSBi-Tagung 2019

Sylvia Schütze / Eva Matthes (Hrsg.): Migration und Bildungsmedien / Migration and Educational Media (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2020)

Migration aus unterschiedlichsten Motiven – freiwilliger Wechsel des Aufenthaltsortes, z.B. aus beruflichen oder Bildungsgründen, unter Druck erfolgte Auswanderung, beispielsweise aufgrund von wirtschaftlicher oder politischer Bedrängnis, aber auch erzwungene Flucht, etwa wegen politischer oder weltanschaulicher Verfolgung – war und ist zu allen Zeiten für die Migrant*innen selbst, aber auch für die Gesellschaft der Aufnahmeländer eine große Herausforderung, nicht zuletzt in bildungspolitischer Hinsicht. Dieser Band führt Forschung und praxisnahe Überlegungen aus unterschiedlichen Disziplinen – Erziehungswissenschaft, verschiedene Fachdidaktiken (z.B. Fremdsprachen, Biologie, Religion) – sowie von Lehrkräften zu Migration und Bildungsmedien zusammen. Die Beiträge befassen sich mit der Entwicklung und Herstellung von Bildungsmedien für unterschiedliche Migrant*innengruppen im 20. Jahrhundert und in der Gegenwart, sowohl mit deren Vorbereitung und Veröffentlichung in der Heimatsprache durch sie selbst, die vor allem der Bewahrung der eigenen Kultur dient, als auch durch die jeweiligen Aufnahmeländer, die den Kontakt mit den Migrant*innen herstellen bzw. deren Integration in die neue Gesellschaft fördern sollen. Einen weiteren Schwerpunkt stellen Beiträge über die Darstellung von Migrant*innen in Bildungsmedien – in Texten, Abbildungen etc. – dar; diese Texte machen deutlich, dass die Art der Präsentation nicht ohne Folgen für die Selbst- und Fremdwahrnehmung der Dargestellten bleibt.

 

Rückblick auf die Jahrestagung 2019 "Migration und Bildungsmedien"

Die 17. Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e.V. (IGSBi) fand in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Graubünden vom 6. bis zum 8. Oktober 2019 an der PH in Chur (Schweiz) statt.


 

Ekaterina Romashina
Ekaterina Romashina
Ekaterina Romashina
Ekaterina Romashina
Ekaterina Romashina

 

Bildungsmedienforscher*innen und -schaffende aus dreizehn verschiedenen Ländern beschäftigten sich in diesen Tagen intensiv mit dem Thema „Migration und Bildungsmedien“.

Auf einen Eröffnungsvortrag zur „Kulturalität des Verstehens als Problem für zugewanderte Kinder und Jugendliche“ folgten drei dicht gefüllte Themenblöcke:

 

  • „Bildungsmedien für Migrant*innen – historische Perspektiven“
  • „Bildungsmedien für Migrant*innen – aktuelle Perspektiven“
  • „Die Darstellung von Migration und Migrant*innen in Bildungsmedien“

Die Beiträge des ersten Blocks behandelten u.a. Bildungsmedien für russische und spanische Migrant*innen im 19. und 20. Jahrhundert, Lehrmittel für migrierte Französischlehrer*innen in Polen und Bildungsmedien für spezifische Gruppen von sogenannten „Bildungsmigrant*innen“ – Schulbücher für ungarische Jugendliche, die jenseits der Grenze in österreichische Schulen gingen, und ein eigens für mosambikanische Jugendliche, die in der DDR eine sogenannte „Schule der Freundschaft“ besuchten, verfasstes Biologielehrbuch.

 

Im zweiten Block ging es um aktuelle Lehrmittel für Migrant*innen z.B. in Italien, Deutschland und der Schweiz, um unterschiedliche dabei zum Einsatz kommende mediale Formen – neben Schulbüchern z.B. Bilderbücher und digitale Lern-Apps –, aber auch um inhaltliche Anpassungen von Bildungsmedien aufgrund von Migrant*innen mit einem anderen religiösen und kulturellen Hintergrund, z.B. in Kanada.

 

Die Beiträge des dritten Blocks behandelten die Darstellung von Migrant*innen und fragten aus verschiedenen Perspektiven nach deren Angemessenheit. Hier kamen diverse Fächer(kulturen), wie Geographie- und Fremdsprachenunterricht, in wiederum unterschiedlichen Ländern, etwa Deutschland, Finnland, Ungarn und der Schweiz, zu Wort. Auch ein didaktisches Spiel wurde vorgestellt und diskutiert.

