Johannes Klare (23.3.1930 Zug ü. Freiberg – 1.2.2022 Berlin), Sohn einer Arbeiterfamilie

 

Sprachtheorie, Soziolinguistik, Syntax, Lexikologie, Lexikographie, Sprachlehrforschung, Geschichte der Sprachwissenschaft (Portugiesisch, Französisch, Italienisch, Okzitanisch)

 

1948 Abitur Freiberg; 1948-51 Stud. Romanistik u. Anglistik U Halle-Wittenberg; 1952 Dipl.-Examen; 1952-59 Wiss. Aspirant; 1956 Dr. phil. Humboldt-U Berlin (Kurt Baldinger); 1959-69 Dozent ebd.; 1968 Habil.; 1969 o. Prof. Französische Sprache ebd.

 

DRV; Ges. f. Kanada-Studien; Soc. de Ling. Romane; Fédération Intern. des Professeurs de Langues Vivantes (1984-86, 1987-89,1990-92 Vizepräsident).

 

Mithrsg. (seit 1967) d. Beiträge zur Romanischen Philologie (BRPh).

 

Entstehung und Entwicklung der konzessiven Konjunktionen im Französischen, Berlin 1958 (Diss.); Wörterbuch Deutsch-Portugiesisch, Leipzig u. a. 1984 u. ö.; Wörterbuch portugiesisch-deutsch, von einem Autorenkollektiv unter Leitung von Johannes Klare, Leipzig 1986 u. ö.

 

Wir waren am Mittwoch 31.X. bis Freitag 2. Nov. in Berlin. […] Am Mi. Mittag die glanzvolle Doctorprüfung Klare. Stella oriens, der kommende Sprachwissenschaftler u. Nachfolger Baldingers. (Victor Klemperer, So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. Tagebücher 1950-1959, Berlin 1999, 2, 587).

 

Zudem brachen auch manche Gegnerschaften und Rivalitäten in unseren eigenen Reihen auf. Hinzu kamen bei den neuen politischen Herren westdeutsche Arroganz und Begehrlichkeiten, Demütigungen und Anmaßungen blieben nicht aus. Mancher wusste es offenbar besser als wir selbst, wie wir gelebt und gearbeitet haben. Uns wurden die bundesdeutschen Rechtspositionen übergestülpt, Debatten darum wurden kaum geführt. Erst langsam wurde in den folgenden Jahren bei differenzierterem Herangehen deutlicher, was im Osten dennoch geleistet wurde, wo wissenschaftliche Seriosität bestand, wo aber auch Defizite, teils gravierender Natur, bestanden. Die meisten westdeutschen ,Importe‘ im Personalbestand unseres Hauses verhalten sich heute gegenüber ihren im Amt verbliebenen Kolleginnen und Kollegen äußerst loyal und sind zur engen Kooperation bereit, sowohl in der Forschung als auch in der Lehre (Klare, „Ein Niedergang“, 2011, 177).

 

Kürschner, LH 1, 1994, 456; Studia historica Romanica in honorem Johannes Klare. Hgg. Maren Huberty, Claudia Perlick, Bonn 1997; Sprache als Spiegel der Gesellschaft. Festschrift für Johannes Klare zum 80. Geburtstag. Hgg. Kristin Reinke, Carsten Sinner, München 2010 (auf S. 10-21 findet sich ein Schriftenverzeichnis); Klare, „,Ein Niedergang‘ - oder doch eine weltoffene, wenn auch etwas andere Romanistik?“, in: Ertler, Romanistik als Passion II, 2011, 163-180 (P; Auswahlbibliogr.); https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Klare.

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