 

Neben den interessanten Vorträgen und den anregenden Diskussionen sowie Gesprächen in den Pausen bestand ein besonderer Höhepunkt der Tagung in der Verleihung des Arsen-Djurović-Preises für historische Schulbuchforschung an zwei Preisträgerinnen (Dr. Sabrina Schmitz-Zerres, Universität Duisburg-Essen, und Dr. Evita Wiecki, Ludwig-Maximilians-Universität München, beide Deutschland) sowie des einmalig vergebenen Arsen-Djurović-Sonderpreises für historische Bildungsmedienforschung (Dr. Iris Seri-Hersch, Aix-Marseille-Université in Aix-en-Provence, Frankreich) im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens.

 

 

Neuerscheinungen

Sebastian Susteck (Hrsg.): Erschriebene Kultur. Schulische Lektürehilfen zwischen Literaturwissenschaft, Didaktik und Empirie (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2021)

Seit mehr als 150 Jahren werden im Deutsch- und Fremdsprachenunterricht sogenannte „Lektürehilfen“ verwendet. Die gewöhnlich in Heftform publizierten Texte sollen Lehrer*innen und Schüler*innen höherer Schulen helfen, literarische Werke zu erschließen.

Sie enthalten Wort- und Sacherklärungen, Angaben zur Entstehung der Werke, zu ihrem Inhalt oder zur Interpretation. Lektürehilfen erscheinen oder erschienen in nahezu allen großen Bildungsverlagen, sind trotz ihrer Verbreitung aber weitgehend unerforscht. Der Band „Erschriebene Kultur“ nimmt die Gattung erstmals konzentriert in den Blick und untersucht ihre Geschichte und Gegenwart.

Dabei wird eine komplexe Verflechtung mit Literaturwissenschaft, hochschulischer Didaktik und schulischer Nutzung sichtbar.

 

 

Patrick Gollub: Kompetenzorientierte Aufgabenstellungen im Deutschunterricht. Eine qualitative Inhaltsanalyse von Schulbuchkapiteln zur Weimarer Klassik (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2021)

Schulbücher gelten auch im 21. Jahrhundert als eines der zentralen Unterrichtsmedien. Als Lehr-, Lern- und Arbeitsmittel für den Unterricht unterliegen sie den bildungspolitischen Vorgaben.

Die vorliegende Band leistet mittels eines hermeneutisch-inhaltsanalytischen Zugangs eine Analyse von Deutschschulbüchern der Sekundarstufe II. Die Arbeit ist als Längsschnitt angelegt, um die Umsetzung der Kompetenzorientierung und weiterer Entwicklungen zwischen den Ausgaben der drei untersuchten Schulbuchreihen nachzeichnen zu können.

Dieses Vorgehen ist innerhalb der Didaktik des Deutschunterrichts und der Erziehungswissenschaft als innovativ zu bezeichnen, da bislang nur wenige diachrone Schulbuchvergleiche vorliegen.

 

 

Michael Annegarn-Gläß: Neue Bildungsmedien revisited. Zur Einführung des Lehrfilms in der Zwischenkriegszeit (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2020)

Im vorliegenden Band wird der Frage nachgegangen, wie technologischer Fortschritt die Unterrichtspraxis beeinflussen kann. Dabei wird mit der Einführung des Lehrfilms als neues Bildungsmedium zum einen ein historisches Beispiel vorgestellt und zum anderen am Fallbeispiel der Vermittlung von kolonialem Wissen im Deutschland der Zwischenkriegszeit untersucht, inwiefern sich die Darstellungen im Schulbuch und Lehrfilm unterscheiden.

Häufig wird die – bereits von den Nationalsozialisten verbreitete – These vertreten, dass erst nach 1933 der Film in Deutschland in großem Umfang unterstützt wurde. Wie in dieser Arbeit gezeigt wird, baute aber insbesondere im Lehrfilmsektor die nationalsozialistische Bildungspolitik auf staatlichen und halbstaatlichen Institutionen sowie Akteuren auf, die bereits in der Weimarer Republik aktiv waren.

Die Untersuchung ergab verschiedene Faktoren, wie Finanzierung, Akzeptanz in der Lehrerschaft und Verfügbarkeit, die die Einführung eines neuen Bildungsmediums förderten wie auch bremsten. Heute stehen wir mit der Digitalisierung des Unterrichts vor ähnlichen Herausforderungen. Dabei zeigt sich, dass sich die Argumentationslinien gleichen – der Blick auf die Einführung des Lehrfilms kann uns also helfen, heutige Debatten besser zu verstehen.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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